Kieselblog

Mein Tagebuch

2026-10-30: Freitag

Ruhiger Freitag

Nacht

Mittelunruhige Nacht. Es ist zu warm im Schlafzimmer.

Mir träumt, ich wohne zur Untermiete bei Comedian Moritz Neumeier. Mit einer Wolldecke lege ich mich aufs Sofa, denn ich bin müde. Da führt Neumeier potentielle Nachmieter durch die Wohnung und ich habe Angst, auf die Straße gesetzt zu werden.

Später bin ich mit der besten Ex-Frau von allen in einer Wohnung, die aus so aussieht wie die elterliche Wohnung. Die beste Schwiegermutter von allen ist auch da, obwohl sie bereits seit einigen Jahren tot ist. Allen Anwesenden ist das bewusst. Schwiegermama meint, sie würde jetzt öfters vorbeikommen und auf meine Frage hin, wer das denn veranlassen würde, wird sie abweisend.

Morgen

Ich wache gegen halb vier Uhr auf, schlafe dann bis zum Wecker um vier Uhr weiter. Das Gewicht ist leicht gestiegen (kein Wunder), der Glukosespiegel war über Nacht relativ konstant bei 100 mg/Dl.

Da ich überhaupt keinen Hunger habe, lasse ich das Frühstück ausfallen.

Nebel

Das Draußen ist voller Nebel. Satte, schwere Luft. Die wenigen Autos, die unterwegs sind, schleichen bedrückt. Die Welt glitzert.

Ich nehme die S-Bahn um 04:55 Uhr. Wenig los.

Schülerproteste

Am Samstag wollen Schülerinnen und Schüler in ganz Deutschland protestieren. “Konservative“ und die Springer-Presse haben Schaum vor dem Mund. Ich kann ja sehr gut Angst riechen und hier schlägt meine Spürnase an. Sie wissen, dass sie Politik gegen ihr eigenes Volk machen und das lässt sich nicht länger unter dem Deckel halten. Sie wissen, dass sie eine verschwindend kleine Minderheit sind.

Patrick Stewart

Patrick Stewart ist gestorben. Das macht mich traurig. Wie für viele meiner Generation hat er mich als Captain Picard durch die Jugend begleitet. Später mochte ich ihn auch als Professor X. Irgendwann habe ich den in meiner Jugend so geliebten Film “Excalibur“ wieder gesehen und war doch überrascht darin, den jungen Steward zu entdecken - übrigens neben der ebenfalls noch recht zarten Helen Mirren.

Nun ist er von uns gegangen.

Guter Lauf

Der lange Fußweg zur Dienststelle tut mir gut. Die Welt wird klarer. Sonnenaufgang am Rhein. Hier am Ufer ist auch ein Rummel aufgebaut, der jetzt natürlich noch geschlossen hat. Ein Bär hängt in der Luft. Piraten stehen leicht schief. Über dem Autoscooter Elvis und Marilyn. Ob die überhaupt noch jemand kennt?

Fühle mich wieder gut aufgestellt.

No Bandshirt

Eigentlich wollte ich mein altes Torfrock-T-Shirt zum Bandshirt-Friday anziehen, habe es aber im Schrankgewühl nicht finden können. Stattdessen hielt ich ein T-Shirt von Rocktheater N8chtschicht vom Programm “Gemein” in den Händen. Das ist aber so alt und ausgewaschen (muss Anfang der 90er gewesen sein …), dass es grau ist. Der Aufdruck ist aber noch in Schuss. Ich traue mich nicht, so einen ollen Lappen anzuziehen.

Vielleicht bin ich demnächst ja mutiger.

Ruhiger Vormittag

Draußen scheint die Sonne fein und der Freitagvormittag beginnt ruhig und fröhlich. Ich kann mich in Ruhe dem Verakten widmen. Das hat nichts mit Nackigkeit zu tun, sondern ist etwas, was Beamte gerne machen. Früher hat man gelocht, geheftet und verfügt. Heute klickt man. Das staubt dann nicht so.

Tiefpunkt, aber in Bezug auf Zucker

In der Mittagspause mache ich einen Spaziergang durch ein schön herbstliches Düsseldorf. Irgendwann wird mir leicht (!) schwummerig. Ein Blick in die App zeigt, dass der Anstieg des Blutzuckers nach der Mittagsmahlzeit von einer Talfahrt abgelöst wird. Er ist sogar kurz unter 70 mg/Dl (normal sind ca. 100). Der Wert fängt sich dann aber wieder. Ich beobachte die Werte ja deswegen so genau, weil ich vermute, dass meine Erschöpfungszustände vielleicht auf starke Blutzuckerschwankungen nach übermäßigem Zuckerkonsum zurückzuführen sind. Gestern Abend habe ich ja eine Menge Kekse gegessen und der Glukosewert war auch in der Nacht ziemlich lange konstant bei 100 mg/Dl. Wenn ich normal intervallfaste, scheint der Nachtwert niedriger zu sein. Mein Verdacht: Mein Körper (bzw. mein Gehirn) erwartet, dass wieder wie früher einfach "nachgelegt" wird, wenn der Blutzucker sinkt. Ich merke das ja doch durch vermehrten Appetit. Wenn ich aber den Zucker über einen gewissen Zeitraum meide, sinkt auch die Lust auf "Schnuckeln" rapide.

Später im Büro pendelt sich der Wert wieder auf 90+ ein.

Froher Feierabend

Ich mache spontan früher Feierabend und fühle mich wie der Herbstkönig. Die Sonne scheint noch und die Blätter sind bunt. So habe ich Zeit und Energie, um endlich mein Bad zu putzen und kann vielleicht unter Umständen sogar meine neue Computermaus, die aussieht, als wäre sie ein Nokia-Handy, installieren (wegen der Treiber wird das wohl ein wenig kompliziert).

Auf der Heimfahrt freue ich mich zusätzlich über ein paar unblogbare kleine Begebenheiten und über ein Therapiegeschenk.

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