Kieselblog

Mein Tagebuch

2026-09-16: Mittwoch

KI-Grusel

Nacht

Sehr, sehr schlechte Nacht. Die Angst hatte mich im Griff und in meinem Verdauungstrakt gluckerte die abendliche Fehl-Ernährung.

Die Träume waren zu persönlich, um sie hier in Gänze wiederzugeben. Nur stand ich am Ende des einen Traumes mit einer Zahnbürste in der Hand an einem Bahnsteig und eine anwesende Person fragte mich, ob sie denn nun um viertel nach mit dem Zug ankommen würde oder nicht. Ich stand da, spielte mit dem Daumen an den Borsten der Zahnbürste herum und sagte nur: "Ich weiß es nicht. Ich weiß nicht, ob sie überhaupt noch wiederkommt." Danach fing ich an, ganz fürchterlich zu weinen.

Als ich aufwachte, war mir klar, woher an den letzten zwei Abend diese überwältigende Unruhe kam und ich war trotz der Trauer sehr dankbar dafür, dass ich jetzt weiß, was ich da von mir weggeschoben habe.

Mittagspause

Trotz großer Müdigkeit und Erschöpfung (bekloppt sein kostet Kraft) mache ich in der Mittagspause einen Spaziergang. Für die Seele dann ein Stück Kuchen. Scheiß auf das Glykogen in der Birne.

Als ich wieder daheim bin und den Kuchen esse, beginnt der Regen.

Arbeitstag

Ich bin müde und zermatscht, werfe mich aber sofort in die nächste Besprechung für den Software-Anforderungskatalog. Kaffee hole ich mir nebenher. Einmal klingelt der freundliche Picnic-Mann und bringt mir eine sehr große Menge Quark. Auch finde ich den Glauben an die Macht des Kapitalismus wieder, denn es gibt jetzt fünflagiges Toilettenpapier. Fünflagiges Toilettenpapier! Wischen wie ein Fürst, ein König, ein Halbgott!

Aber zurück zur Arbeit: Wir schaffen es, den Rest des Katalogs durchzuackern. Der Vormittag ist noch nicht rum, aber schon füllt er sich für mich.

Als ich in der Nacht nach dem schlimmen Traum wach lag, drängten mich auch die vielen Termine und Erlebnisse in meinem derzeitigen Leben. Da wurde mir bewusst, dass man sich in solchen Situationen wie ein Soldat verhalten sollte, der unter Feuer steht:

  1. Zuerst Deckung suchen!
  2. Überblick verschaffen!
  3. Maßnahmen ergreifen (oder in Deckung bleiben)!

In der Deckung meines Kissens entfaltet sich dann auch die Erkenntnis, dass ich zumindest am kommenden Arbeitstag ziemlich viel Zeit und eigentlich keine wichtigen sonstigen Termine und Anliegen habe. Das entspannt mich. Es ist schon eigenartig, wie sehr ich in einen Modus der Hektik kommen kann, in dem ich die eigentliche Situation überhaupt nicht mehr erkenne - auch wenn sich herausstellt, dass es überhaupt gar nicht so schlimm ist, wie es sich im ersten Moment anfühlt.

Abend

Die Nerven bekomme ich dann doch eingefangen. Sockentee (“Schlaf- und Nerventee“) beruhigt. Esse eine Pizza und es fühlt sich so an, als würde ich mir damit etwas gönnen.

Abends spiele ich eine Stunde Cyberpunk 2077. Zwei Questreihen enden und die Macher des Spiels haben den Abschieden eine sehr schön, melancholische Note gegeben.

Zeitig zu Bett.

KI-Grusel

Ausnahmsweise kommt hier eine Empfehlung nicht über die Netzfunde, sondern über das Tagebuch. Der Grund dafür ist, dass mich das Thema sehr beschäftigt. Gestern habe ich die erste Episode von I'm Sorry, Dave gehört, in dem es um den Angriff der openAI'schen KI-Agenten auf Hugging Face geht. Die Dinge, welche von den Analysten über den Vorfall an die Öffentlichkeit gebracht worden sind, machen mir Angst - und ich habe normalerweise keine Angst vor "KI", da ich zumindest die großen Sprachmodelle für einen weitgehend luftleeren Hype halte.

Mastodon

Seit einiger Zeit (eine Woche? Zwei Wochen?) schaue ich nicht oder fast nicht mehr bei Mastodon rein. Irgendwie fehlt mir die Lust dazu. Ich habe das Timeline-Scrollen auch als sehr anstrengend empfunden. Die Apps (Mona) sind schon vom iPhone, iPad und Mac gelöscht. Der Account ruht dann erst einmal.

tagebuch

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