Kieselblog

Mein Tagebuch

2026-07-31: Back Home

Nacht

Wie erwartet, ist die Nacht schwitzig. Der Infekt hält mich ein bisschen auf Trab. Aber mit viel (viel!) Wasser und Ibuprofen geht es einigermaßen. Die Situation stabilisiert sich und ich hoffe, dass sowohl die Heimfahrt morgen mehr oder weniger gut aushaltbar wird und ich vor allen Dingen über das Wochenende komme, ohne (allerdings nur im allerschlimmsten Fall) ins Krankenhaus zu müssen. Vom Allerschlimmsten bin ich aber noch weit entfernt. Die Gedanken gehen nur in diese Richtung.

Traum vom Mähroboter

Mir träumt, ich bin bei meinen Eltern und hüte während ihrer Abwesenheit ihr Haus. Morgens sehe ich durch das Küchenfenster, dass der Mäh- und der Gießroboter sich auf den Weg zu ihrem Tagwerk machen. Ich gehe ins Wohnzimmer und durch die dortige Terrassentür nach draußen. Hier begegnen mir zwei kleine Jungs auf Kinderfahrrädern und mit Tornistern auf den zarten Rücken, die auf den Gehwegplatten rund um mein Elternhaus zur Schule fahren. Die Jungs grüßen schüchtern. Sie kennen mich auch nicht. Die Roboter hingegen fahren unbeirrt auf den Grünstreifen neben der Straße. Der wird mit gemäht, auch wenn er eigentlich der Stadt gehört. Es ist schon viel los: Insekten wuseln, Vögel wuscheln, mir kommen zwei kleine Blechfiguren entgegen. Eine davon kommt mir bekannt vor. Wir grüßen uns.

Morgen

Ich stehe um kurz vor sechs Uhr aus einem total durchgeschwitzten Bett auf. Trotz der ständigen Unterbrechungen bin ich einigermaßen erholt. Ich führe das darauf zurück, dass ich in der Nacht auf meinen Flüssigkeitshaushalt geachtet habe.

Entgegen meinen Gewohnheit dusche ich morgens. Ich denke, die Umwelt und der Säureschutzmantel meiner Haut werden es mir verzeihen, wenn heute zweimal duschen werde.

Hotelfrühstück

Heute nehme ich mal kein Rühr- oder Spiegelei, sondern esse neben einem stark obsthaltigen Müsli noch eine Waffel mit Nuss-Nougat-Creme ("Nutella") und einen kleinen Pfannkuchen mit Johannisbeergelee. Der Pfannkuchen schmeckt mir besser die Zucker-Fett-Paste.

Ich bleibe noch eine Weile sitzen, trinke Kaffee (ich sollte eigentlich kein Koffein zu mir nehmen, aber man muss sich ja auch mal was gönnen) und bringe meine Aufzeichnungen auf Stand.

Heimfahrt

Zeitige Abreise vom Hotel. Ich winke dem Stadttor (an dem mein Hotel ja klebt) noch einmal innerlich zu, dann laufe ich zum Bahnhof. Auch um neun Uhr morgens ist es schon knackewarm.

In der Bahnhofsbäckerei kaufe ich Apfelsaftschorle und Wasser. Ich muss gerade jetzt noch mehr als sonst auf eine ausreichende Wasserversorgung meines Körpers achten. Daher „darf“ ich auch zwischen den Mahlzeiten Kalorien in Form von verdünntem Apfelsaft zu mir nehmen.

Umstieg in Nürnberg. Voller Bahnhof, volle Pulle Hitze. Mangels Alternativen (alles besetzt oder sonst irgendwie doof) esse ich bei Burger King zu Mittag. Ist aber trotzdem ganz in Ordnung. Erst später entdecke ich in der „Nürnberger Markthalle“ entsprechende Möglichkeiten.

Ein wenig unruhig tigere ich noch herum, bis ich einen Platz auf einer Bank ergattere. Hier warte ich bis kurz vor Einfahrt meines ICE in Richtung Essen.

Als ich auf meinem Platz sitze, wird mehrfach per Durchsage darum gebeten, Plätze von Taschen usw. zu räumen, da der Zug sehr voll werden wird. Wegen Doppelbuchung des Fahrradwagens muss ein anderer Wagen geräumt werden. Menschen mit Gepäck stehen in den Türen. Die Abfahrt des Zuges verzögert sich um fast (!) eine Stunde. Ich notiere mir die Details für das Fahrgastrechte-Formular.

Für mich ist weniger die Wartezeit unangenehm, sondern die spürbar wachsende Aggression einiger Mitreisenden. Allerdings beruhigen sie sich wieder, als der Zug losfährt.

Die Dame vom Bordbistro ist jung, spricht mit einem irgendwo südosteuropäischem Akzent und fegt durch den Zug wie ein jugendlicher Hexenbesen. Das gefällt mir sehr.

Die Verspätung klettert bis Aschaffenburg bis auf 66 Minuten und immerhin (sic!) darf ich mir Hoffnung darauf machen, als Trostpflaster meine Fahrgastrechte geltend zu machen.

Der Halt in Frankfurt Hauptbahnhof entfällt. Dann muss ich mich also doch nicht auf mein iPad setzen und alle Leute böse angucken. Auf der Karte im Wagendisplay bekommt der Halt Frankfurt a.M. HBF ein kleines Kreuz wie auf dem Kontrollmonitor eines Atomkrieg-Generals.

Kurz vor Siegburg bekommt dann auch „mein“ Halt Duisburg das Atomkrieg-Häkchen. Immerhin kann ich in Düsseldorf knapp vorher aussteigen und wenn mich der Regionalverkehr oder ein anderer ICE warm umfängt, bin ich wenigstens nicht komplett grottig spät daheim.

Doch meine Erleichterung währt nicht lang, denn wir müssen in Leverkusen aussteigen. In Düsseldorf gibt es eine Stellwerksstörung. Man empfiehlt den Reisenden die S6, weil der Regionalverkehr wohl noch rollt.

Der Hauptbahnhof Leverkusen ist nun von desorientierten ICE-Fahrgästen überschwemmt. Ich verpasse gerade noch einen RE5, dann kommt aber ein RE1 mit dem ich dann doch einigermaßen bequem nach Hause komme.

Abend

Ich kaufe im gerade noch geöffneten Biomarkt zwei Kürbiskernbrötchen und Dinge zum „Drauftun“. Dazu ein Teilkringel Baumkuchen. Ein gutes Abendbrot. Dann räume ich noch die Tasche aus, schaue noch kurz beim Mac vorbei, um das Fahrgastrechteformular auszufüllen und falle dann ins Bett.

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