2026-08-13: Donnerstag
Kalium, die Göttin des Todes
Nacht
Ganz ordentliche Nacht ohne Ohrenstöpsel. Träume bunt und wirr. Zwischendurch werde ich wie immer wach.
Morgen
Ich stehe gegen halb fünf Uhr auf. Einigermaßen ausgeruht muss ich dennoch feststellen, dass mein Schlaf mit Ohrenstöpseln tiefer und erholsamer ist.
Das Draußen ist wärmer als gestern morgen, aber ein kräftiges Stoßlüften hilft dennoch. Die nächsten Tage sollen ja wieder besonders heiß werden.
Gewicht. Körpergefühl
Ich bin wieder UHU! Fühle mich dynamisch und kraftvoll, auch wenn die Muskeln ein wenig quietschen. Sicher geht ein Teil des Gewichtsverlustes auf das Antibiotikum zurück (ihr wisst schon), aber eben auch nur zum Teil. Die Zuckerlust lässt nach.
Blutwerte
Als ich die Mülheimer Straße entlang gehe, bekomme ich einen Anruf vom Facharzt. Er ärgert sich darüber, dass man meine Blutprobe extra nach Herne gefahren hat, was den Kaliumwert wohl sehr verfälscht hat. Diesem Wert nach müsste ich nämlich flach auf dem Boden liegen. Aber ich bin auch nicht der einzige Patient, der von dieser Verfälschung betroffen ist. Zum Glück geht es aber nicht eigentlich um den Kaliumwert. Mein ganz spezieller Wert ist erfreulicherweise runter gegangen. Er ist allerdings noch mindestens 5x so hoch wie er sein sollte, also bekomme ich noch ein Rezept für die nächste Runde Antibiotikum. Der Facharzt hat heute "langen Donnerstag", weswegen ich noch schnell das Rezept abholen kann.
Ich bin beruhigt, dass die Behandlung anschlägt. Nicht nur, weil ich den Infekt natürlich loswerden will, sondern auch, weil es wirklich ein Infekt zu sein scheint und nicht etwas anderes.
Karte
Ich bekomme eine Postkarte aus meiner Heimatstadt aus dem Jahr 1940. Abgeschickt wurde sie allerdings vor einigen Tagen aus einer anderen Ecke Deutschlands. Wie mir die Lieblingskollegin vorliest (sie kann Sütterlin lesen), handelt es sich um freundschaftliche Grüße aus der Sommerfrische von einem alten Schulfreund.
Da setzt sich jemand hin, sucht eine alte Postkarte aus seinem Fundus und schreibt mit Bleistift in einer für ihn auch nicht gerade alltäglichen alten Schrift ein paar Grüße an mich.
Vergleicht das mal mit einer von einem Sprachmodell erzeugten E-Mail!