Nacht
Ganz gute Nacht, wenn auch häufig unterbrochen. Zweimal nehme ich die Ohrenstöpsel raus, einmal setze ich sie wieder ein, denn draußen Bölken Väter ihren Tag in die Straße.
Traum von Köln
Mir träumt, ich fahre nach Köln, denn ich arbeite nebenbei bei einer österreichischen Firma im Büro. Wenn die Mitarbeitenden der Firma und auch die sonstigen Bewohner des Hochhauses mal eine rauchen wollen, müssen sich nach unten auf die Straße, denn der Vermieter hat das Rauchen auf den Balkonen verboten. Hier versammeln sich also im Sonnenschein jede Menge Menschen. Ich mische mich unters Volk und schaue mir die Leute an. Ein wenig wirkt das hier alles wie eine große Singlebörse. Mich irritiert nur, wie viele junge hübsche Frauen ihren Teint zerrauchen.
Zurück im Büro esse ich einen Doppel-Cheesebuger, der hier schon seit Tagen auf einem Anrichtebrett liegt. Er sieht noch tiptop aus, schmeckt aber irgendwie chemisch. Dann melde ich mich zum Dienst. Wir recherchieren Kleinigkeiten, welche die Regierung ärgern sollen. Später fahre ich auf einem kleinen Boot raus aufs Meer, um hier nach Informationen zu suchen.
Später besuche ich meinen besten Freund Flöte in seiner kleinen Zweitwohnung in der Subbelrather Straße. Er kommt gerade aus der Dusche, trägt aber noch immer die Schminke von seinem letzten Death-Metal-Konzert im Gesicht. Ich äußere den vorsichtigen Wunsch, in der nächsten Zeit vielleicht mal die eine oder andere Nacht hier in der Zweitwohnung verbringen zu dürfen. Flöte stimmt dem zu und er erzählt, dass der B. auf seinen Reisen auch gerne hier unterschlüpfen würde (selbst im Traum bemerke ich, dass das Quatsch ist, denn der B. wohnt ja selber in Köln). Noch während wir reden, bewegt sich jemand im Hochbett neben mir und ich erschrecke mich. Es handelt sich um eine junge Frau, ebenfalls geschminkt. Flöte scheint das alles nicht zu stören und er redet unbeirrt weiter.
Morgen
Ich stehe noch vor vier Uhr morgens auf, fühlem ich endlich einmal einigermaßen ausgeschlafen.
Energie
Zum Frühstück Kraftfutter
mit Wassermelone, dazu einen großen Kaffee. Die Energie kehrt langsam zurück. Was war nur los? Ob sich da irgendein Infekt in meinem Körper breit gemacht hat, weswegen das Ibuprofen dann nicht nur die gegen die Kopfschmerzen half? Oder musste ich mich einfach nur mal ordentlich ausruhen wegen der vielen inneren Prozesse?
Ich weiß es nicht und bin nur froh, dass es jetzt hoffentlich wieder aufwärts geht.
Hellerwerdung
Der Tag will anbrechen, als ich wieder mit der S-Bahn durch die Dunkelheit fahre. Der Himmel sieht aus, als würde es niemals wieder Sonnenschein geben. Die Wolken legen sich direkt auf den Horizont. Die Menschen, die am Flughafen aussteigen, wirken alle hochprofessionell und konzentriert. Ich vermute, die sie müssen so sein, weil sie sonst auseindanderfallen.
In den dunklen Wolken sind helle Stellen zu sehen. Sie sind das Versprechen eines friedlichen, blauen Himmels, jedoch schaut niemand außer mir nach oben.
Hellwerdung 2
Als ich in Düsseldorf ankomme, geht die Sonne auf. Die Geschöpfe der Nacht verziehen sich in die Brandung. Ein Pärchen zieht vor mir seine Rollkoffer durch den Dreck. Sie haben es eilig, denn der Flixbus wartet schon.
Ich genieße das frühe Tageslicht. Lange wird es nicht mehr dauern und es wird jeden Morgen wieder später hell. Aber noch sind Zeit und Licht.
Der alte Baum am Rheinufer leuchtet grün. Auch der hat es noch einmal geschafft.
Am Platz für das Beachvolleyballturnier sehe ich einen weiteren Grund zur Freude über meine Abstinenz: Ich werde in meinem Leben niemals wieder Warsteiner trinken müssen!
Florapark
Mittages eine Runde durch den Florapark, diesmal ohne Bankpause. Ich gehe stracks und strammen Schrittes durch die Grünanlage. Dann durch Bilk zurück zum Dienst. An der Bilker Allee wird überall Wein feilgeboten.
Feierabend
Pünktlicher Feierabend um 16 Uhr. Ich gehe auch jetzt sehr zügig und Kriege am Hauptbahnhof sogar noch den RE11, der ausnahmsweise auch mal nicht ausfällt. So komme ich früh ins Wochenende.
Bücher
Ausgelesen: Wir haben keine Antimemetik-Abteilung von Sam Hughes.
Das Ende ist so abgefahren wie der Rest des Buches. In seiner Abgefahrenheit fast schon ein bisschen vorauszusehen. Aber trotz des Irrsinns fand ich die Auflösung passend gewählt.
Angelesen: Aber! von Max Goldt
Texte von Max Goldt sind welche, in die ich mich hineinlegen kann. Am liebsten höre ich dem Autoren selber zu, jedoch funktionieren sie für mich auch gelesen. Das Buch ist gerade angeknabbert, da habe ich es fast ganz weggeschmökert.
Befindlichkeit
Die Gefühlslage ist so mittel. Energietief im Laufe des Arbeitstages. Immerhin schaffe ich die (schlechte) Einleitung des Artikels.
Bin heute wieder mehr bei mir, kann meine Gedanken und Gefühle gut beschützen.