Kieselblog

Mein Tagebuch

2026-09-12: Samstag

Überraschungstag

Nacht

Geknackt wie ein Weltmeister. Geratzt, gepennt, Matratzenhorchdienst bis der Arzt kommt. Na, das musste jetzt aber auch mal sein!

Ein bisschen Schlaf muss sein! Dann ist die Welt voll Sonnenschein.

Mir träumt, dass ich in einem Computerspiel einen verrückten Zauberer spiele. Ich gehörte zu einer Gruppe unheimlicher Gestalten und wir bringen unsere Beute in einen Club. Meine Quest ist jedoch, mich von der Gruppe zu trennen und meinen Anteil der Beute in den Schrein eines Dämons einzuschließen. Dummerweise muss ich dafür sehr schnell mit einem alten Schlüssel mehrere Schlösser öffnen und wieder schließen. Es gelingt mir gerade rechtzeitig, bevor die "Kameraden" wieder kommen. Um nicht aufzufallen, knie ich vor dem Schrein des Dämonen nieder und rufe ausgedachte Beschwörungsformeln. Überraschenderweise wirken die Formeln und der Dämon erscheint. Er warnt mich vor seinem missratenen Sohn.

Später sind wir wieder in diesem Club und ich erschieße die anderen Finsterlinge mit einer Schrotflinte. Danach gehe ich in die Turnhalle und spiele mit ein paar jungen Menschen erst Hand- dann Fußball.

Morgen

Der Wecker weckt mich um sieben Uhr morgens. Ich bin ziemlich ausgeruht. Im Keller des Elternhauses dusche ich mich in der alten Dusche (die neue Dusche ist bei meinen Eltern in der Wohnung, aber ich will die beiden nicht aufwecken).

Danach meditiere ich im Jugendzimmer unter dem Dach.

Morgenluft

Zum Frühstück gibt es Kraftfutter mit frischen Weintrauben aus dem elterlichen Garten. Sie sind buchstäblich kurz vor dem Essen geerntet worden und herrlich süß.

Es folgt ein gemütlicher Spaziergang zum Bahnhof. In der Nacht hat es tüchtig geregnet und die Welt ist sanft.

Unser Gehirn versucht, eine konstistente Geschichte zu erzählen. So funktioniert ja auch in weiten Teilen unser Gedächtnis, aber auch unsere Persönlichkeit. Ihr ihr spiegeln wir die Welt. Deswegen sind Menschen häufig verängstigt, wenn sich Dinge ändern. Deswegen haben Menschen häufig Angst davor, sich selbst zu verändern. Stabilität, Konstitenz - auch im Unglück.

Diese ständige Arbeit am Stillstand verbaut uns die Sicht auf die sich stetig wandelnde Welt.

Sonnenfahrt

Als der RE57 einführt, reißen die Wolken auf und die Sonne kommt heraus. Irgendwie kommt eine Regenbogenbandenstimmung auf.

Tag der Überraschungen

Heute treffen die beste Ex-Frau von allen und ich uns in Dortmund. Es stehen der Besuch einer Lesung in der Stadtbibliothek oder eine Street-Art-Ausstellung zur Auswahl. Wir entscheiden uns aber dafür, uns quatschend durch die Stadt treiben und uns überraschen zu lassen.

In einer kleinen Rösterei trinken wir einen Kaffee mit Familienanschluss.

Im Kaiserviertel esse ich bei Bismarck einen überraschend leckeren Brot-Burger. Meiner Meinung nach können diese aufgeblasenen Buns gepflegt einpacken. Spontan möchten wir noch Eis und die nette Kellnerin empfiehlt uns Berger-Eis aus dem Automaten. Löffelnd (Joghurt-Haferflocken-Honig) labern wir uns weiter. Am Baukunstarchiv NRW erzählt die beste Ex-Frau von allen vom Tag des offenen Denkmals am kommenden Wochenende und spontan gehen wir das Archiv, wo man tatsächlich eine kleine, aber feine Ausstellung besichtigen kann. Mein Mosaik der sammelnden Berufe (Bibliotheken, Archive, Museen) ist um ein Steinchen reicher.

Wir wollten uns überraschen lassen und tatsächlich wurden wir auf das trefflichste überrascht.

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