Nacht
Ganz gute Nacht ohne Promethazin und ohne Ohrenstöpsel. Letztere sind nicht notwendig, denn die Enten halten still.
Traum vom Radio
Mir träumt, ich bin in einer fremden Stadt zu Besuch. Gemeinsam mit Freunden will ich zurück nach Hause fahren. Doch vorher muss ich meine Sachen im Park zusammensuchen. Jemand war so freundlich und hat meine Sony-Kopfhörer auf einen Ast gelegt.
Freund O., der eine Ausbildung zum Radiomoderator macht, erzählt mir am Telefon, dass ein Mitschüler als eine Hausaufgabe einen Rap-Song hochgeladen hat. Der Song sei professionell produziert worden, sagt er, dass er selber so etwas niemals hinbekommen würde. Ich rede O. gut zu und sage, dass er das sicher könne mit ein wenig Übung und der entsprechenden Ausrüstung. Dann lotst er mich am Telefon zu seinem Auto, dass gegenüber einer Spielothek geparkt ist.
Wir fahren zu meinen Eltern, wo wir alle gemeinsam frühstücken.
Morgen
Ich wache gegen viertel nach vier Uhr auf, bleibe aber noch liegen. Ich bin einigermaßen ausgeruht. Wegen Dauerregens fällt der Spaziergang aus.
Zum Frühstück Kraftfutter mit Apfel. Heute muss ich dem Nass trotzen und neues Obst kaufen!
Regen, Blutdruck
Es regnet den ganzen Tag über. Immerhin können so die oberen Bodenschichten durchfeuchtet werden, denn es handelt sich um einen leichten Nieselregen.
Am Nachmittag wird mir leicht schwummerig und ich messe meine Blutdruck. Er ist ziemlich niedrig (allerdings nicht bedrohlich), was verwunderlich bei jemandem ist, der Blutdrucksenker nehmen muss. Mir wird außerdem kalt.
Nach Feierabend gehe ich gute Dinge Einkaufen. Ich besuche zum ersten Mal das Outlet meiner Lieblings-Kaffeerösterei und kaufe zwei Kilogramm Alfoli Microlat Natural. Auf dem Heimweg kehre ich noch spontan im Edeka ein und besorge einen Nachschub an Bratröllchen. Spontan kaufe ich eine Portion Mettenden (im Angebot) und weil ich plane, diese am Samstag auf meiner Hosen-Kauf-Expedition nach Moers zu essen, lege ich noch zwei alkoholfreie Flensburger in den Einkaufswagen. Als ich im Regal „Hövels Original“ stehen sehe, überkommt mich eine starke Sehnsucht nach Alkohol und ich gehe schnell weiter.
Die Bewegung und die frische Luft tun mir gut. Mir wird warm.
Promethazin
Gestern habe ich noch versucht, am Roman zu arbeiten. Das hat allerdings so überhaupt nicht geklappt.
Nach einer Nacht ohne Promethazin ist plötzlich die Kreativität wieder da. Promethazin ist ja auch ein leichtes Antipsychotikum, welches die Dopamin-Rezeptoren blockiert. Ich spüre heute den Unterschied deutlich, denn mein Gehirn fängt wieder damit an, wie gewohnt allerlei Quatsch zu produzieren.
Es ist für mich faszinierend zu beobachten, wie so ein Medikament das eigene Denken beeinflussen kann.
Nun will ich erst einmal eine Weile ohne das Mittel auskommen.
Ausgelaugt, Brief, Schreiben
Ausgelaugt und ausgesaugt mache ich mich auf den Heimweg. Aus dem Briefkasten ziehe ich einen Brief aus Bonn und sofort ist wieder ein wenig Freude da. Lesen werde ich ihn heute noch nicht, denn ich muss mich dringend an den Roman setzen. Die Motivation, endlich diese eine vermaledeite Szene zu beenden, zwickt mich.
Ich bekomme die Szene einigermaßen hin und lasse es gut für heute sein.
Nach einer Dusche und anderer Körperpfleglichkeiten schneide ich zwei große Scheiben vom gestern gekauften „Hausbrot“ des Biosupermarktes ab. Ich bin enttäuscht, dass in dem Brot gigantische Luftlöcher sind und nehme mir vor, demnächst wieder kompakte Kastenbrote zu kaufen. Die Scheiben belege ich mit Käse, Radieschen und einem im Speisefön aufgeknusperten TK-Hähnchenschnitzel. Sie sollen morgen als Mittagessen dienen.
Abend
Der Abend gehört dann dem Schwingsessel und der Lektüre. Die Artikelserie „This. Isn‘t. Sparta“ will beendet werden. Nach den vielen grausigen Details zur Agoge und der Sklaverei sind diesmal die Strategien und die Logistik der „Spartaner“ dran und dabei haben die angeblichen Superkrieger dermaßen versagt, dass es schon fast wieder komisch ist.
Aber ein wirklich gutes Brot hat immer Löcher, wobei ich zugestehen möchte, dass Bio nicht zwangsläufig mit gut einhergeht…
Ich hätte mal ein Foto machen sollen. Die Löcher sind so groß, dass ein gekochtes Ei durchfallen könnte. Da ist denen beim Backen wohl die Gärung durch die Decke gegangen.