Kieselblog

Mein Tagebuch

2026-09-09: Mittwoch

Stimmungen ändern sich

Nacht

Ganz gute Nacht. Ohrenstöpsel bis gegen null Uhr. Dann stecke ich sie wegen lautem Gekolster aus der Wohnung unter mir wieder ein. Wach ab 03:22 Uhr.

Mir träumt wirr von einer Mischung aus Realität und Computerspiel. In Hotels kann man sich in andere Städte beamen lassen. Meine Eltern sind da und ich bin verreist.

Fangen

Mich immer wieder fangen.

Ich laufe, die Gedanken laufen. Ich fühle, die Gedanken fühlen.

Mich immer wieder fangen.

Du bist so weit weg.

Mich immer wieder fangen.

Ich bin nicht gut genug für Dich.

Mich immer wieder fangen.

Ich sollte größer, jünger, schöner sein.

Mich immer wieder fangen.

Ich sollte tapfer sein. Ein Held.

Mich immer wieder fangen.

Ich werde immer schneller. Die Beine schmerzen. Die Füße schmerzen.

Mich immer wieder fangen.

Der Geist windet sich. Das Kind weint.

Mich immer wieder loslassen.

Mittagspause

Zu Mittag brutschele ich mir eine Sucuk im Wok. Dazu rühre ich Paprika, Lauch, Zwiebeln und - weil es eine so schöne Farbe gibt - eine Dose Erbsen (also nur die Erbsen). Abgeschmeckt wird alles mit einem Glas derjenigen Soße, die in meinen Kindertagen noch “Z-Soße“ hieß und die nun anders heißt (bin zu satt, um nachzusehen), aber noch immer genau so lecker schmeckt. Wenn ich mir so ein Glas kaufen will, dann schreibe ich immer noch “Z-Soße“ (ausgeschrieben!) in meine Einkaufsliste und kichere dabei leise vor mich hin. Hätten das gewisse andere ältere weiße Herrn (Nuhrtenstein et al) mal beizeiten gemacht, sie hätte uns allen viel Kopfschütteln erspart.

Zum Nachtisch übergieße ich eine Banane mit Ahornsirup und weil die Banane sehr kalt ist (mein Kühlschrank ist fruchtfliegenfest), stelle ich alles zusammen in die Mikrowelle. Das Ergebnis ist ein fröhlich-feuchter süßer Matsch. Auf die eigentlich geplante Flasche alkoholfreies Bier verzichte ich lieber, denn ich habe Sorge, dass mir meine Bauchspeicheldrüse auf die Schnauze haut.

Das nächste Mal sollte ich weniger oder überhaupt keinen Ahornsirup verwenden.

(Zum Nachtisch ist Zucker ja eigentlich erlaubt.)

Danach: Kaffee und Manga, bis die Arbeit weiter geht.

Unruhe

Irgendwann habe ich gelernt, dass Stimmungen und Gefühle sich ständig ändern, auch wenn wir Menschen uns häufig bemühen eine Stimmung zu halten - sogar unangenehme Stimmungen, denn uns machen ständige Änderungen meist Angst.

Wenn ein Tag mal schlecht anfängt, bedeutet das nicht, dass er auch schlecht endet. Das weiß ich ja. Leider geht es auch umgekehrt: Der Tag verlief sehr gut mit herbstlichen Sonnenschein, einem recht flotten Arbeitstag mit einer ganz ordentlichen Veranstaltung. Vor Feierabend noch ein sehr netter und witziger Austausch.

Nach Feierabend dann überkommt mich eine furchtbare Unruhe. Sie ist so stark, dass meine normalen Skill versagen, bzw. komme ich nicht einmal auf die Idee, vielleicht einfach mal einen Beruhigungstee zu trinken. Folglich esse ich Süßgebäck, trinke (alkoholfreies!) Bier und stopfe mir gesalzene Erdnüsse in den Mund.

In der Nacht rumpumpelt es in meinem Bauch und entwickelt sich das, was ich immer gerne als "Sturm und Drang" bezeichne. Details erspare ich den Lesefröschlein.

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