2026-04-29: Kaputt 1

Nacht

Mittelschlechte Nacht. Häufig unterbrochen. Keine Ohrenstöpsel weil keinen Nerv dazu.

Traum vom Kurztrip

Mir träumt, dass ich mit der Bahn in eine andere Stadt gefahren bin. Hier an der Haltestelle ist eine Schule, bei der man über den niedrigen Jägerzaun auf das Gelände nahe dem Fluss klettern kann. Hier auf der Wiese werfe ich meinen Flugast, aber es klappt nicht so gut wie früher, als ich hier mit mehreren Freund war und wir dabei Bier getrunken haben. Wieder steige ich über den Zaun und gehe durch das kleine Städtchen. Fast trete ich in eine Auslage orientalischer Süßspeisen und ich überlege, ob ich mir nicht zur Feier des Tages ein Teilchen gönnen sollte. Bald will ich wieder mit der Bahn zurück fahren. Dieses Städtchen hier kennt kaum jemand und es ist ideal für einen kurzen Ausflug aus dem Alltag.

Morgen

Das Promethazin wirkt stark nach und ich muss mich krank melden. Gedanken kreisen. Es arbeitet in mir. Wie gut, dass ich heute Gruppe habe.

Kraftfutter mit Erdbeeren. Gewicht geht weiter runter auf 94,4 kg.

Field Writing: Stadtwald

Hundemüde. Beine schwer wie Blei. Trotzdem mache ich einen Spaziergang in den Wald, denn der Geist brennt. Das innere Kind steuert auf einen Burnout zu. Der innere Bär will das Kind umarmen und trösten. Wenn er es an sich drückt, macht das ein warmes Gefühl. Wenn sich das innere Kind beruhigt, fallen mir sofort die Augen zu.

So früh am Morgen sind nur die Sonne und die Vögel im Wald. Dazu ich und ein paar wenige offensichtliche Rentner mit ihren Hunden. Ein blauer Farbtupfer entpuppt sich als junge Joggerin. Sie drückte den Altersdurchschnitt hier im Wald.

Die alten Damen quaken raumgreifend mit sich, ihren Hunden, dem Weltgeist.

Die Vögel hingegen verbreiten Optimismus, der mir jedoch vor dem Hintergrund meiner kalten Finger ein wenig sehr nach Pfeifen im Walde klingt.

Schlaf, Mittag

Nach dem Waldspaziergang muss ich mich in den Schwingsessel legen und weil ich vergesse, den Wecker zu stellen, schlafe ich eine ganze Stunde lang.

Zum Mittag brate ich Tofu mit Zwiebeln, getrockneten Tomaten und Ei. Das kommt auf eine große Scheibe Graubrot.

Zum Nachtisch dann eine Scheibe Graubrot mit Erdnussbutter und einer mir neuen Haselnusscreme aus dem türkischen Supermarkt. Sie ist ganz ohne Kakao und schmeckt sehr gut – allerdings ein klein wenig zu süß für meinen Geschmack.

Bis zur Therapie räume ich noch ein wenig herum.

Erneuter Taschentausch

Ein Gewühle im Kleiderschrank bringt meine alte Bollertasche zum Vorschein. Die habe ich schon seit Jahren nicht mehr benutzt. Spontan packe ich meine Siebensachen hinein. Der Zerowriter Ink findet hier auch im neuen Sleeve Platz. Mir fehlen zwar verschließbare Taschen, aber da ich ja auch Freund des Konzepts „Taschen in Taschen“ bin, ist das nicht so schlimm.

In dieser Tasche könnte ich sogar noch zusätzlich ein gedrucktes Buch transportieren. Die anderen Taschen in meinem Besitz sind ja eher rank und schlank.

Wenn ich morgen stabil genug bin, um meine Reise anzutreten, werde ich sie mitnehmen.

Field Writing: Kantpark

Der Kantpark in Duisburg ist ein merkwürdiger Ort. Einerseits ist er eine sehr schöne Oase inmitten der Stadt. Hier ist ein großer, sehr beliebter Spielplatz. Nebenan das Lehmbruck-Museum und die Park-Gastronomie ist auch sehr angenehm. Auf der anderen Seite ist der Kantpark ein Hotspot der Trinkerszene und auch illegale Drogen werden hier feilgeboten und konsumiert. Vor ein paar Jahren wurde hier sogar mal jemand erstochen. Die Stadt hat mit Renovierung und Neugestaltung versucht, den Kantpark nicht komplett abdriften zu lassen, aber das hat nur zum Teil funktioniert.

Ein Mann torkelt über den Weg, Kinder lachen im Sand. Der Wind lässt die Schatten der Blätter auf dem Boden tanzen. Eine alte Frau geht an Gehhilfen mit ihrem Hund Gassi. Die Erde ist trocken und staubig. Ich denke an die Zeiten, in denen ich im „Café Museum“ Weizenbier trank. Jetzt gibt es Wasser aus der Stahlflasche.

Abend

Die Gruppe tut mir gut, auch wenn ich mich bei einer Aufstellung ziemlich verausgabe.

Als ich die Mittagsknifte für den nächsten Tag schmiere, esse ich noch ein dickes Brot mit Käserest. Danach noch Erdnussbutter und Haselnusscreme auf Knäckebrot. Das muss jetzt mal sein. Vielleicht braucht der Körper auch mehr Nährstoffe.

Sehr früh zu Bett.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert