2026-07-08: Der Affengeist

Nacht

Die Nacht ist ein wenig weniger schlecht als die vorherige, aber noch lange nicht hinreichend. Keine Ahnung, was gerade im Busch ist – liegen meine Schlafprobleme vielleicht am wechselhaften Wetter? Der seltsam drückenden Luft?

Träume nicht erinnerlich.

Morgen

Wieder hole ich zwischen vier und fünf Uhr morgens ein wenig Schlaf nach. Dann treiben mich Hunger und Bewegungsdrang aus dem Bett.

Die Erdbeeren, die ich erst gestern gekauft habe, sind heute schon verschimmelt. Das ärgert mich doppelt, da es eher höherpreisige Erdbeeren sind. Der Gemüseladen hat ja eine gewisse Auswahl an Erdbeersorten in verschiedenen Preisklassen und Fruchtgrößen, so dass ich beim Obstkauf häufig eine Entscheidungsklemme um mein kleines Herz spüre.

Arbeitstag

Der (halbe) Homeofficetag schwankt zwischen „Mir fallen gleich die Augen zu!“ und „Jetzt aber ran!“. Ich muss noch einen Ablaufplan für den morgigen Workshop zusammenstellen und hoffe, dass der meiner Kollegin und mir dienlich sein wird.

Romanarbeit

Heute mache ich ein wenig früher Feierabend und lege mich noch für eine halbe Stunde ins Bett, bin dann aber doch zu unruhig für einen Mittagsschlaf. Auf dem Balkon trinke ich noch in alkoholfreies Köpi, das nicht unerheblich zischt.

In der Stadtbibliothek lektoriere ich ein paar Szenen. Dabei organisiere ich die noch offenen Arbeiten am Kapitel in Ulysses mit Schlagwörtern („tags“) und intelligenten Ordnern. Das geht fix und ich kann bald loslegen. Lesen tue ich meine Texte als PDF-Export in der App „Vorschau“ und mache meine Korrekturen und Anmerkungen mittels Apple Pen. In einem späteren Schritt arbeite ich die Änderungen dann meist am Mac im Ulysses-Projekt ein. Dann wiederhole ich den ganzen Vorgang für den Korrekturdurchgang. Danach gilt die Szene, bzw. das Kapitel als „fertig“.

Bei aller Selbstkritik bin ich im Großen und Ganzen recht zufrieden bisher.

Espresso und Entspannung

Nach ein paar Szenen kann ich aber nicht mehr und ich gehe zum Lieblingsbarista auf einen doppelten Espresso. Hier tippe ich auch diese Zeilen. Für einen kleinen Moment empfinde ich so etwas wie Entspannung.

Was Markus über seinen beknackten Tag schreibt, kann ich sehr gut nachfühlen, denn ich kenne das auch von mir. Mir hilft dabei sehr die Meditation, weil sie mir hilft, den unruhigen Geist von außen zu sehen und mich nicht mehr ganz so von ihm mitreißen zu lasen. Der Affengeist hüpft von Ast zu Ast und will ständig abgelenkt werden. Man kann ihn nicht einfangen (oder falls doch nur mit großem Aufwand und nur kurzfristig), sondern man sollte ihn einfach springen lassen. Irgendwann beruhigt er sich nämlich von alleine. Das erfordert aber ständige und stetige Arbeit. Sie kostet mich viel Kraft.

Abend

Nach der Gruppe wieder ganz schön erschöpft.

Das Thema eines neuen Gruppenmitglieds berührt mich persönlich sehr, holt Erinnerungen wieder an die Oberfläche. Zum Glück bin ich in meinem Leben schon weiter.

Daheim dann ein paar organisatorische Dinge am Mac. Dann schalte ich die Geräte aber aus und lese vor dem Schlafengehen noch eine halbe Stunde in “Die Evolution der Gewalt“.

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