Nacht
Eher schlechte, unruhige Nacht. Der Kopf ist noch voll von den Eindrücken, die bisher noch nicht verarbeitet werden konnten.
Traum von der Aufführung
Mir träumt, ich bin im Elternhaus und es ist Besuch da. Alle Badezimmer sind blockiert, da gehe ich in den Keller. Plötzlich knallt es unten an der Kläranlage. Wir rennen aus und sehen ein kleines Kinderfeuerwerk abbrennen. Es kommen Leute vorbei. Sie feiern etwas und sind guter Stimmung. Alles Bekannte aus dem Dorf. Meine Mutter ist ganz gerührt davon, dass Herr Z. ja jetzt mit einem guten Freund zusammen wohnt. Er ist Witwer und sein Kumpel Single. Der Kumpel kümmert sich um den älteren und kranken Z.
Ich muss dann aber los nach Düsseldorf. In der Haupthalle des Bahnhofes treffe ich Flöte. Er hat mir zwei Kästen Diebels Alt auf einer Sackkarre mitgebracht. Außerdem ist er gleichzeitig Freund A., der mich in eine Theateraufführung einlädt. Wir sitzen bald darauf im Publikum. A. zeigt mir Fotos von einer der jungen Frauen im Chor. Die kenne ich noch von einer anderen Aufführung. Da hat sie mit einer anderen Frau zusammen irgendeine besondere Stimme gesungen. Ich kann mich aber nicht mehr an den Fachbegriff für die Gesangsstimme erinnern. Ganz kann ich mich nicht auf das Stück einlassen, denn in Gedanken überlege ich, was ich mit den zwei Kästen Diebels Alt anfangen soll. Ich möchte die ungerne mit dem Zug nach Duisburg transportieren. Ob ich sie in meine kleine Wohnung in Düsseldorf-Derendorf bringen sollte? Aber was soll ich dann damit dort? Ich lebe doch abstinent!
Morgen
Ich stehe gegen sechs Uhr auf. Erst einmal die Fenster aufreißen, um die morgendliche Kühle reinzulassen!
Waage
Die Waage zeigt etwas mehr als 100 kg. Das hatte ich nach dem Zuckerflash und der momentanen Hitze erwartet. Deswegen ist das in Ordnung. Ich will mal sehen, wie ich das mit der Bewegung bei den Temperaturen vernünftig bewerkstelligen kann. Vielleicht stehe ich in den nächsten Tagen besonders früh auf für einen ausgiebigen Morgenspaziergang, mache mittags eine Siesta und drehe dann abends noch eine Runde. Zum Glück habe ich ja noch den Rest der Woche frei.
Planungen
Eigentlich habe ich ja locker geplant, im Laufe des Urlaubs noch mal nach Paderborn zu fahren und das Heinz-Nixdorf-Forum zu besuchen (habe ja noch einen freien Eintritt). Das will ich mal vom Wetter abhängig machen. Bei >30° möchte ich nicht in der Gegend herumfahren und -laufen.
Zero/Alpha, Alpha/Zero
Ich baue ja immer eine gewisse Bindung zu elektronischen Geräten auf. Deswegen habe ich ein wenig ein schlechtes Gewissen meinem Freewrite Alpha gegenüber. Immerhin schalte ich das Gerät regelmäßig ein, um den Akku nicht ganz untätig zu lassen.
Nun hatte ich mal wieder Lust, auf dem Alpha herumzutippen und ich bin auf die Idee gekommen, den Zerowriter Ink und den Freewrite Alpha ab und an zu tauschen. Das fühlt sich dann wie ein ganz neues Gerät an. Beide Geräte haben ja auch ihre Vor- und Nachteile.
Das Tippern auf dem Alpha macht Freude. Die Tastatur ist besser verarbeitet und es ist schön, dass das Display bei meiner Version auf Wunsch beleuchtet werden kann. Allerdings vermisse ich sofort das große E-Ink-Display des Zerowriters und die besseren Möglichkeiten zum Editieren.
Ich sehe es als Privileg an, dass ich mir einfach aussuchen kann, welches Unterwegs-Schreibgerät ich denn heute einpacken möchte. Ganz wie jemand, der vor seinem Kleiderschrank mit schönen Anzügen steht und sich sein Outfit für den Tag zusammen sucht.
