2026-06-12: Ruhrort

Nacht

Eher schlechte Nacht. Der Schlaf wird auch ohne Ohrenstöpsel andauernd unterbrochen

Traum von der Corona-Test-Maschine

Mir träumt, ich begegne ein paar Bekannten. Mit dabei ist eine junge, sehr attraktive Frau, die mal früher mit Dingens zusammen gewesen war. Sie ist ein Chemie-Nerd und jemand hat mir erzählt, sie würde mich toll finden. Das kann ich nicht glauben, aber ich hätte das ganz gerne, wenn es so wäre.

Sie erzählt von einer Corona-Test-Maschine, die man bei ihr auf der Arbeit jetzt entwickeln und von dem sie mir ein Gerät zum Testen mitbringen wolle. Ausgerechnet ich soll das Gerät testen? Mich macht das ein bisschen stolz. Sie erzählt auch, dass die Zahlen der Corona-Infektionen momentan wieder steigen würden. Auf der mitgebrachten Anleitung kann man sehen, dass das Gerät wie eine Küchenmaschine aussieht.

Später im Unterricht zeigt man uns Symbole. Ich setze mich um, um besser sehen zu können. Dann kommt die Angebetete (oder Anbetende?) und führt ihre neue Maschine vor. Ich helfe mit, die Tische zu rücken.

Traum von Paris

Mir träumt, ich wäre mit Freunden verreist. Allerdings muss ein Teil von uns bald nach Paris hin, weil wir von dort mit dem Flugzeug an einen andere Ort wollen. Ich ärgere mich darüber, dass diesmal nicht CP alles durchgeplant hat, sondern dass ich mich habe überreden lassen, mit den anderen erst nach X zu fahren. Da die Zeit bald knapp wird, will ich meinen Vater anrufen und ihn bitten, mich nach Paris zu bringen. Leider ist mein Smartphone auf einmal ganz wabbelig und reagiert nicht auf die Eingaben. Irgendwann schaffe ich es doch, einen Anruf zu starten, komme aber nicht durch. Auf meine SMS gibt es keine Reaktion.

Journal

Da mein Gehirn in Essig liegt und auch sonst nichts zu tun hat, teste ich mal die App „Journal“ von Apple aus. Vielleicht wäre das ja etwas für mein persönliches Tagebuch. Es gibt sie für den Mac, für iOS und iPadOS und ist für schnelle Einträge optimiert. Allerdings möchte ich meine Einträge nicht dauerhaft in dieser App speichern, weil ich mich gerade bei so persönlichen Dingen wie ein Tagebuch nicht auf eine Firma wie Apple verlassen möchte. Was, wenn ich dann doch mal komplett auf Linux wechseln möchte?

Also schaue ich mir besonders die Exportmöglichkeiten an. Man kann die Einträge als PDF „ausdrucken“, aber da werden die eingefügten Bilder sehr klein. Ein reiner Export ist HTML und da werde ich hellhörig, weil ich ja ein großer Fan von Textformaten bin.

Vielleicht könnte ich zukünftig meine Tagebucheinträge in Journal erstellen, dann monatlich oder jahrgangsweise exportieren und dann daraus wieder löschen.

Regen

Es sieht stark nach Dauerregen aus. Ein Spaziergang würde der wunden Seele dabei besonders gut tun. Durch den Regen will ich aber nicht laufen. Noch bin ich nicht so weit.

Field Writing

Wie kann man was Gutes für sich tun, wenn es regnet? Mit einer großen Teetasse in beiden Händen aus dem Fenster schauen gilt dabei nicht. Ich möchte mich so gerne bewegen, aber es regnet und regnet.

Wäre ein Drinnie-Tag vielleicht doch besser? Aber dann raffe ich mich doch auf, packe den Rucksack, ziehe die (leider für diese Temperaturen zu sehr gefütterte) Regenjacke an und laufe los. Die Schritte sind für mich ungewöhnlich anstrengend. Die Bewegung fällt mir schwer. Die Wärme in der Jacke nervt. Bald dampfe ich wie ein Brauereipferd im Januar.

Im Kaiserberg komme ich an einer Rentnerin vorbei, welche, gewandet in einen Fahrrad-Funktional-Anzug, gegen einen Baum kackt. Es gibt so Anblicke, da kann man einfach nicht schnell genug wegschauen. Ein Teil des Bildes brennt sich ins innere Auge ein wie in einen Röhrenbildschirm. Wo ist mein innerer Bildschirmschoner? An Tagen wie diesen vermisse ich den Alkohol. Damit könnte ich mir einen schönen Weichzeichner über alles legen. Alkohol ist der Instagramfilter für das echte Leben.

Stattdessen setze ich mich unter den Wandererpilz und trinke einen Kaffee aus dem schönen Thermobecher. Die Tasse aus Edelstahl ist mit Abstand das Schönste hier.

Ruhrort

Für mich ein Stadtteil voller Erinnerungen. Hier gibt es viel alternative Kultur, die sich tapfer gegen den Verfall stemmt, aber auch sie hängt am Tropf der öffentlichen Hand. Zwischenmiete schnappt nach Luft. Die Endstation, noch immer der passendste Kneipenname der Welt, hat geschlossen.

War hier an der Ecke nicht mal ein südamerikanisches Restaurant? Waren die beste Ex-Frau von allen und ich hier nicht mal essen?

Hier gibt es auch viel Armut. Frauen mit Haarnetz und Bademantel auf der Straße. Ruhrort ist reell mit seinen Träumen und der harten Wirklichkeit, aber auch gleichzeitig eine Art Brigadoon.

Stadtpark Meiderich

Noch mehr Erinnerungen. Wie oft war ich hier mit dem Thronfolger auf dem Spielplatz?

Der Rosengarten war mal so eine Art Trinker-Hotspot der ruhigen Art. Er ist jetzt wegen einer Autobahnbaustelle abgerissen. Das „Parkhaus“ sieht aus, als hätte es eine Kur gemacht. Den Minigolfplatz gibt es auch noch. Man kann hier jetzt schön sitzen, aber die Bahnen sind noch die alten.

Dass der Biergarten noch geöffnet hat, wundert mich. Er hat seine Abgerissenheit konserviert. Man kann hier WM-Spiele gucken.

Wege

Am Ende sind dann über 30.000 Schritte zusammengekommen. Ich bin über den Ruhrdeich, die (wieder eröffnete) Karl-Lehr-Brücke nach Ruhrort gelaufen. Von dort aus über Meiderich zurück nach Duissern und Neudorf.

Der Abend dann sehr erschöpft, aber der Kopf wieder frei. Die Psyche hat sich freigelaufen.

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