Nacht
Ganz gute Nacht im eigenen Bett. Die Träume sind irgendwie aufregend, aber ich kann mich am Morgen nicht mehr an sie erinnern.
Morgen, Gewicht, Kaffee
Ich stehe gegen halb sieben Uhr auf. Ich spüre die Reise in den Knochen. Das Gewicht ist in die Höhe geschossen, die Waage behauptet, ich hätte jetzt ca. 4% mehr Muskelmasse als noch vor dem Urlaub. Vielleicht schalte ich diese Messung der „Muskelmasse“ einfach mal ab.
Endlich kann ich wieder meinen Lieblingskaffee aus meiner Lieblingstasse trinken. Ich bin halt ein Gewohnheitstier.
Halb kaputter Tag
Spätes Kraftfutterfrühstück. Tut gut,
wieder gewohnte Speisen zu speisen.
Irgendwie brennt mal wieder alles nach im Kopf. Bin unruhig, fange mich im Laufe des Tages aber wieder. Das Gewichtsgepurzel nervt mich dann doch, auch wenn ich es nicht wirklich zugeben will.
Die Buntwäsche wandert in die Maschine und auf den Wäschetrockner (wie heißt das Teil noch gleich? “Wäschespinne“ passt nicht. “Wäscheaufhängklappdingenskirchenda“). mittags 500g Joghurt mit einer reif gekauften Banane und ein paar Erdbeeren. Mehr soll es heute nicht geben. Irgendwann eise ich mich dann vom Rechner los und gehe ich den Wald. Der Kollegin, mit der ich vorher getextet habe, schreibe ich: “Ich gehe jetzt in den Wald!“ und wahrlich, Kinder: Ich gehe sowas von den Wald, das übersteigt Eure Vorstellungskraft! Ich bin dermaßen waldgängig, das habt Ihr garantier noch nicht erlebt – und ich weiß, dass Ihr gottverdammt schon viel erlebt habt! Das kann Euch keiner nehmen! Was mir aber keiner nehmen kann, ist es, in den Wald zu gehen – und zwar sofort, direkt, ohne Umschweife, ohne über “Los“ zu gehen und auch ohne 4000 Mark einzuziehen.
Der Wald (jetzt aber!)
Der Stadtwald umfängt mich. Es sind recht viele Leute hier, wie so häufig zur Feierabendzeit und am Wochenende. Ich, der ich Ruhe und Kontempation sucht, versuche, ihnen wegen ihres Fahrens, Rennens und Lärmens nicht Gram zu sein, sondern lobe ihren gesunden Drang an die frische Luft. Dann freue ich mich aber doch über verstecktes Gebüsch, weil ich jetzt mal dringend pinkeln muss.
Nach einer ordentlichen Runde (Tagesziel erreicht) mache ich eine Pause auf einer Bank. Ihr kennt doch diese Wackelaugen, die man irgendwo aufkleben kann und die auch gerne in die Gesichter von Plüschtieren verbaut werden, oder? Genau so ein Teil liegt im Dreck vor meiner Parkbank und schaut mich an. Das macht mich wahnsinnig. Gleichzeitig traue ich mich nicht, an der Situation etwas zu ändern. Ich kann das Ding doch nicht aufheben und in den Müll werfen, denn das ist ja immerhin ein Auge! Das guckt! Wenn es doch wenigstens woanders hingucken würde!
Den Anstarrwettbewerb mit dem (immerhin unbeweglichen) Wackelauge verliere ich haushoch und ich mache mich geschlagen auf den Heimweg.