Nacht
Mittelgute Nacht. So erschöpft ich den
Tag über war, so sehr lässt der Schlaf sich jetzt bitten. Häufig muss ich die Toilette aufsuchen.
Traum von der Verheißung
Mir träumt von einer frischen, alten Liebe. Wir sind verreist und wollen gemeinsam mit einer jungen Engländerin Quartier beziehen. Vorher habe ich aber noch wichtige Dinge (Kopfhörer, Notizbücher) der jungen Engländerin im Hotelzimmer deponiert und mir ist es sehr wichtig, dass sie ihre Sachen wiederbekommt. Also biete ich ihn, sie zu holen, während die junge Dame und meine Begleitung in einer Turnhalle warten.
Im Hotel lege ich mich hin, werde aber von einem Notarztteam geweckt, welches über den Gang stürmt. Ein Mann wird in einem Bürostuhl fortgeschoben. Über ihm hängt ein Wald von Infusionen.
Zurück in der Turnhalle erzählt mir eine Betreuerin die Geschichte hinter der Notfall: Die Kinder ihrer Jugendgruppe wurden aus STRUKTURELLEN GRüNDEN in den Zimmern zusammengewürfelt und nun gäbe es Konflikte. Die Betreuer hingegen hätten es lieber gehabt, wenn man die Kinder erst hätte einzeln betreuen können. Die Betreuerin ist jetzt meine alte frische Liebe und man lässt uns alleine. Ich küsse ihre mit Tränen benetzten Wangenknochen. Ihre Lippen sind für mich tabu wegen der Möbelbeize. Es kommen immer mal wieder Leute in die Turnhalle, um etwas auszumessen. Die neue alte Liebe träumt davon, dass wir gemeinsam auf eine evangelische Jugendfreizeit fahren und ich dort einen Dienstausweis tragen kann. Ich sage ihr, dass ich alles tue, was sie glücklich macht.
Morgen
Ich wache um zwanzig nach
drei Uhr auf, schlummere aber noch bis zwanzig nach vier Uhr. Zum Frühstück Kraftfutter mit Weintrauben (hell). Rucksack und neue Tasche sind schnell gepackt.
Träume, Erinnerungen
Der Traum der letzten Nacht war wohl eine schöne Erinnerung an alte Zeiten. Es macht mir ein warmes Gefühl, mich daran zu erinnern, wie glücklich ich mal war. Jetzt muss ich dem Glück nicht mehr hinterherrennen, denn es liegt im Schatzkästlein der Erinnerungen sicher verwahrt.
Sozialkontakt, Mittagspause, Nerven
Zum Glück fällt heute eine der zwei regelmäßigen Besprechungen aus. Die im Kalender verbleibende saugt mich trotzdem ganz schön aus. Meinen kurzen Redebeitrag kriege ich dennoch einigermaßen hin. Es sind wieder seltsame Pläne in hohen, quadratischen Köpfen entstanden.
Mittagspause, Fluchtgedanken. Die Welt ist wieder feindlich: Jede Hausecke giftet mich an, jedes Blatt auf dem Gehweg ist mir feindlich gesinnt. Geländer verwandeln sich in meinem Kopf in die reinsten Vorwürfe.
Die Nerven brennen und ich habe nichts zum Löschen.
An meinem geheimen Geheimplatz läuft ein Hundepärchen vorbei. Hundeherrchen schwingt lustig ein Hundekotbeutelchen in der linken Hand. Das versöhnt mich wieder ein bisschen mit der Realität.
“Sweet Dreams“ von Eurythmics.