2026-08-12: Mittwoch
Ich bin schon ein ziemlicher Rüdiger
Nacht
Ganz ordentliche Nacht. Ohrenstöpsel bis ca. ein Uhr morgens, dann ist es still in der Welt.
Traum vom Mondflug
Mir träumt, ich bin in einem Zug, welcher aufgrund seltsamer Umstände die Erdatmosphäre verlässt. Nur durch das tapfere Handeln des Zugführers bleiben wir Fahrgäste von schlimmen Schänden verschont. "Ich bin ein ziemlicher Rüdiger!" wird der Zugchef später in einem Interview mit dem SPIEGEL sagen. Doch erst einmal treiben wir mit unserem ICE durch das Weltall. Eigentlich wollen die ersten Fahrgäste jetzt langsam aussteigen, aber das Zugteam hält die Menschen zurück.
Dann hören wir komisch Geräusche. Es stellt sich heraus, dass wir nicht der erste ICE im Weltall sind. Es muss ein Zug vor uns die Erde verlassen haben. Allerdings war sein Schicksal schlimmer als das unsrige, denn wir sehen von ihm nur Trümmerteile, die an der Außenhülle unserer Waggons abprallen. Dann sehen wir aus den Fenstern auch Leichenteile. Mütter ziehen ihre Kinder von den Fensterplätzen weg.
Wir haben alle Angst.
Morgen
Die Nacht ist ungefähr gegen viertel nach drei Uhr zu Ende. Das Fasten und die Ohrenstöpsel haben den Schlaf wieder verbessert und vertieft. Ich bleibe aber noch eine Stunde liegen und döse vor mich hin.
Um viertel nach vier Uhr stehe ich auf und stelle mich auf die Waage. Das Gewicht ist weiter runter gegangen, allerdings bin ich noch immer dreistellig. Ich starte die "Happy Scale"-App und schaue mir mein Ziel von 95 kg an. Etwas, worauf ich hinarbeiten kann!
Da mein Körper ja eh gerade dabei ist, Fett zu verstoffwechseln, unterstütze ich das mit einem Morgenspaziergang am Ruhrdeich entlang. Noch ist es dunkel, aber ungefähr auf der Höhe des Innenhafens dämmert es. Die Ruhr liegt noch in ihrem Bett. Sie hat keine Lust, aufzustehen und snoozed noch ein paar Mal.
Hunger
Nach einem ausgiebigen Morgenspaziergang bringe ich bei der Arztpraxis meinen Arm vorbei, damit sie etwas Blut abzapfen können. Im Heimbüro dann gegen halb neun Uhr Frühstück (Kraftfutter mit Äpfeln). Das Fasten tut mir gut, das Essen aber auch.
Plakate
Plakate machen Werbung für mehr mit ohne Handy.
Wenn Du etwas auf Plakate druckst, dann hast Du es bereits verloren.
Sonnenfinsternis
Als ich von der Gruppe aus nach Hause gehe, bin ich so mit allen Dingen um mich herum und in mir drin beschäftigt, dass ich überhaupt keinen Gedanken an die Sonnenfinsternis verschwende. Ich erinnere mich nur an die "SoFi" damals in den 90ern (?), die für so viel Aufregung gesorgt hat. Was wurden wir gewarnt! Was gab es einen Ansturm auf die Schutzbrillen! Als es dann losging, bin ich auf die Poppelsdorfer Allee gegangen und habe mich dort mit den Kolleginnen und Kollegen getroffen. Ich hatte keine Schutzbrille, weswegen ich auch immer nur mal ganz kurz hoch geschaut habe, denn mir wurde schon als Kind beigebracht, dass man nicht zu lange in die Sonne gucken soll (woher wussten meine Eltern das nur?). "Du hast doch zu lange in die Sonne geschaut!" klingt ja auch wie die Beschimpfung einer Person, die sich irgendwie dumm verhält. Auf dem Mittelgras Ein Kollege reichte ein Tablett mit Gebäck herum, was sich im Nachhinein ein wenig absurd anfühlt.