2026-05-25: Pfingstochsentour Bremen Tag 3

Nacht

Ziemlich schlafige Nacht mit Ohrenstöpseln. Die viele Bewegung und die Hitze haben dann doch viel Kraft gesaugt.

Frühstücksraum

Weil der kleine Tisch so kippelt und

der Hocker so unbequem ist, setze ich

mich schon mal im den Frühstücksraum,

Obwohl es noch nicht sieben Uhr ist,

wie mir die freche Räubertochter hinter

der Rezeption mitteilt.

Weil dem Zerowriter der Akten leer gelaufen ist, schreibe ich diesen Abschnitt mit dem Apple Pencil auf dem iPad in Goodnotes. Mal schauen, wie gut das klappt.

(Nachtrag: So mittel)

Gegenüber der Kaffeestation ist die Teestation. Über der der Teestation steht der Schriftzug „Enjoy your coffee!“.

So kann man Hotelgäste auch fertig machen.

Schnoorviertel, Kaffee bei Ma

Nach dem Frühstück laufen D. und ich zeitig los, denn wir wollen sowohl die Kühle als auch die Ruhe des Morgens nutzen. Wir besuchen noch einmal das Schnoorviertel und wie von uns erhofft, ist es wundervoll leer. Wir sprechen nur gedämpft, denn obwohl das hier ein touristisches Highlight ist, leben hier trotzdem Menschen. Wir sind zwar noch immer ziemlich unterwältigt, jedoch ist es immerhin einigermaßen hübsch wir.

Nach den engen Gassen geht es wieder an die Weser und ich genieße den sehr schmackhaften Espresso bei “Ma“. So langsam kann ich eine gewisse Entspannung spüren. Die kleinen Zwangspausen durch D. helfen mir dabei, auch mal einfach irgendwo zu sitzen und überhaupt nichts zu tun. Das ist für mich ungewohnt.

Kleine Weser

Nach dem Kaffee überqueren wir die

Bürgermeister-Smidt-Brücke und laufen die Weser stromaufwärts. Es ist sehr angenehm, im Schatten der Bäume am Fluss entlang zu tapern. Nach und nach wird die Stadt immer grüner. Überhaupt bin ich davon begeistert davon, wie grün hier alles ist!

Alles wird urlaubiger. Leute ziehen aufblasbare Boote aus ihren Gärten in die kleine Weser.

Ich lerne den Unterschied zwischen Männern und Frauen: Frau Joggen, Männer Hampeln.

Es wird wärmer, die Pausen unter Bäumen werden zahlreicher. Viele Fahrräder mit fröhlichen Menschen darauf. Weichzeichnergefühle.

In den Werdersee pinkeln lachende Kleinkinder. Sind deswegen die von der Brücke hinab erspähten Karpfen so unvorstellbar groß und dick?

Jürgenshof

Nachdem wir die Karl-Carstens-Brücke überquert haben, kehren wir spontan im Jürgenshof ein. Hier geht es mittelschwer gehoben zu und wir fühlen ein ganz klein wenig wie Bauerntrampel, was aber nicht am zwar sehr, aber eben nicht _scheiß_freundlichen Personal liegt. Wir werden auf das Angenehmste bespeist, betränkt und bedient. D. und ich essen wieder Schweinemedaillons und grunzen dabei auch wie kleine, ausgezeichnete Schweinchen. Ich trinke erstaunliche drei alkoholfreie Weizen.

Dann geht es weiter, am “ominösen Platz 11“ vorbei. D. erzählt, dass dieser Fußballplatz in der Sportberichterstattung gerne als ominös bezeichnet wird, er weiß aber nicht, warum. Wir können das aber nicht am Objekt selber klären, weil wir den Platz nicht finden.

Das Weserstadion (welches Fußballfan D. doch gerne mal aus der Nähe anschauen möchte) glitzert in der Mittagssonne wie ein geschliffener Diamant.

Wallanlage

Der Weg die Weser runter wird für uns nun doch recht anstrengend. Wir nutzen jeden Schatten, den wir kriegen können.

Erst in der Wallanlage am alten Stadtgraben wird es für uns entspannter. Die Stadt Bremen kann heilfroh sein, so einen kühlenden, grünen Gürtel um die Innenstadt zu haben. Immerhin werden die Sommer ja jetzt heißer und heißer.

Auf einer Parkbank machen wir eine ziemlich lange Pause. Tiefgründige Gespräche wechseln sich mit Schweigepausen ab. Nur mit guten Freunden kann man gemeinsam gehaltvoll Schweigen.

Pause, Bürgerpark

Im Hotelzimmer freue ich mich ehrlich über die Klimaanlage, denn die relative Kühle tut unglaublich gut. Ich ruhe eine halbe Stunde, dann bimmele ich D. an. Er wollte heute noch unbedingt eine Runde durch den Bürgerpark drehen und wenn ich jetzt den Hintern nicht hoch bekomme, wird der Tag sich für mich bald zum Abend neigen. Die Rutschgefahr in Richtung Nacht ist überdeutlich.

D. und ich gehen also los. Diesmal nicht durch den Hauptbahnhof, sondern um ihn herum. Dabei ist es durchaus unschön für alle (!) Beteiligten, wenn man dabei über Folie rauchende Junkies steigen muss. Vor dem Bürgerpark queren wir dann auch eine Wiese, wo Leute durchdrehen und schreiend umherlaufen. Dann nimmt uns der Park in seine Arme.

Die meiste Zeit verbringen wir wieder sitzend wie die zwei älteren Herren, die wir nun mal auch sind, auf einer Parkbank. Das Grün entspannt. Wieder gute Gespräche.

Den Rückeweg kürzen wir gewaltig ab, denn nun spüren wir beide das Ende des Tages in den Knochen.

Abend

Im Hotel dusche ich mich und lese dann noch ein paar Seiten “Reisen im Mittelalter“. Dann fallen mir die Augen zu.

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