2026-09-14: Montag
Romanstolz am Montag
Nacht
Guter, tiefer Schlaf bis in die frühen Morgenstunden. Die Ohrenstöpsel sitzen gut und helfen dabei, die Störer fern zu halten.
Träume aus der persönlichen Verganganheit. Träume von Verlust und Trauer. Träume von der Angst.
Morgen
Ich bin schon ab halb vier Uhr wach, bleibe aber bockig bis zum Wecker um vier Uhr liegen. In mir flimmert noch die Angst aus den Träumen nach. Sie gibt eine gewisse Grundstimmung, wie ich während der morgendlichen Meditation bemerke. Die Angst aus dem Traum verbindet sich mit meiner aktuellen Angst, denn sie sind Geschwister.
Dank der Meditation kann ich den unruhigen, angstvollen Geist beobachten und ihm Raum geben.
Zum Frühstück Kraftfutter mit Foodsharing-Erdbeeren und Foodsharing-Erdbeer-Skyr. Ich bin ein Erdbär.
Früher Zug um 05:16 Uhr (RE19).
Geschäftliches
Aus eher unerfreulichen Gründen musste ich heute mal einen tiefen Blick in die GGO, die Gemeinsame Geschäftsordnung für die Ministerien des Landes Nordrhein-Westfalen, werfen. Sie warf einen ebenso langen und lasziven Blick zurück. Allerdings gab sie nichts preis, was errötenswert wäre und ich bin trotz jahrzehntelanger Erfahrung mit der Arbeit in deutschen Behörden doch ein wenig konsterniert, wie hochbezahlte Menschen in den doch sehr wichtigen Positionen ein komplett falsches Bild ihrer Rechte und Pflichten haben.
Montagsregel
Bei mir gilt die alte, seinerzeit von der besten Ex-Frau von allen aufgestellte Regel: "Montags nimmt man sich nichts vor!", denn am Montag ist man ja meist ein wenig malad, weil das Gemüt noch Wochenende haben will. Früher war ich montags malad wegen dem Saufi-Saufi am Wochenende, aber das ist zum Glück Geschichte. Trotzdem bewährt sich die Regel weiterhin, zumal ich am Montag ein bisschen länger arbeiten muss als sonst.
Allerdings nagt langsam der innere Antreiber an dieser Regel. "Man könnte doch schon mal dies!" oder "Man könnte doch schon mal das!" raunt er. Glücklicherweise hält die Montagsregel noch wie ein stolzer, alter Deich. Jedes Mal, wenn mir einfällt: "Ach, ja! Ich muss ja überhaupt nichts tun!" wirft ein freundlicher Helfer einen Sandsack auf die Krone und stabilisiert ihn ein wenig.
Bücher
Aufgelesen: Die Bundeswehr von Dr. Sönke Neitzel. Kompakt, gut lesbar, meinungsfreudig. Gegen Ende für mich viele Aufreger, weil es um die Politik geht, welche aus (z. T. pekuniären) Eigeninteressen in die Bundeswehr hinein regiert.
Angefangen: Das Blut der Herzlosen (toller Titel!) von einem koreanischen Autor, dessen Namen ich gerade nicht parat habe. Wurde mir vom Foodsharer empfohlen. Ich mag schon die leicht (!) sperrige, langsame Erzählweise des ersten Kapitels. Der Autor ist in Südkorea übrigens beliebter als G. R. R. Martin, Sabkowski und Snickers zusammen.
Mittagspause
Spaziergang über den Medienhafen zum geheimein Geheimplatz. Die Hafenbecken liegen fast trocken da. Das Flussbett ist zersprungen. Die Boote ekeln sich vor dem Schlamm, in dem sie stecken. Nur der Reiher scheint sich zu freuen.
Romanstolz Version 0.1.2
Trotz Montag und trotz Montagsregel nehme ich mir Kapitel 7 zum Korrekturlesen vor. In etwas mehr als einer halben Stunde bin ich durch und habe trotz der Wiederholung des wiederholten Lesens noch ein paar (wenige) Klopper gefunden. Es hat nicht weh getan und ich bin froh und auch ein wenig stolz auf mich.
Wir sind Legion
Die Sache mit dem Angriff der KI-Agenten auf Hugging Face erinnert mich an eine ältere Geschichte von mir. In ihr geht es zwar nicht um „Künstliche Intelligenz“, aber es wird sicher deutlich, warum ich an sie denken muss. Sie wurde von mir schon mehrfach in meinen Blogs veröffentlicht. Ich habe sie aber noch einmal ganz leicht überarbeitet.