Kieselblog

Mein Tagebuch

2026-10-20: Dienstag

Der Zeitfrust

Nacht

Seltsame Nacht. Recht tiefer Schlaf mit Ohrenstöpseln in drei Blöcken zu je zwei Stunden. Ich wache gegen 0 Uhr auf, denn um zwei, dann wieder um vier Uhr. Jedes Mal bin ich ziemlich wach. Woran das wohl liegen mag?

Immerhin ermöglicht mir der zersplitterte Schlaf einen relativ bunten Traum.

Traum von den Stasi-Fiche

Mir träumt, ich schaue eine Dokumentation über einen Privatdetektiv in der DDR. Er ist auf der Suche nach einem Dissidenten, der an eine Sammlung von Mikrofiche mit Abschriften von abgehörten Gesprächen gekommen ist. Die Stasi ist natürlich auch hinter dem Dissidenten und den Fiche her. Der Detektiv dringt in einer Spielszene in die Wohnung des Mannes ein. Der Dissident ist nicht da - vielleicht ist der geflohen? Weiter kommt der Detektiv aber nicht, denn er wird von einem Stasi-Agenten überrascht. Wohin die Stasi-Fiche gelangt sind, bleibt im Dunkel der Geschichte verborgen.

Ich mache einen Sprung durch Zeit und Rum und steige kurz vor dem Detektiv durch ein Fenster in die Wohnung des Dissidenten ein. Hektisch und voller Angst stopfe ich die gebündelten Mikrofiche in meinen Rucksack. Um die Stasi auf die falsche Fährte zu locken, lege ich eine Ausgabe des Grundgesetzes auf das Sofa im Wohnzimmer. Als ich schon beinahe wieder draußen sind, fällt mir ein, dass ich versehentlich auch ein kleines Geschenk meines alten Freundes OH dazu gelegt habe. Damit könnte man ja auf meine Identität schließen! Panisch stopfe ich das Geschenk wieder in meine Tasche.

Ich habe große Angst, erwischt zu werden. Auch fürchte ich, dass mein Rucksack aus dem Jahr 2026 in der DDR auffallen könnte. Dennoch gelange ich ohne Probleme nach Hause.

Hier räumt mein Vater gerade alte Möbel aus dem Keller. Sie sollen auf dem Hof gestapelt und dann von einem LKW abgeholt werden. Ich helfe ihm und nehme ihm ein Regal ab. Leider ist mein Elternhaus plötzlich aus altem Fachwerk und sehr verwinkelt. Auch muss ich durch einen Innenhof. Hier zerdeppere ich versehentlich einen Blumenkübel. Dummerweise gehört dieser der unangenehmen alten Frau, die im Erdgeschoß wohnt und die den Innenhof immer so “schön” schmückt. Ich bitte sie um Verzeihung. Sie scheint sich nicht allzu sehr aufzuregen und ich bin beinahe beruhigt.

Morgen

Ich stehe irgendwas gegen halb fünf Uhr auf. Stimmung ist eher mittel, aber nicht so schlecht. Mein Morgenspaziergang geht über den Innenhafen und tut gut. Dabei höre ich Musik und der Himmel ist fast klar. An ein paar Stellen mit wenig Licht kann ich sogar noch ein paar Sterne sehen.

Arbeitstag

Im Homeoffice Teilnahme an einer Fortbildung via ZOOOOOOM. Technische Probleme nerven mich hart. Als ich auf das private iPad mit der ZOOOOOOM-App wechsele, geht es besser. Während der Vorträge schnippele ich schon mal den Salat für das Mittagessen.

Guter Austausch in einer Breakout-Session.

Zu Mittag gibt es einen Hähnchenschenkel aus dem Speisefön mit Salat. Von den Beinen habe ich noch zwei im Kühlschrank (gibt es schon dreibeinige Hühner?) und die mache ich dann morgen. In den Rezepten heißt es immer, man solle die Hähnchenschenkel für 30 Minuten bei 200 Grad grillen, aber dann werden die schnell schwarz. Morgen probiere ich es mal mit 20 Minuten bei 120 Grad und zum Durchgaren und dann für zehn Minuten “volle Pulle”.

Zeitfrust

Zwischenzeitlich fühle ich mich von mir selber gehetzt, aber in der Mittagspause mache ich meine Meditation und damit komme ich wieder besser bei mir selber an.

Den Rest des Arbeitstages hänge ich Menüeinträge um, was erstaunlich befriedigend ist.

Feierabendunruhe

Zum Feierabend bringe ich Altglas weg und natürlich schneide ich mir dabei in die rechte Hand. Wie immer genau in der Daumenbeuge. Zum Glück nur ein winziges Schnittchen, dass aber doch einigermaßen ergiebig blutet. Ich schließe noch Einkäufe an. Die Bewegung und das Getrubel lenken mich ab.

Daheim installiere ich die Nextcloud-App “Pantry”, um meine Vorräte damit zu verwalten. Bisher nutze ich dafür die schöne App “FoodShiner” (Lebensmittel) und mein Arbeitspferde “DevonThink” (Haushaltwaren). Beide werde ich wegen des Umstiegs auf Linux aufgeben müssen. Ich mache aus den beiden Apps einen Export. Hierbei möchte ich besonders loben, dass FoodShiner als Ein-Mensch-Projekt auch eine Exportschnittstelle hat! In den nächsten Tagen werde ich dann versuchen, die Vorräte in Pantry zu übertragen. Wenn ich richtig gesehen habe, gibt es sogar eine Importschnittstelle.

Für Pantry gibt es auch eine iOS-App, die relativ gut funktioniert. Meine Einkäufe kann ich via Barcodescan eintragen.

Kompanie

Abends spiele ich dann noch mit den Mods von KCD2 herum. Bei einem kann man sich eine richtige kleine Kompanie aus Söldnern aufbauen. Das ist irgendwie witzig und funktioniert auch erstaunlich gut. Nur die Dialogtexte sind grottig übersetzt und mitunter unverständlich. Allerdings glaube ich nicht, dass ich diesen Mod besonders lange spielen werde. Es ist mehr ein fröhliches Ausprobieren, was so alles möglich ist.

Gegen 21:30 Uhr völlig zerschlagen zu Bett.

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