2026-07-27: Fahrt nach Weiden in der Oberpfalz

Nacht

Unruhige Nacht. Träume wirr und überdreht. Irgendwas mit KI, bzw. explizit ohne KI.

Morgen

Schon wie am Tag der Reise nach Berlin und Brandenburg wache ich auf und denke mit einem Blick auf die Uhr: “Noch 20 Minuten? Da kann ich ja auch gleich aufstehen!“

Doch dann sehe ich, dass es erst zwanzig vor vier und nicht zwanzig vor fünf Uhr ist. Erleichtert döse ich weiter.

Morgens dann leichte Übelkeit und Schwindel. Ich werde niemals wieder Chips essen!

Beim Aufstehen bin ich vorsichtig und es geht ganz gut. Zum Frühstück Kraftfutter mit großen TK-Erdbeeren. Lecker, aber eigentlich habe ich keinen Hunger. Da die Erdbeeren aber schon aufgetaut sind, müssen sie auch aufgegessen werden.

Reise nach Weiden in der Oberpfalz

Ich fahre reichlich früh zum Hauptbahnhof. Die DB benachrichtigt mich, dass ich auf einen anderen Platz umgebucht werde. Immerhin weiß ich nun bescheid und alles scheint zu funktionieren.

Am Bahnsteig riecht es nach Urin.

Ich wurde auf einen anderen Platz umgebucht und sitze in einem Ruheabteil. Sofort entsinne ich mich meiner Berufsehre, knüpfe mir einen Dutt und sage “Psssst!“, während ich den Zeigefinger auf meine Lippen lege.

Im Ruheabteil ist es sehr ruhig. Ein offensichtlicher Geschäftsmann telefoniert ein paar Mal, ist aber dabei betont leise.

Einmal sehe ich den Zugbegleiter, wie er in ein Gerät spricht, dass wie das Mobilteil eines Festnetztelefons aussieht. Damit macht er also seine Durchsagen! In meine Vorstellung hätte er für eine Durchsage eine Klappe in der Wand öffnen und so einen an einem Kabel befestigten Hörer greifen müssen.

Auf der Fahrt kneift und brummelt der Bauch. Es fühlt sich so an, als würden die Chipsgewürze von gestern Abend ausgasen. Als mein Vater ungefähr so alt war wie ich, fing es bei ihm an, dass er bestimmte Gewürze nicht mehr vertrug. Vielleicht geht das bei mir auch so langsam los.

Die Zeit bis Nürnberg vergeht recht flott. Ich verbringe sie mit dem Lesen der Blogs und Feeds. Irgendwie war in der letzten Zeit dafür zu unruhig.

Nach einiger Zeit komme ich langsam in den Reise-Modus. Beim Lied “HotelRoom-Ballad for J“ von Malcom F werde ich melancholisch.

Umstieg in Nürnberg. Ein verwackeltes Foto von der Haupthalle für die Lieben daheim (ich war ja schon mehrfach hier), dann – husch! husch! – zum Klöchen. Für eine Blumengabe am Schrein von Markus Söder bleibt keine Zeit. Immerhin gelingen biologische Notwendigkeiten und der Gleiswechsel zügig und problemlos.

Nicht nur in Hamm, sondern auch in Neukirchen (b. Sulzbach-Rosenberg) werden Züge geteilt. So auch dieser. Ob in Franken (oder ist das hier schon die Oberpfalz?) auch Comedians ihren Lebensunterhalt mit Zugeteilungswitzen bestreiten?

Ankunft, Klassik Hotel am Tor

In Weiden ist es sehr warm, als ich aus dem Zug steige. Mich empfängt ein großes Schild auf englisch, welches GIs darüber aufklärt, dass Schwarzfahren in Deutschland ein Verbrechen ist („Don‘t be THAT guy!“).

Der Weg zum Hotel führt mich einmal quer durch die Altstadt. Es ist sehr schön hier! Die Oberpfälzer scheinen sich als Bayern zu sehen (im Gegensatz zu vielen Franken). Ich bin auch leicht verwundert, die Menschen hier bayerisch (oder zumindest etwas ähnliches) sprechen zu hören. Das liegt aber eher an mir, weil ich als Einwohner von Nordrhein-Westfalen bei „Pfalz“ natürlich eher an Rheinland-Pfalz und das Saarland (die ja auch Pfälzer sind, auch wenn man das dort niemals sagen sollte) denkt.

Die Menschen sind sehr freundlich.

Das Hotel klebt am alten Stadttor und teilt sich mit der Stadtmauer einige Wände. Mit einer gewissen Verwunderung entdecke ich im Flur eine Schießscharte, die sich jedoch nicht nach draußen, sondern in einen weiteren Raum hin öffnet. Auf einer historischen Wandkarte von Tschechien finde ich Sasau, Kuttenberg und Trosky — das sind Orte, die in KCD1 und KCD2 wichtige Rollen spielen. Da wird mir erst bewusst, dass Tschechien von hier ja auch nicht mehr so weit ist.

Das Zimmer ist übersichtlich und für mich genau richtig. Es gibt einen breiten Schreibtisch (Juchuu!) und für den Postwestfalen wäre es wegen ausreichender Hakenausstattung (zwei in einem offenen Schrank und ein Extra-Haken außen) auch geeignet.

Dies ist schon das zweite Hotelzimmer mit einer Minibar. Für mich ist es ein komisches Gefühl, neben einem Haufen Alkohol zu schlafen. Immerhin ist so ein Kühlschrank ganz nützlich, z.B. wenn man mit einem Lachs verreist.

Das WLAN (mit SSID und Passwort, kein „Hier Klicken!“-Captcha-Kack) scheint den Zugang zu einem richtigen Internet zu bieten.

Sprudelkauf

Nach dem Einchecken gehe ich erst einmal los, um Sprudel zu kaufen. Wenn ich verreise goutiere ich nämlich zuweilen auch mal das eine oder andere prickelnde Wasser. Unterwegs kommt mir eine junge Frau entgegen. Sie hat da was am Mund. Es glänzt und bewegt sich. Als sie näher kommt, erkenne ich, dass sie ein Zungenpiercing hat und die Kugel des Muskelkörperschmucks immer zwischen den Lippen hin und her wandern lässt. Mich würde so etwas ja in den Wahnsinn treiben!

Treffen mit AR

Nachdem ich mich, bzw. den Sprudel, einigermaßen sortiert habe, drehe ich ein paar Runden durch die Altstadt, bis ich AR von ihrer Arbeit abholen. Dabei lerne ich ihre Kollegen kennen. Quatschend laufen wir beide dann zu ihrem Haus, wo dann noch eine Freundin von ihr dazukommt. Wir sitzen lange zusammen und unterhalten uns.

Gegen halb zehn Uhr laufe ich wieder zum Hotel. Die Abendstimmung ist lau, es wird leicht kühl.

Glücklich und zufrieden ins Bett.

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