2026-06-28: Spielplatzverordnung

Nacht

Schon etwas bessere Nacht. Zum einen scheint sich mein Körper an die Temperaturen anzupassen, auf der anderen Seite ist die Temperatur ein bisschen runter gegangen.

Traum vom Zwergstaat

Mir träumt, meine Familie würde einen Zwergstaat in den Alpen regieren. Ich habe die Posten des Finanz- und des Verteidigungsministers inne. Eigentlich heißt der Job ja “Kriegsminister“, aber ich finde die Bezeichnung albern. Für so ein winziges Land haben wir einen nennenswerten Verteidungsetat, den ich meist für den Schutz unseres Schlosses ausgebe (viel größer ist unser Land sowieso nicht). Nun bittet mich mein Vater zum Gespräch. Im Esszimmer erklärt er mir, dass ich chemische Waffen kaufen solle. Unser direkter Nachbar Italien habe noch große Bestände solcher Waffen und man fühle sich dadurch bedroht. Italien solle wissen, dass jeder Angriff mit chemischen Waffen mit dem selben Teufelszeug beantwortet wird!

Ich halte das für keine gute Idee, denn ich bin der Meinung, dass der italienische Staat nur deswegen noch Chemiewaffen besitzt, weil er bisher zu träge dazu war, sie zu vernichten.

Auf meiner Fahrt nach Berlin denke ich über die Sache nach. Als ich in einer U-Bahn-Station umsteige, ist der Ausgang gleichzeitig auch der Eingang zu einer öffentlichen Toilette. Frauen mit schwacher Blase drängen sich vor und ich lasse sie passieren. Eine Verrückte denkt, wir wären alle mit einem Flugzeug aus Amerika gekommen. Ich gebe ihr in allem Recht und laufe schnell die Treppe nach oben.

Früh wach

Ich bin schon um viertel nach drei Uhr wach. Durch das offene Schlafzimmerfenster höre ich Regen. Die Schlafmaske und die Ohrenstöpsel haben ein paar tiefe Schlafinseln ermöglicht. Gegen zehn vor vier Uhr stehe ich auf.

Es hat sich auf ca. 23 Grad abgekühlt, die Luft ist etwas drückend. Die Straße ist trotz des leichten Schauers trocken.

Langer Arbeitstag

Eigentlich tröpfelt der Arbeitstag so locker vor sich hin. Zwischendurch fachsimpeln wir über Western.

Kurz vor Feierabend bekomme ich noch einen Anruf und muss jemanden in einer technischen Sache beraten. Das ist kompliziert. Ich komme erst spät aus der Bibliothek. Immerhin bekomme ich einen RE3, der noch ein alter Zug ist mit richtigen Waggons und den alten Türn mit dem Hebel und dem “Krawumms!“ (ich bin jetzt zu faul nachzuschauen, wie die wirklich heißen). Ich bin ganz schön nostalgisch auf den blaukarierten Sitzen. Ein dicker Mann setzt sich auf eine Pringles-Dose, während ein zarter Urinduft durch den Wagen zieht. Es ist alles wie früher.

Mittagspause

Es hat sich endlich abgekühlt. Einmal ruft die Kollegin mich und ich eile zur ihr in den Gang. Sie freut sich, denn sie hat die kühlste Stelle in der Bibliothek gefunden: Ein unglaublich angenehmer Luftstrom zieht durch eine Regalreihe von Fenster zu Fenster. Sie steht da und lacht. Ich lache mit.

In der Pause laufe ich zum Medienhafen. Am geheimen Geheimplatz laufe ich fast über ein Liebespaar. Ihm überlasse ich den geheimen Geheimplatz natürlich gerne. Hier ist ja auch diese seltsame, gut gepflegte Ecke mit der Gastronomie ohne Gäste und einem winzigen Spielplatz ohne jegliche Bekindung. Seit der Führung am Freitag weiß ich nun: Der Spielplatz ist hier, weil es auch drei Hochhäuser mit Wohnungen hier gibt und nach der Düsseldorfer Spielplatzverordnung muss ab soundso viel Privathaushalten ein Kinderspielplatz her. Jetzt müssen die Leute in ihren sündhaft teuren Appartements noch den Spielplatz vollvögeln. Da der Platz nur aus einem schmalen Streifen mit wenigen Spielgeräten besteht, dürfte sich der Aufwand in gewissen Grenzen halten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert