2026-07-03: Fahrt nach Bremen

Nacht

Ziemlich gute Nacht. Ich wache gegen halb vier Uhr auf, aber da ich heute reisebedingt erst später los muss, schlafe ich bis fünf Uhr weiter.

Traum von der Fortbildung

Mir träumt, ich bin in Oberhausen auf einer Fortbildung. Mit dabei ist auch eine Truppe von drei Männern und einer Frau, welche gerne kleine lustige Hörspiele produzieren. Sie nutzen dazu jeder eine speziell dafür programmierte App. Jeder, der gerade an der Reihe ist, klickt seine Figur an und legt los. Leider wird die Einleitun des aktuellen Stückes von einer KI gesprochen. Ich hätte es besser gefunden, wenn die Frau sie eingesprochen hätte, denn sie ist mit Herzblut bei der Sache.

Nach der Veranstaltung gehe ich noch lang und weit spazieren, bis ich in meine Unterkunft, eine sehr große Ferienwohnung, zurückkehre. Auch wenn es bereits nach zwei Uhr nachts ist, möchte ich hier nicht bleiben, sondern noch nach Duisburg fahren. Übernachtet habe ich hier auf dem Sofa, aber viele meiner Sachen liegen im Schlafzimmer. Erst als ich das Licht eingeschaltet habe, bemerke ich, dass ich einer von der lustigen Truppe hier im Bett liegt und schläft. Erst jetzt wird mir bewusst, dass wohl mehrere Leute in dieser Ferienwohnung untergebracht worden sind! Schnell schalte ich das Licht wieder aus und hole meine Sachen. Der Typ wird trotzdem wach und steht auf. Überall stehen leere Sektflaschen herum. Ich entschuldige mich für die Störung, aber der Mann winkt nur freundlich ab. Später kommen noch andere Lehrgangsteilnehmerinnen und -teilnehmer dazu. Man ist sektselig. Ich aber möchte nach Hause.

Unterwegs muss ich aber noch in die Schule. Auch hier soll ein Rollenspiel stattfinden. Ein Schüler schiebt einen Vorhang an der Wand beiseite und eine Tafel mit einem aufgemalten Kaufmannsladen kommt zum Vorschein. Die Lehrerin spielt eine Kundin. Ein paar Herren und ich müssen die Rolle von Influencern übernehmen. Das fällt mir schwer, weil ich die Namen der ganzen bekannten Youtubeschwätzer nicht kenne.

Morgen

Als mich der Wecker weckt, bin ich gerade tief mit meiner Gewichtsdecke verstrickt und komme nur mühsam aus den Tiefen der Träume an die Oberfläche der Wirklichkeit.

Zum Frühstück Kraftfutter mit zwei Äpfeln (müssen mal weg). Routiniertes Packen der restlichen Dinge in den Dufflebag. Ich schalte die Überwachungskamera und mache mich auf den Weg nach Düsseldorf, denn vor der Reise hat der Herr die Arbeit gesetzt.

Gemütliche Fahrt mit dem RE19 nach Düsseldorf.

In Tirana gibt es Großdemonstrationen gegen ein geplantes Luxus-Ressort in einem Naturschutzgebiet. Demonstranten bewerfen Polizisten mit Eiern und Mehl. Wenn jetzt noch Paniermehl dazukommt, würde ich anfangen, mir Sorgen zu machen.

Gewicht

Das Gewicht ist wieder zweistellig und das beruhigt mich mehr als mir lieb ist. Es geht weiter. In einer ruhigen, dunklen Ecke meines Kopfes entstehen die Brüder Wunsch und Gedanke, vielleicht doch mal in Richtung Normalgewicht zu gehen.

Besprechung

Eine längere Sitzung (Verbundsitzung), in der ich nur stiller Teilhaber bin. Zwischendurch kann ich meine Knifte essen und auch im Büro zuhörend ein wenig hin- und herlaufen.

Der Freitag erfüllt mich mit Vorfreude. Nicht weit von mir entfernt vorfreut sich jemand auf einen Konzertbesuch und ich freue mich schon auf die Fahrt nach Bremen.

Das Leben ist (ein bisschen) schön.

Fahrt nach Bremen

Am Hauptbahnhof ist die Hölle los, denn es ist nicht nur Freitag, sondern es spielen auch die Toten Hosen.

Wegen einer Oberleitungsstörung hat mein ICE fast eine Stunde Verspätung. Ich verliere ein wenig die Nerven (die drangvolle Enge auf den Bahnsteigen wird mir zu viel) und ich kaufe mir beim Fastfood-Giganten Burger. Immerhin keine Pommes, immerhin keinen Zucker.

Im Zug ist es dann erstaunlich ruhig und gesittet. Der Zugführer sagt die Situation an: Die normale Strecke nach Duisburg ist gesperrt, wir werden über die S-Bahngleise geleitet. Die Verspätung wird sich wegen Stau noch weiter erhöhen. Immerhin sitze ich im Zug und ich sitze gut. Die Nerven flattern aber noch gehörig nach.

Der Zugführer erklärt außerdem, wie man nach Abschluss der Fahrt seine Fahrgastrechte in Anspruch nehmen kann. Ich finde es vor dem Hintergrund der ganzen Probleme der DB wenigstens als ehrlich. Man steht dazu, dass es nicht läuft und man bekommt immerhin etwas Geld zurück. Letztens hat Herr Buddenbohm ja geschrieben, dass jeder Tag ein “immerhin“ braucht (oder ähnlich – ich kann gerade nicht nachsehen). Die Deutsche Bahn hat auch ein großes “Immerhin“ verdient.

B&B

Am Hauptbahnhof in Bremen kaufe ich eine Rosinenschnecke und einen Streuseltaler. Schamgefühle, Nervenbrand. Immer noch besser als Alkohol, denke ich.

Das Hotel ist nett, irgendwie klein (im Sinne von niedlich) und angenehm. Obwohl ich online eingecheckt und schon Zimmernummer und Türcode bekommen habe, melde ich mich an der Rezeption, weil mir das sonst komisch vorkommt. Der Rezeptionistin sage ich das auch und die freut sich darüber. Immerhin erfahre ich, dass ich doch Frühstück für zwei Tage gebucht habe – in der Buchungsbestätigung war das ein wenig undeutlich.

Das Zimmer ist für mich in Ordnung. Es gibt mehr Ablageflächen als im Ibis Budget und man sitzt zwar auch nur auf einem Hocker (es gibt zwei davon, falls mal Besuch kommt), aber der an der Wand angebrachte Tisch ist stabil und von praktischer Größe.

Alles scheint hier gut organisiert und durchgetaktet zu sein: Zimmerreinigung nur alle drei Tage, kommt jemand mit einem Tiger oder einem Höllenhund ins Hotel, wird jedoch täglich gereinigt. Will man vor Ablauf der Schmutzfrist einen feuchten Feudel in der Bude haben, kann man einen QR-Code scannen. Ich bin versucht, das mal ausprobieren, doch ich widerstehe der Versuchung. Bin ja kein Hund.

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