Erschöpfung
Die Pfingstochsentour hat die momentane Erschöpfung ein wenig überdeckt und sie kommt noch mal wieder – gemeinsam mit dem, was mich die Reise selber gekostet. Trotzdem war es gut, mit D. mal wieder eine Stadt zu entdecken. Wir hatten gute, freundschaftliche Momente und ich habe neue Eindrücke bekommen. Ich kann ja nicht nur daheim in den Seilen hängen.
Immer wieder denke ich an diesen einen Urlaub, in dem ich ein Computerspiel (entweder KCD oder RDR2) sehr intensiv gespielt habe. Einmal habe ich während dieses Urlaubs meinen Ex-Schwippschwager zum Grillen besucht. Als ich ihm klagte „Ich verdaddele meinen ganzen Urlaub vor dem Computer!“, schaute er mich nur ganz lieb an und fragte mich: „Aber Markus! Ist Urlaub nicht die Zeit, in der man tun kann, was man will?“ – und da hatte er natürlich Recht.
Immerhin hilft mir die momentane Hitze dabei, den inneren Kritiker zurück zu drängen, denn es wäre ja höchst unvernünftig, wenn ich jetzt viel zu viel unternehmen würde!
Hautkrebsscreening
Mit Magengrummeln unterzeichne ich die Datenschutzerklärung für Doctolib, denn im Zweifel werfe ich dann doch lieber einem höchst unsympathischen Konzern meine Daten in den Rachen als keinen Arzttermin zu bekommen.
Das Screening geht flott vonstatten. Eine nachwachsende Doktorin oder Arzthelferin guckt Herrn Doktor bei der Fleischbeschau zu und interessanterweise macht mir das überhaupt nichts aus. Vielmehr empfinde ich sogar ein bisschen schwabbeligen Stolz auf mein Bindegewebe. Herr Doktor meint noch, dass ich mich bei ihm melden könne, wenn ich was gegen meine Zysten tun wolle. Das sei nur ein kleiner Eingriff. Ich verschweige an dieser Stelle, wo die Zysten bei mir sind, denn so können die Lesefröschlein darüber rätseln, wenn sie möchten.
Summer in the city
Ab 25 Grad verlieren die Menschen Textilien und mit ihnen einen großen Teil ihrer Würde. Auch ich beuge mich dem Diktat der großen Wasserstoffbombe am Himmel und trage meinen peinlichen Safarihut. Damit sehe ich zwar aus, als woll ich Velociraptoren jagen, aber immerhin weniger bescheuert als der alte zottelige Mann mit dieser Sonnenbrille in Form des Kölner Doms.
Jedes Mal, wenn ich den Safarihut in die Hand nehme, muss ich lachen, weil da an den Seiten so Drukknöpfe dran sind. Naive Fröschlein werden sich nun fragen: „Wozu sind denn da Druckknöpfe dran?“ und ich lächle wissend, tätschele liebevoll mit trockener Hand dem Fröschlein das Knie und erkläre, dass man damit die Krempe beim Hochklappen befestigen kann und sie auf diese Weise nicht stört, wenn man mit dem Gewehr anlegt. Mit einem anlegefähigen Safarihut durch die duisburger Innenstadt laufen – viel unpassender kann man beinahe nicht bekleidet sein.
Summer in the city 2
Es gibt so Tage, da schlendere ich durch die Straßen oder sitze im Café und schaue mir die Leute an. Ich sehe ihr Lächeln, wenn das Baby in ihren Armen strampelt. Mein Blick schweift über ihre liebenswerten Frisuren, liegt wohlwollend auf ihren kleinen Sorgen und großen Freunden.
Und dann gibt es Tage wie diesen hier.
Nachgrüpplicher Spaziergang
Eine herzliche und herzige Verabschiedung in der Gruppe. Eine harte Nuss, ein dickes, fest verschnürtes Paket. Viel Nebel. Viele Schwingungen im Raum und ich schwinge mit.
Nach der Gruppe bin ich mir unsicher, ob ich noch eine Runde durch den Stadtwald gehen oder einfach heim in die Bärenhöhle soll. Folge ich einfach wieder dem Ruf der Pflicht, wenn ich meine tägliche Schrittzahl erreichen zu müssen meine?
Der Gedanke an die Zahl auf der Waage heute gibt den Ausschlag und ich biege an der Uni in den Wald ein. Es ist herrlich hier! Im Waldbüro tippe ich diese Zeilen und es fühlt sich alles richtig an. Das Schrittziel erreiche ich eher nebenbei.