Nacht
Für eine solch gewittrige Hitze ist der Schlaf ganz in Ordnung. Da die Ente bis spät in der Nacht quakt, stecke ich mir die Ohrenstöpsel rein.
Morgen
Ich lasse mich von der Sonne wecken und stehe um sechs Uhr auf. Heute habe ich keinerlei Frühstückshunger. Das passt dazu, dass ich mich eh gerade ziemlich aufgedunsen fühle.
Also gibt es nur Kaffee zum Frühstück.
Traumsplitter
Als ich mit einem starken Kaffee vor dem Mac sitze, steigen langsam ein paar Erinnerungen an meine Träume in mir auf. Es ging irgendwie ums Mittelalter, was bei der Abendlektüre irgendwie auch nicht verwunderlich ist.
Lüften
Ich nutze die Kühle des Morgens zum Lüften. Das Gewitter scheint eine gewisse reinigende Kraft gehabt zu haben.
Prioritätskonflikte
Am Mac sitzend bekomme ich plötzlich einen Prioritätskonflikt in meinem Kopf (wo auch sonst?). Einerseits könnte ich doch jetzt endlich mal das alte Blog in statisches HTML konvertieren und auf den Archivserver umziehen. Andererseits könnte ich jedoch auch die morgendliche Kühle für einen Spaziergang durch den Stadtwald nutzen.
Ich entscheide mich für die körperliche Gesundheit (Aufgedunsen-Sein nervt), kippe Kaffee in den Thermobecher und laufe los.
Wald
Im Wald hat sich die Wärme gehalten. Alles dampft voll Feuchtigkeit und Leben. Baumstämme liegen im Laub. Tellergroße Pilze krallen ihre Fäden ins verrottene Holz. Einige tapfere Männer keuchen über Kies. Pferdeschwanzfrauen rufen ihre Hunde zur Ordnung. Ich schlage nach einer Mücke.
Während ich auf einer Parkbank sitze und versuche, den morgendlichen Frieden zu spüren, verpasse ich das Gefühl, etwas richtig gemacht zu haben. Stattdessen will der Geist weiter, weiter und immer weiter.
Häuslichkeiten
Weil die Todo-Liste es einfordert, mache ich mich an die Lederpflege: Die zwei Ledertaschen und der Lederrucksack werden von mir auf dem Balkon gereinigt und mit Pflegemittel (Poliboy) eingeschmiert. Seitdem mir vor Jahrzehnten mal meine Bundeswehrstiefel (aus dem Wehrdienst) im Schrank auseinander gefallen sind, möchte ich Leder regelmäßig so pflegen, dass es weiter geschmeidig bleibt. Bisher klappt das ganz gut.
Der Dyson-Staubsauger wird von mir zerlegt und gereinigt. Es haben sich wieder viele Haare darin verwickelt.
Die Aktivitäten tun mir irgendwie gut. Ich kann mich in sie fallen lassen und dabei Podcasts hören. Ein bisschen ist das wie eine Flucht, bei der ich nicht weiß, wovor.
Field Writing
Daheim rattert der Mac und versucht, das alte Blog in HTML-Dateien zu verwandeln. Ich rattere los und versuche, noch einige Schritte zu machen.
Mein Weg führt mich an die Ruhr und dann den Ruhrdeich entlang. Es ist warm. Zum Glück habe ich genug Wasser dabei. Auf einer Bank mache ich eine Pause. Ein Trecker mit einem Partyanhänger fährt vorbei. So ein KI-Jockel singt “Nenene! Nenene!“ und ein paar Frauen versuchen auf dem Anhänger verzweifelt, so etwas wie gute Stimmung zu erzeugen. Es gelingt ihnen nicht.
Druckgefühl im Unterleib. Gegessen habe ich heute nur das Kraftfutter. Mehr scheine ich auch nicht zu benötigen. Ab und an knackt es im Kopf und ich sehe mehr als eh schon doppelt. Der Effekt verfliegt jedoch nach einiger Zeit. Vielleicht wirken die Blähungen ja auch auf das Gehirn.
Hinter mir ruht das Gewerbegebiet. Ich war noch niemals in der Metro. Nach New York will ich nicht, aber in die Metro schon.
Im Ohr habe ich die “Lange Nacht“ über Alexander Kluge selig. Ich höre dem Mann unglaublich gerne zu, obwohl das gleichzeitig unglaublich anstrengend ist.
Daheim will ich mal eine Kerze entzünden. Aus irgendeinem Grund habe ich mir notiert, dass ich mir doch mal eine Kerze anzünden will. Ich habe aber vergessen, warum.
Abend
Nach dem Spaziergang bin ich ordentlich kaputt und ruhe mich aus. Als ich auf dem Balkon die Gaslaterne entzünden will, ist es schon nach 21 Uhr und ich bin ziemlich müde, also gehe ich lieber ins Bett.