2026-10-12 Montag
Stille nicht verfügbar
Nacht
Wegen der vielen Schritte habe ich Muskelkater, der mich eine Weile lang vom Schlaf fernhält.
Dann kommt der Schlaf aber doch. Träume wirr.
Morgen
Der Wecker weckt um halb fünf Uhr. Da ich die Wege des Vortages noch in den Beinen spüre, gönne ich ihnen noch eine halbe Stunde Ruhe.
Recht geruhsahmes Frühstück (Kraftfutter mit Erdbeeren).
Am Hauptbahnhof scheint wieder was nicht ganz zu stimmen, denn die Verspätungen des RE19 summieren sich gerade auf. Ich weiche auf die S1 aus, die jedoch im Schlenk erst einmal stehen bleibt. Immerhin sitze ich gut, kann Schreiben und Lesen. Auch habe ich frischen Kaffee dabei. Irgendwann geht es dann doch weiter.
Cyberpunk 2077
Eine letzte Nebenquest will gespielt werden, dann folgt in den nächsten Tagen das Finale. Ein wenig Wehmut kommt auf wie bei einem guten Buch oder eine gute Serie, die zu Ende geht. Ich denke nicht, dass ich die Spielwelt nach Ende der Hauptstory noch häufiger besuchen werde. Dafür ist sie zu schlimm als Dystopie, obwohl die Stadt Night City in meinen Augen immer schöner wird.
Ich denke, eine Computerspielpause ist nach Cyberpunk mehr als angesagt. Zeit und Energie sollten dann mehr in den Roman und in den Umstieg auf Linux fließen.
Kekse
Auf der Arbeit lege ich 1,5 Packungen Erdnussbutterkekse ins Süßigkeitenfach. Eine halbe Packung hat die beste Ex-Frau von allen gestern gefuttert. So langsam aber sicher schwinden die Über-Bestände in meinem Keller. Selbst esse ich keinen Keks mehr wegen dem Zucker.
Ich bin schon sehr neugierig auf die Blutzuckerüberwachungssonden, die ich man sich in den Arm pieksen und per App auslesen kann.
Mittagspause, Metern
Die Sonne verwandelt das Draußen in einen schönen Herbsttag. Ich laufe zum Landtag und von dort aus über die kleine Fußgängerbrücke über der Hafeneinfahrt am Rheinufer entlang. Da ich heute morgen noch nicht viele Schritte machen konnte, gibt es einiges aufzuholen.
Ich erinnere mich daran, wie ich vor vielen Jahren schon mal abgenommen habe und dabei viel gelaufen bin. Gemeinschaftlich mit einem Arbeitskollegen bin ich dann gerne über die Rheinkniebrücke auf die andere Rheinseite gelaufen und dann über die Theodor-Heuss-Brücke wieder zurück. Wir haben das damals immer „Metern“ genannt.
Eigentlich ein schönes Wort für ein zügiges Gehen: Metern.
There is no such thing like silence
Zum Feierabend hin beschäftigt sich der Geist mit dem geplanten Betriebssystem-Umstieg. Die mobilen Möglichkeiten und Beschränkungen wollen mitgedacht werden! Immerhin will ich ja nicht Apple verlassen, um dann gleich Google in die Arme zu laufen.
Eieieiei! Jetzt freut sich der Geist, den er kann hüpfen, zappeln und kreisen und ich muss mich selber nicht spüren.
Ein Ruf aus weiter Ferne lässt mein Herz klopfen.
There is no such thing like silence.
singt Agnes Obel.
Ich muss immer wieder an die traurigen Tröpfchen denken und an die traurige Schnute, zusammengesunken in ihrem Stuhl.
Was in den Köpfen der Tröpfchen wohl ist? Ist dort vielleicht die Ruhe?