2026-08-21: Freitag
Gerichtsgrillteller
Nacht
Die erste Hälfte der Nacht ist ganz gut (mit Ohrenstöpseln), aber der zweiten Hälfte habe ich immer wieder Magenkrämpfe. Überflüssig zu erwähnen, dass das unangenehm ist.
Ich massiere mir mein Bäuchlein. Später muss ich mal aufs Töpfchen, was den Krampf ein wenig löst. Noch zwei Tabletten, bis ich wieder normal essen kann!
Morgen
Leicht zerdötscht stehe ich um kurz vor sieben Uhr auf. Da ich Gerichtstag habe, kann ich länger liegen bleiben. Der Magen ist ruhig.
Zum Frühstück eine Knifte mit Fleischsalat und eine mit Schinken. Schon ein ziemliches Kontrastprogramm zu meiner gewohnten Ernährung, aber zum Glück wird bald alles wieder wie immer.
Gerichtskaffee
Ich bin früh im Gerichtsgebäude. Mir fällt wie bei fast jedem Besuch hier auf, dass die Justizbeamtys und die -angestelltys hier eigentlich immer alle sehr freundlich sind und nett grüßen. Bei uns in den obersten Landesbehörden ist das leider nicht mehr so. Mitunter sind Kollegys sogar irritiert, wenn man ihnen ein freundliches „Guten Morgen!“ vorlegt.
In der Gerichtskantine gibt es keine Tassen, sondern nur noch Becher. Notiz an mich: Das nächste mal eine eigene Tasse mitbringen!
Den Gerichtskaffee habe ich auf
Es geht hin und her und dann passiert doch nichts, weil der Verteidiger krank ist. Die Mannschaft ist komplett versammelt inklusive Praktikanten, aber da kann man halt nix machen.
Gibt es eigentlich schon Studien zur psychischen Verfasstheit von Berufsrichterinnen und Berufsrichtern? Einige — und hier besonders Frauen — scheinen sich ein gewisses Fleischerhundgehabe anzulegen. Vermutlich, um das Elend nicht an sich heranzulassen. Wichtig ist an dieser Stelle, dass es sich wirklich nur um das Gehabe handelt und nicht um die Entscheidungen und Einschätzungen selber.
Für einen Moment bin ich in der Zwickmühle, ob ich nicht noch nach Düsseldorf in die Bibliothek fahren sollte, aber nach der krampfigen Nacht und weil mir eh schwummerig ist, will ich mich lieber ausruhen. Einen kurzen Umweg über den Barista für den Kauf meiner Lieblingsbohnen mache ich aber dennoch.
Grillteller
Da mein Magen zu krampfen beginnt, wenn er vollkommen leer ist, esse ich ungewöhnlich viel. Die Abendtablette (die letzte) nehme ich bei Olga ein, wo ich mir einen Grillteller reinzimmere. Schmeckt mir wieder einmal sehr gut. Ich bin nicht der Einzige, dem es hier so schmeckt, denn die Leute stehen buchstäblich Schlange für einen Tisch.
Glück durch Spiel
Daheim zocke ich Cyberpunk 2077 und falle in eines meiner Lieblings-Kaninchenlöcher, nämlich der Bewaffnung. Seitdem ich kapiert habe, dass man die als „ikonisch“ bezeichneten Waffen upgraden kann, gibt es kein Halten mehr. Gerne hätte ich einen ikonischen Revolver, weil ich mit denen so gut zurecht komme. Aber entweder habe ich in der Spielwelt noch keinen gefunden oder ich habe den schon längst verkauft. Im Herstellungs-Tab finde ich das Schema für einen Tech-Revolver, aber der schießt immer nur ein einziges Explosiv-Geschoss und muss dann nachladen.
Durch die ganze Sache bin ich dann wohl ein wenig ungewöhnlich lange am Rechner. Natürlich nicht schlimm, denn ich bin ja schon groß und es ist Wochenende.
Glücklicherweise bekomme ich so eine E-Mail von DHL mit, dass ich für das Ersatz-Display 4,16 Euro Zoll bezahlen muss, was ich auch sofort tue, damit es weiter gehen kann.
Viel zu spät zu Bett.