2026-04-24: Kraftlosigkeit, Elternbesuch

Nacht

Guter Schlaf dank Ohrenstöpsel, viel Bewegung und einem langen Tag.

Morgen

Ich wache gegen halb sechs Uhr auf (ich habe ja auf der Arbeit angemeldet, dass ich später komme und den Wecker auf sechs Uhr gestellt), bleibe aber noch bis kurz vor sechs Uhr genüsslich liegen.

Der Aufstand und die Herstellung der Abmarschbereitschaft verlaufen ruhig und gelassen. Ich habe sogar Zeit, mir ein Baguette für die Mittagspause mit Käse und Salami zu belegen.

Gewicht

Das heutige Wiegen bringt eine gute Überraschung: 94,8 kg! Ich bin wieder im stabilen Bereich, auch wenn ich vermute, dass der Messwert heute eher auf einen leichten Flüssigkeitsmangel zurückzuführen ist.

Fahrt zur Arbeit, Alpha

Letztens ist mir aufgefallen, wie viel besser ich auf der mechanischen Tastatur des Alpha als auf dem Magic Keyboard des iPad tippen kann. Also packe ich den Alpha in die Lieblingstasche und das iPad in den Rucksack. Das passt doppelt, denn die Lieblingstasche ist ja recht (Leder) und der Alpha recht leicht (Plastik, Luft).

Ich nehme den RE5, der um 07:42 Uhr abfährt.

Meine Stimmung ist stabil, obwohl ich nachher ein Pferd in der Bar erwarte.

Field Writing: Rheinufer, Rosengarten

Mittagspausenausritt. Der Rheinufer in Düsseldorf ist mal wieder von weißen Zelten überwuchert. Am Sonntag ist Marathon. Gabelstapler stapeln Gitter. Flatterband und Signalwesten. Wie jedes Mal denke ich: Lasst doch die Buden einfach stehen! Vom Weihnachtsmarkt über den Bücherbummel und dem Sportfest zum Japantag. Wozu sich die ganze Arbeit machen? Vielleicht könnte die Stadt Düsseldorf ja einfach feste Stände überall hinbauen, welche dann nach jedem Event einfach mit einem Hochdruckstrahler abgespritzt werden können.

Irgendwie finde ich den Weg in den Rosengarten. Mir ist kalt und ich versuche, ein wenig wärmende Sonne abzubekommen. Die Kanadagänse fühlen wie ich, aber immerhin scheißen sie nicht die Parkbänke so voll wie die Wege.

Ich spüre in einer Sache eine gewisse Selbstwirksamkeit und hadere ein wenig mit mir selber, weil ich diese Art von Selbstwirksamkeit eigentlich überhaupt nicht möchte. Am Ende überwiegt aber das gute Gefühl, mir nicht auf der Nase herumtanzen zu lassen.

Depression?

Mir wird bewusst, dass ich schon seit einiger Zeit hier viel über Erschöpfung und Kraftlosigkeit schreibe, obwohl ich mein „tiefes Tal“ eigentlich schon überwunde habe. Aber im Moment stellt sich mein inneres Leben total um und das muss ich – um es mal wie ein mir bekannter Ingenieur zu auszudrücken – im laufenden Betrieb die Produktion umstellen.

Gerade meine Arbeit leidet darunter. Dort mache ich zur Zeit nur das Nötigste. Meist verbringe ich meine Arbeitstage alleine in meinem Büro, möchte möglichst wenig kommunizieren.

Heute gab es eine Konfliktsituation. Meine Kollegin hat die auch alleine gut gelöst, aber ich hätte ihr eigentlich beistehen sollen. Das konnte ich aber nicht. Es war einfach nichts da, ich bin sitzen geblieben.

Meine Energie versuche ich gerade, in die Dinge zu stecken, die mir gut tun: Freunde und Familie. Bewegung und eben die Arbeit an mir selbst. Ich denke, das meint mein Therapeut, wenn er sagt, dass ich für mein Leben selber Verantwortung übernehmen muss. Nur habe ich das mit der Selbstverantwortung nie wirklich gelernt. Ich bin eigentlich immer mitgeschwommen, habe Erwartungen erfüllt. Habe das getan, was man von mir erwartet hat oder das, von dem ich dachte, dass man es von mir erwartet.

Das mir die Investition meiner Kraft in mein wirkliches Leben gerade gelingt (auch wenn es ganz schön schwer ist), ist für mich ein Zeichen, dass ich – zumindest im Moment – nicht in die Depression rutsche.

Auf der Arbeit wird so viel Wind um so komplett unwichtige Dinge gemacht, dass ich einfach nicht mehr mitventilieren kann.

Immerhin mache ich Fortschritte: Ich kann aushalten, wenn Leute sauer auf mich sind und habe keine schlaflosen Nächte mehr wegen so etwas.

Fahrt zu den Eltern

Nach Feierabend fahre ich zu meinen Eltern. Umstiege usw. klappen sehr gut. Ich kann im Zug lesen.

Daheim zeigt mir mein Vater das Nest der Ente, die am Hof vor dem Elternhaus auf einem Bett unter einem Strauch nistet. Das Nest ist direkt an der Hauswand und nur wenige Meter von den Mülltonnen entfernt. Da die Ente gerade auswärts zu tun hat, bestaune ich die Entendaunen und die 12 wunderschönen Eier.

Der Platz, den die Ente sich ausgesucht ist, ist schon ein bisschen seltsam, aber sie brütet hier schon zum zweiten oder dritten Mal und bisher hatte sie immer Erfolg. So ein Tier sucht sich den Nistplatz ja nicht einfach so aus. Ist vielleicht die Nähe zu uns Menschen ein Vorteil? Immerhin gibt es hier wenige Nesträuber. Der Nistplatz, eingekeilt zwischen Hauswand und den Begrenzungsplatten des Hofpflasters, ist auch leicht erhöht und wenn ich ehrlich bin, würde mir das Nest überhaupt nicht auffallen, wenn ich nicht wüsste, dass es dort ist. Vielleicht erwarten potentielle Nesträuber auch nicht, dass sich unter diesem Strauch ein Nest verbirgt.

Hinter dem Elternhaus bestaune ich den Stumpf des alten Walnussbaumes. Der musste vor kurzem gefällt werden, weil er krank, zu groß und zu nah am Haus war. Ich kannte den Baum schon, als er gepflanzt wurde und nun scheint die Abendsonne ungehindert unter das Abdach. Mutter und ich setzen Sonnenbrillen auf.

Wärme von außen und innen.

Zeitig zu Bett.

Engelchen

Stimmung
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