Nacht
Da es in der Wohnung noch nicht so heiß ist, schlafe ich relativ gut. Gegen Mitternacht wache ich auf. Einer der Ohrenstöpsel ist rausgefallen und ich höre leise Gesinge und Gebölke. Ist heute Nacht Fußball? Ich weiß es nicht. Den Stöpsel finde ich auf dem Fußboden neben dem Bett, stopfe ihn mir wieder in den Gehörgang und schlafe weiter.
Traum von der Gastfreundschaft
Mir träumt, Freund DS und ich sind in einer großen Stadt zu Besuch bei Leuten, die wir zum ersten Mal persönlich treffen. Wir werden freundlich begrüßt. Nach einem netten Abendessen verabschiedet sich die Gastgeberin in ihr Arbeitszimmer. DS muss auch schon los. Der Gastgeber zeigt mir den Ölofen im Wohnzimmer, der regelmäßig zusätzlich mit Kohlenstaub angefeuert werden muss.
Dann muss ich auch los. An der Haltestelle “Am harten Schanker“ warte ich auf die U-Bahn. Welche fährt noch mal gleich zum Hauptbahnhof? Noch während ich nach einer Verbindung im Smartphone suche, fährt die Bahn mit mir los. Sie ist vollkommen unsichtbar und trägt mich durch die Luft! Vorsichtig taste ich umher und tatsächlich: Ich scheine in einer unsichtbaren Bahn mit unsichtbaren Fahrgästen zu sitzen. Oder werde ich verrückt? Irgendwann kann ich dann doch etwas erkennen: Ich befinde ich mich in einem Bus, der aussieht wie in den 70ern. Alles ist schwarz-weiß, selbst der Busfahrer. Mir macht die Sache Angst, denn ich meine mich an ein furchtbares Busunglück in dieser Stadt erinnern zu können, bei dem sämtliche Fahrgäste ums Leben gekommen sind. Schnell steige ich aus und laufe zum Gastgeber zurück. Der hat schon seinen Schlafanzug an und erzählt mir, dass 3% aller Sinneswahrnehmungen pro Tag Halluzinationen seien. Das beruhigt mich ein wenig.
Morgen
Ich wache gegen drei Uhr morgens auf. Das ist dann doch zu früh zum Aufstehen und ich drehe mich noch einmal um. Das nächste Mal ist es halb vier und beim übernächsten Mal klingelt um vier Uhr der Wecker. Ich komme gut aus den Federn.
Zum Frühstück Kraftfutter mit Weintrauben. Während ich das Müsli löffle, lüfte ich die Bude einmal durch. So angenehm wie gestern werden die Temperaturen in meiner Wohnung heute Abend nicht mehr sein!
Der Wetterbericht sagt Temperaturen bis 38 Grad voraus. Immerhin habe ich gerade genug Salz und Wasser in meinem Körper gespeichert. In der Umhängetasche ist die Kleen Kanteen mit 700ml und im Rucksack noch ungefähr ein halber Liter Reservewassser.
Hitzewarm
Die Sonne brennt am Nachmittag auf den Innenhof. Hier flimmert nicht einmal die Luft, weil es ihr dazu zu heiß ist. Die Gänge sind ausgestorben bis auf die fleißigen Hände, die hier wie jeden Tag putzen.
Eigentlich hatte ich vor, heute die Straßenbahn zum Hbf zu nehmen, doch aus unblogbaren Gründen gehe ich doch zu Fuß. Es ist heißt, aber es geht.
Angetrunkene junge Herren wanken mir entgegen. In meinen Adern fließt das reinste Wasser.
Der RE11 ist gut gekühlt. Hier kann man es aushalten.
