2026-04-23: Spartacus-Traum, Bochum

Nacht

Die erste richtig gute Nacht seit Nächten. Die Ohrenstöpsel sind bis irgendwann in den frühesten Morgenstunden (nicht auf die Uhr geschaut) drin.

Der Wecker weckt mich um vier Uhr und ich stehe ganz gut erholt aus.

Traum von Spartacus

Mir träumt, die beste Ex-Frau, der Thronfolger und ich schauen einen schwarz-weiß-Film, der im zweiten Weltkrieg spielt. Es geht darin um eine Panzerdivision der Wehrmacht, denen die neuesten Panzer fehlen. Man überlegt, wie man an die entsprechende Zuteilung durch die Industrie gelangen könnte. Ich habe die ganze Zeit das Gefühl, dass wir einen Propaganda-Film der Nazis sehen. Da schaltet die beste Ex-Frau von allen schon um und wir schauen „Spartacus“. Es handelt sich jedoch nicht um den Film von 1960, sondern um irgendeinen anderen Sandalenfilm, den man einfach umgelabelt hat. Leider läuft in einem anderen Programmfenster auch noch eine Filmkomödie aus den 70ern, wo man andauern nackte Brüste sieht. Mir ist das ein wenig peinlich.

Ich frage den Thronfolger, ob er Spartacus kennt und er erzählt von einem Sketch über einen Praktikanten. Ich lobe überschwänglich das Buch von Howart Fast aus dem Jahr 1957.

Morgen

Zum Frühstück Kraftfutter mit frischen Erdbeeren. Bei der Meditation bin ich abgelenkt, weil mein Geist so ungewöhnlich wach ist. Die nächsten zwei Tage werden anstrengend:

  • Auf der Arbeit ist „Boys Day“ und wir bekommen Jungherrenbesuch.
  • Ich fahre nach Feierabend nach Bochum ins Theater („Schrecklich amüsant“).
  • Morgen geht es direkt nach der Arbeit ins Sauerland zu meinen Eltern.

Zum Glück kann ich mir den Montag frei nehmen, denn neben einem Zahnärztinnen-Termin erwarte ich ja noch das Paket aus Amerika.

Müde

Unseren „Workshop“ beim „Boys Day“ bringen wir einigermaßen hinter uns. Danach mache ich viel zu spät Mittagspause. Bin unendlich müde, trotz der ganz guten Nacht. Könnte sogar im Gehen einschlafen. Bin sehr froh, dass ich das Wochenende verlängern konnte. Morgen noch einen Tag durchhalten und dann bei den Eltern ein wenig durchhängen.

Ich sitze am Hafen an der stillen Ecke. Vor dem teuren Hotel stehen Sportwagen herum. Menschen in Anzügen umvölkern die Sportwagen. Sie sehen nicht so aus, als ob sie Anzüge tragen sollte.

Nebenan dreht ein „Team“ ein Werbevideo. Sie stellen sich hintereinander auf und laufen dann affektiert hampelnd auf einen Selfie-Stick zu. Stell Dir vor, Du arbeitest irgendwo, weil Du Geld brauchst und dann erwartet man von Dir, dass Du Dich für „das Team“ derart zum Affen machst. Da soll noch mal einer was gegen den öffentlichen Dienst sagen! Bei uns wird man zu so etwas nicht gezwungen.

Meine Gedanken kriechen über die Holzplanken in die Vergangenheit. War hier nicht mal eine Strandbar? Richtig! Das „Monkey Island“ war hier der große Renner, aber dann musste ja unbedingt alles zubetoniert werden. Ist ja auch viel praktischer und außerdem muss man ja auch die Sportwagen irgendwo parken können.

Bochum

Ich laufe durch das Bermuda-Dreieck. Die Stimmung ist gelöst. Ich spüre eine unglaubliche Erleichterung darüber, dass ich nicht mehr saufe, denn ich würde mich hier und jetzt komplett auflösen.

Vor dem Schauspielhaus sitze ich auf der Mauer auf der Lauer. Die Bierwilligen sammeln sich in den letzten Sonnenpfützen. Von weiter hinten plätschert Techno-Musik heran. Der eine Betrunkene schreit die Flaschensammlerin an. Dabei tut er so, als würde er stottern. Ein Typ steht bei einer Gruppe Jungmänner herum und trägt die ganze Zeit einen Motorradhelm.

Tana Schanzara schaut sich das Treiben freundlich winkend an.

Schrecklich amüsant

A. liest mich auf der Treppe vor dem Schauspielhaus auf. Wir sind kurz verwirrt, weil das Stück, dass wir sehen wollen, in den Kammerspielen und nicht wie wir vorher vermutet haben, im großen Saal. Doch es geht noch alles gut aus.

Es tut mir gut, mal wieder im Theater zu sein, obwohl ich ständig befürchte, wegen meiner großen Müdigkeit einfach einzuschlafen. Doch die Inszenierung hält mich wach. Wir lachen viel. Die Inszenierung baut immer wieder kleine Überraschungen ein, damit der Monolog nicht eintönig wird. Stefan Hunstein springt auch immer wieder in im Erzählen in andere Rollen. Ich kann das, was Antje van Bürck über das Stück und seine Inszenierung geschrieben hat, nur unterstreichen.

Nach dem Applaus müssen A. und ich uns schnell voneinander verabschieden, weil ich zum Bahnhof und schnell nach Hause muss. Es ist schon sehr spät für mich und ich muss ja am nächsten Tag arbeiten. Zum Glück bekomme ich einen pünktlichen RE1 und kann gegen 23 Uhr ins die Federn sinken.

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