Nacht
Recht gute Nacht. Vielleicht liegt es daran, dass ich die Bildschirme gestern Abend zeitig ausgeschaltet und vor dem Schlafengehen “nur“ noch gelesen habe hab. Muss ich mal weiter beobachten.
Traum von der Kanalinsel
Mir träumt, ich bin zu Besuch auf einer Insel im Ärmelkanal. Ich zeige einigen amerikanischen Touristen die Verteidigungsanlagen aus dem zweiten Weltkrieg, bzw. was von ihnen übrig ist. Es liegen hier auch fast vollkommen verrottete Panzer herum. Man braucht schon Phantasie, um sie zu erkennen.
Später bin ich dann in meinem Jugendzimmer und finde alte Notizbücher. Melancholie erfasst mich und zieht mich bis auf den Boden runter. Die alten Zeiten, die alten Jahre, die alten Erinnerungen! Ich finde auch überraschend meinen Kaweco-Liliput-Füller wieder, obwohl der in Wirklichkeit unrettbar verloren ist.
Morgen
Ich bin früh wach und stehe um viertel vor vier Uhr auf. So kann ich ohne Stress auch schon die Morgenmeditation machen und die Blutdruckmessung vornehmen.
Beim Gewicht bin ich mit 98,0 kg wieder zweistellig. Das beruhigt und ich denke, ich bin wieder auf der Spur. Mein Körpergefühl wird auch wieder besser.
Schulheft
Vor dem Silberpalais liegt ein Mann im Schlafsack. Er schreibt konzentriert, aber mit spürbarer Eile etwas in ein Schulheft, dass er sich auf dem Bürgersteig ausgebreitet hat. Es sieht aus, als müsse er die Essenz der Nacht zu Papier bringen, vielleicht sogar die Essenz seines Lebens.
Display Zerowriter Ink
Das Display des Zerowriter Ink hat immer mal wieder Fehlstarts. Heute ist der halbe Bildschirm verzerrt. Meist hilft mehrmaliges Aus- und Einschalten mit einer gewissen Ruhepause. Dann ist alles wieder normal.
Wetter
Das Draußen ist trocken und klar. In der Luft liegt ein Sommergeruch. Noch 4,5 Arbeitstage bis zum Urlaub. Ich kann mich nicht daran erinnern, mich jemals so sehr auf einen Urlaub gefreut zu haben wie dieses Jahr.
Arbeitstag im Außen
Am Tag der Lagebesprechung ist volles Haus in the Library. Viele Gespräche. Ich bin sehr im Außen, zumal heute ja auch der erste (für uns) große Workshop stattfindet. Gott sei dank habe ich in der letzten Nacht gut geschlafen und habe eine Menge Energie zur Verfügung, welche ich verschwenderisch ausgebe. Zusammenbrechen kann ich ja später immer noch.
Zigarettenstummel
Mittags sitze ich im Rosengarten und schreibe ein paar Zeilen. Ein Mann in Jeans und weißem T-Shirt schleicht um mich herum. Er liest Zigarettenstummel auf, die auf dem Boden um die Parkbank herum liegen, auf der ich sitze. Er sucht auch die Ecken des kleinen Parks ab, allerdings wirkt er dabei fahrig und unsystematisch. Irgendwie ziellos.
Es sind wieder diese Tage, in denen die Menschen verrückt spielen. Sie hupen und schreien sich durch Straßenverkehr, fauchen sich in der Schlange vor der Supermarktkasse. Sie brüllen “Ich hasse Dich!“ in ihr Mobiltelefon, obwohl sie doch eine Eiswaffel in der anderen Hand halten. Die Verwirrten können bei dem Wetter nicht mehr schlafen und sind noch verwirrter als sonst schon. Sie verpassen die Grenze zwischen Tag und Nacht und laufen rastlos durch die Stadt. Treibgut mit unruhigen Beinen.
Workshop
Die Kollegin und ich geben unseren Workshop in vertrauter Runde. Trotzdem sind wir natürlich aufgeregt. Ich habe das Netzteil für meinen Laptop vergessen und muss mir noch eines in der IT leihen. Mit beiden Armen rudernd laufe ich damit an meiner Gruppenleiterin vorbei.
Unsere neu konzipierte Veranstaltung ruckelt noch hier und da. Vor dem nächsten Termin am Montag haben wir noch einiges zu tun.
Aufgeregt wie die Spatzen flattern wir in das Dienstgebäude zurück. Dort hacken wir noch schnell unsere Notizen in Confluence, bis wir uns dann in den Feierabend verabschieden.
Ich federe förmlich zum Hauptbahnhof. Dabei fühle ich mich großartig und habe Freude an der Bewegung.
Ungeordnet
Erbgeschoss