Nacht
Der Schlaf ist ein wenig unruhig, aber ich bekomme doch eine Menge von ihm ab. Es tut gut, mal ohne Ohrenstöpsel schlafen zu können, denn in der alten Heimat ist es viel ruhiger als in der großen Stadt.
Traum von der Kirche
Mir träumt, ich bin in einem Nebenraum einer orthodoxen Kirche untergebracht. Ich schlafe vor der Kirche und als ich aufwache und mir die Zähne putze, fällt mir ein, dass ich den Schaum besser nicht an die Kirchenmauer spucke, denn das könnten die Mönche ja als Schändung auffassen. Also laufe ich ein Stück, bis ich ein paar Bäume finde.
Dann überprüfe ich mein umfangreiches Gepäck und alles (auch das MacBook im Rucksack) ist noch da. Bei den Mönchen geht nichts weg!
Später esse ich noch mit der Ex-Schwägerin und dem Ex-Schwippschwager. Es gibt ein köstliches alkoholfreies Bier dazu. Bevor ich mich wieder hinlege zur Nacht, schaue ich noch eine Folge Neo Magazin Royale auf einem Röhrenfernseher, der von außen an der Kirchenmauer befestigt ist.
Morgen
Ich stehe erst gegen sieben Uhr auf. Der Konflikt auf der Arbeit hängt mir noch nach. Ich mache mir Notizen dazu im privaten Tagebuch, möchte aber mich aber nicht über verschüttete Milch grämen.
Die innere Veränderung hat mit der ganzen Sache zu tun und ich muss annehmen, dass mich das zwar alles zutiefst erschöpft, aber ich durch den Prozess durch muss.
Das Sauerland ist trüb und grau.
Ein Bierbike zum Schieben bummbummt die Straße runter. Eine fröhliche Horde Jungmänner pinkelt hinter den Stromkasten.
Nachmittagsruhe
Die Sonne wärmt und zaubert Lichtreflexe auf die geschlossenen Lider. Eine Hummelsummt, irgendwo flappert ein Hubschrauber. Sonst hört man nichts außer dem Wind.
Spaziergang zur Eule
Nachmittagsspaziergang über die Ruhr nach Fröndenberg. Ich nehme spontan die Straße zum Kanu-Club, weil ich da noch nie war obwohl auf der anderen Seite des Flusses nahezu in Sichtweite aufgewachsen bin. Ich laufe einen verschlungenen Pfad entlang. Dann über eine Wiese. Als ich mich wieder auf den Rückweg mache, hält ein Auto neben mir. Der Fahrer klärt mich auf, dass ich mich auf Privatbesitz befände und ich mich hier nicht aufhalten dürfe. Er tut dies aber recht freundlich und erklärt mir, dass das Grundstück einem Angelverein gehören würde. Er erzählt mir auch, welche Grundstücke hier unten an der Ruhr gehören. Ich verabschiede mich freundlich und ziehe erleichtert von dannen.
Dann laufe ich den Berg hinauf und entdecke den Lunapark, eine kleine Grünanlage inmitten eines Wohngebiets. Hier setze ich mich auf eine Bank und freue mich über das Sonnenlicht in den Blättern.
Auf dem Weg den Berg runter fotografiere ich die Stelle, an der eigentlich ein Radfahrerdenkmal stehen müsste. Doch es ist gerade verreist. Der Weg die Eulenstraße ist wegen des Gefälles und dem Fehlen jeglichen Bürgersteigs für Fußgänger und Radfahrer arg gefährlich, also suche ich mir einen Fußweg in der nahen Siedlung.
Pünktlich zum Grillen bin ich wieder am Elternhaus. Die Ente sitzt auf ihrem Nest und guckt demonstrativ zur Hauswand (ich schaue nur von weitem).
Abendspaziergang
Nach dem Essen ruhe ich ein wenig, weil mir mal wieder die Augen zufallen. Seitdem mir klar ist, was diese Müdigkeit verursacht, kann ich sie besser akzeptieren. Nach einer Stunde laufe ich eine Runde mit meiner Mutter und danach noch alleine durch das Dorf. Erinnerungen an verstorbene Freunde sind da. Auch hier verändert sich überall die Welt, auch wenn sie es langsamer zu tun scheint als in der Stadt. Vielleicht habe ich aber auch nur einen anderen Blick auf diesen Ort.
Radfahrerdenkmal „Eule“

Abfahrt

Nutria
