2026-08-26: Mittwoch
Lachs und Waldbüro
Nacht und Morgen
Ohrenstöpsel vergessen, trotzdem gut geschlafen. Im Traum war ich eine wichtige Persönlichkeit. Rest vergessen. Die Vergewisserung der eigenen Bedeutung reicht ja auch aus.
Müder Morgen. Der Wecker weckt mich um fünf Uhr, ich altes Schlafschweinchen snooze aber noch bis halb sechs. Dann stehe ich stöhnend auf.
Ernährung
Gestern noch in den Kommentaren zum Dienstag mit Markus vom Einsammelbuch ein wenig über die Gesundheit und Ernährung geplaudert. Die Frage, ob meine gelegentlichen Erschöpfungsattacken vielleicht doch auf eine Mangelernährung hindeuten könnten, geht mir nicht aus dem Kopf.
Das Gewicht geht ein wenig runter und angeblich ist die Muskelmasse wieder angestiegen. Ich vermute, das liegt an dem kleinen Weizenbrötchen mit gesalzenem Erdnussmus und ordentlich Marmelade, welches ich gestern zum Nachtisch aß. Das Glykon scheint direkt in die Muskeln zu wandern, dort Wasser zu binden und der Waage mehr Muskelmasse vorzugaukeln.
Fühle mich heute auch wieder dynamischer und fitter. Sollte ich meine Kohlenydratvorsicht vielleicht überdenken?
Spaziergang
Morgenspaziergang im Stadtwald. Übe mich mit dem Wanderstock. Das geht ganz gut und die Arme haben beim Laufen auch ein wenig was zu tun.
Gedankenfangen. Momentan sind die Tage wieder so voll, dass ich mich in Tätigkeiten verliere. Das ist nicht gut, weil es zu innerer Unruhe und damit zum verstärkten Drang nach Ablenkung führt. Das wiederum führt zu Essen und Suchtdruck.
Schlagartig wird mir bewusst, dass ich ja auch Dinge für mich tun kann. Dass ich heute keine Gruppe und damit mehr Zeit habe. Ich möchte nämlich weiterhin mittwochs früher Feierabend machen, um Zeit für mich zu haben. Die Zeit ist im Team und durch das Team ja eh frei geschaufelt. Ich darf die Zeit nur nicht mit Quatsch und Häuslichkeiten füllen.
Bauchfisch
Während ich in meinem Homeoffice vor mich hin werkele, klingelt Jerome an meiner Haustür. Der junge und sehr sympathische Bursche bringt mir meine Picnic-Einkäufe vorbei. Nun habe ich für mehr als eine Woche Quark und kann auch die nächste Wochenration Joghurt ansetzen. Außerdem ist in einer der Tütchen ja noch das Lachsfilet.
Das mittägliche Braten klappt hervorragend. Zuvor hatte ich im Internet nach Tipps gesucht (mit dem Braten von Fisch tat ich mich bisher schwer) und auf den Seiten der Deutschen Lachsbratstiftung fand ich eine einfache Anleitung.
Der Lachs zählt ja mit dem Hering, der Sardelle und dem Thun zu den sogenannten Bauchfischen. Die heißen so, weil sie alle immer unbedingt in meinen Bauch müssen.
Das Filet (freundlicherweise noch mit Haut) brate ich in ordentlich Butter (die muss ja auch mal weg) mit ein wenig Knoblauch an. Den garen Lachs lege ich beiseite und werfe eine geringelte Stange Lauch in die Pfanne. Zum glasig dreinblickenden Lauch kommt dann ein Schlag "Brunch"-Brotaufstrich (so viel Convenience darf sein!) und ein - wie meine Mutter es ausdrücken würde - "Stich Sahne", was einem ordentlichen Blubb entspricht. Alles verrührt und einmal aufgekocht. Dann lege ich den Lachs oben auf und lasse alles ein wenig ruhen. In der Zwischenzeit rösten im Speisefön Drillinge in Schale mit Salz und Öl.
Das Mittagsmahl rundet eine Flasche König Pilsener Alkoholfrei ab. Es schmeckt wirklich gelungen!
Salz
Das Mittagessen war salziger als, ich für gewöhnlich esse. Letztens wurde mir wieder bewusst, dass ich, wenn ich salzig esse, unbedingt bald danach ordentlich Wasser trinken muss. Wenn ich das nicht tue, bekomme ich nämlich großen Appetit auf noch mehr Salziges, auf Süßes oder auf alles auf einmal. Ich bin froh, dass mir das wieder klar wird und ich trinke nach Herzenslust Mineralwasser. Es ist gut, dass ich daheim bin und jederzeit rüber in die keramische Abteilung wechseln kann, wenn die Nieren ihre Arbeit gemacht habe.
Waldbüro
Erst überlege ich, zur Romanarbeit in die Stadtbibliothek z gehen, dann entscheide ich mich für die Uni-Bibliothek. Auf dem Weg dort hin biege ich spontan in den Stadtwald ab, denn das Wetter ist angenehm warm und vielleicht ist ja mein Waldbüro gerade frei. In Innenräumen kann ich im Herbst und im Winter noch zur Genüge sitzen.
Das Einarbeiten von meinen Änderungen in den Text klappt auf dem iPad ganz gut. Meist erledige ich diese Arbeiten nämlich eher am Mac und habe dabei das PDF mit den Korrekturen auf dem iPad geöffnet (sozusagen als zweiten Bildschirm). Im Waldbüro aktiviere ich jedoch einfach die Funktion "Apps als Fenster" und kann so zwischen dem PDF-Viewer und Ulysses einfach hin- und her wischen.
Ein wenig macht mir Sorge, dass es im Stil des Buches wohl einen Bruch geben wird, da ich die Tonalität zu Beginn durch die Rückmeldungen der Lektorin doch stark an ihre Wünsche angepasst habe. Es sollte ja nur gefühlt, gefühlt und gefühlt werden, bis es ihr dann zu viel wurde, dass die Protagonistin immer so verzweifelt ist in ihrer verzweifelten Lage. Einerseits fühle ich mich darin bestätigt, meinen Roman alleine fertig zu stellen mit all seinen Fehlern, andererseits glaube ich nicht, dass ich die Kraft habe, das erste Viertel des Buches noch einmal zu überarbeiten. Ich schiebe den Gedanken beiseite und werde dann mal abwarten, was die dereinstigen Testleser dazu sagen.