2026-08-01: Erschöpfung. Schwitzen
Nacht
Sehr unruhige Nacht mit viel Schwitzen. Ich hole irgendwann alle meine alten T-Shirts aus dem Kleiderschrank. Die hatte mal beim Aussortieren der zu großen Wäsche behalten, um sie Schlaf-Shirt oder Gammel-Shirt zu nutzen. Jetzt ziehe ich die Shirts (es sind vielleicht vier oder fünf Stück) nacheinander an. Ist eines durchgeschwitzt, kommt das nächste. Da ich ja nicht wegen der Hitze schwitze, befürchte ich, mir ganz ohne Kleidung auch noch eine Erkältung einzufangen. Irgendwann hängen alle T-Shirts bis auf eines auf dem Wäscheständer zum Trocknen. Ich trinke so viel Wasser, wie ich kann.
Träume sind von familiärem Hintergrund und erschreckend. Zusätzlich mache ich mir Sorgen um jemanden.
Morgen
Ich stehe gegen sieben Uhr auf, setze mich aber noch mal in den Schwingsessel. Wenn ich hier schlafe, scheine ich nicht so doll zu schwitzen.
Krank
Ich hänge durch. Muss immer wieder schlafen. Ein paar dringende Einkäufe erledige ich. Dann muss ich wieder ruhen.
Eigentlich will ich während des Infektes dreimal statt zweimal am Tag essen, aber obwohl ich gute und sehr leckere Sachen da habe, kann ich mich nicht dazu überwinden. Ich weiß wirklich nicht, was ich machen soll. Dieser dumpfe Nebel in meinem Kopf macht es auch nicht leichter. Ich gehe in meinen Gedanken nun die Gerichte (egal welche) durch, auf die ich überhaupt einen gewissen Appetit entwickeln könnte. Als einziges Gericht bleibt Pizza und deswegen hole ich mir eine. Sie schmeckt mir tatsächlich ganz gut und ich bekomme sie auch hinunter, gefolgt von einer Ibuprofen.
Es sind dann doch nur zwei Mahlzeiten heute.
Hagen von Tronje
Krank schaue ich mir die Verfilmung von Hohlbeins "Hagen von Tronje" an. Der Film hält sich nur sehr locker an die Vorlage. Der "Production Value" ist natürlich eher deutsch, aber irgendwie scheint man das mit dem Licht und der Kamera langsam besser hin.
Mir gefällt sogar ganz gut, dass Kriemhild nicht so die Damsel in Distress (oder: Blondes Dummchen) ist wie im Buch. Siegfried wirkt in seinem Wahn echt creepy und Gijs Naber macht einen guten Eindruck als Hagen.
Einmal gibt Kriemhild dem älteren Mann die Möglichkeit, sich zu öffnen, aber dieser kann das nicht. Das fand ich sogar eine ziemlich starke Szene.
Die Bildsprache und die Musik sind eher hemdsärmelig gewählt, was ich aber nicht als Kritik verstanden sehen möchte (aber auch nicht als Lob). Ich kann allem gut folgen und weiß immer wo und wer und wann „ich“ bin.
Wie Siegfried und Kriemhild sich dann verlieben, geht dann doch überraschend schnell. Immerhin ist in Siegfrieds Creepiness trotzdem immer auch ein wenig Menschlichkeit.
Wird auch in anderen Filmen usw. erzählt, dass das Erschlagen des Drachen (eher ein moderner Fantasy-Drache denn ein sagenhaftes Monster) der größte Fehler seines Lebens war?
Die Welt fühlt sich für mich sehr glaubwürdig an. Von den Farben bis hin zur Ausstattung.
Über den üblichen Filmquatsch wie den, dass die Schwester des Königs für ein paar Tage im Wald verschwindet ohne dass das gesamte Reich in Aufruhr gerät, kann ich inzwischen hinwegsehen.
Von Brunhilds Island war ich dann positiv überrascht. Man hat das wagnereske und vikingsmäßige weggelassen und alles mit Voll-Fantasy beworfen — mit leicht afrikanischen (!) Vibes. Brunhilde selber ist übrigens auch eine positive Überraschung, ebenso wie Alberich.
Für Etzel hat man sich ein nettes Jürgen-von-Prochnow-Look-a-like gesucht. (SCNR)
(Kleiner Spoiler) Die Geschichte mit der Zielscheibe auf dem Rücken hat man sich klug gespart. Der Mord an Siegfried ist wieder sehr nah an der literarischen Vorlage.
Abend
Ich spiele Fatekeeper an. So ein Action-Rollenspiel aus der Ego-Perspektive. Gibt es im Early Access relativ billig. Für mich ganz gut zur Ablenkung zwischendurch, obwohl ich dieses andauernde Gegnerschnetzeln und „Erst nach links hüpfen, dann nach rechts und dann zuschlagen!“ auf die Dauer ziemlich langweilig finde. Aber die Grafik ist hübsch, das Spiel hat einen düsteren Humor und man ist wohl eh sehr schnell durch mit der Handlung.