Netzfunde

Ein mittleres Ergebnis

Unten an der Alster konnte man wie immer bei solchem Wetter auch tagsüber nicht mehr spazieren gehen. Weil die Trotzdemjogger, also die mit den hochroten Köpfen und dem ungesunden Flackern auf den Wangen, die mit dem verdächtig unrhythmisch gehenden Atem und mit den leicht irren Blicken einem sonst vielleicht kollabierend vor die Füße gefallen wären. Von der Hitze, vom Sport, vom Freizeitstress und von ihrer etwas grotesken Selbstüberschätzung niedergestreckt.

Aber auch ein Aufruf zur Solidarität


Alle Räder stehen still… Resilienz, anyone?

Thomas bleibt mit dem Zug stecken und macht sich Gedanken über Resilienz.

Das Thema der gesellschaftlichen Resilienz ist ja eines meiner Steckenpferde und ich befürchte, wir sind noch auf Jahre hinaus in der Gefahr, von irgendwelchen Finsterlingen innerhalb und außerhalb des Landes lahm gelegt zu werden.

Die Ursachen dafür sind natürlich die sogenannte „Friedensdividende“, bei der neben einem Haufen Waffen eben auch jedwede Resilienz über Bord geworfen worden ist. Sirenen wurden abgebaut. Redundanzen wurden nicht mehr gepflegt. Es wurde nicht mehr geübt, nicht einmal mehr an den Ernstfall gedacht. Kostenrechner rechneten aus, dass die Gefahr für den Ernstfall nur noch Nullkommafastgarnix sei und Führungskräftedarsteller haben dann entschieden, dass sich die Ausgabe dafür also nicht lohnen würde. Erinnert Ihr Euch noch an die Klimaanlage bei der Bahn, die nur bis zu einer bestimmten Hitze funktioniert haben?

Mein ehemaliger Chefdarsteller war ein regelrechter Feind jedweder Wartung. Er hasste unsere alte Telefonanlage, weil er doch lieber mit neuem Spielzeug nach oben hin „glänzen“ wollte. Die jährliche Wartung der Anlage (kaputt war sie eigentlich nie) war ihm ein Dorn im Auge (Kosten für den Techniker waren vielleicht 300 Euro insgesamt). Einmal war im Arbeitsplatzrechner eines Netzwerk-Admins (!) das Netzteil kaputt. Da kein gebrauchtes Netzteil mehr zur Verfügung stand, musste ein neues bestellt werden – nach einem umfänglichen Beschaffungsprozess. Als ich dann gefragt habe, warum man nicht mal ein oder zwei Netzteile im Lager ins Regal legt, wurde ich belehrt, dass „Lagerhaltung Geld kosten“ würde und außerdem bekäme man heutzutage Ersatzteile „just in time“. Die LKWs auf den Autobahnen seinen doch „rollende Lager“.

Das Netzteil hat sich der Admin übrigens privat von seinem eigenen Geld gekauft und eingebaut, damit er endlich weiter arbeiten konnte.

Ich vermute, im öffentlichen Dienst und in großen Unternehmen gibt es eine Menge solcher Typen wie meinen ehemaligen Chefdarsteller.


Russlands Su-75: Warum Perfektion im Luftkampf zur Schwäche wird

Russlands jüngster Vorstoß zur Ausweitung der Verteidigungskooperation – einschließlich Angeboten für den Su-57-Tarnkappenjäger, Langstreckendrohnen und U-Boote – stieß in Indien auf verhaltene Reaktionen, berichtet die indische Zeitung The Hindu. Indien habe nicht viel Interesse an den von Russland angebotenen Ausrüstungen gezeigt, sagte ein hochrangiger Beamter gegenüber The Hindu. Man konzentriere sich sehr stark auf die Entwicklung indigener Produkte.

Bin ich der einzige, der an dieser Stelle die Wahl des Begriffes „indigen“ lustig findet?

Übrigens ein interessanter Ansatz, wobei die Kostenfrage natürlich auch nach hinten losgehen kann, denn die „Loyal Wingman“-Drohnen des Westens sind noch um ein Vielfaches günstiger als eine Su-75 je sein kann. Auf der anderen Seite gibt es sicher einige Einsatzprofile, die eine „bedrohnte“ Su-75 auch ohne menschlichen Piloten erledigen könnte. Z.B. das Starten von Marschflugkörpern aus großer Höhe und vom eigenen Luftraum aus.


Was bald kommt: die globale KI-Wirtschaftskrise

Thomas Knüwer rechnet mit der „KI“-Branche ab. Der Artikel ist eine Fundgrube für verrückte „KI“-Anekdoten. Es gibt eine Datenbank, in der halluzinierte Schriftsätze gesammelt werden!!


„Mein kleines Schiff“ ist Geschichte

Das endlose Gezerre um die Fregatte F126 ist endlich vorbei. Ich sehe das als Befreiungsschlag ähnlich wie beim Ende von FCAS. Wir brauchen keine zukünftige Science-Fiction-Lösung, die Jahrzehnte auf sich warten lässt und dann am Ende hunderte von Milliarden Euro verschlingt, sondern wir brauchen so schnell wie möglich Material „auf dem Hof“ (oder „an der Mole“ wie man vielleicht bei der Marine sagen würde).

Das Anforderungsprofil für die F126 klang für mich als Laien ja schon gruselig. Sie las sich für mich wie:

„Das Schiff soll dies und das können und das da auch noch und dann noch alles, was in der Zukunft noch kommen könnte.“

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