2026-08-02: Pocketbook. Ruhrwehr
Nacht
Halbwache Nacht. Ständige Toilettengänge. Viel Nachtschweiß. Alles nass. Schmerzen. Ibuprofen.
Field Writing
Erst mal sitzen, erst mal sammeln. Heute war der Hamster wieder einmal ganz schön aktiv, hat mich getriezt, hat mich getrieben. Doch in dem Moment, in dem ich vor ihm davonlaufen wollte, bin ich einfach stehen geblieben.
Eigentlich habe ich heute wieder mehr Dinge erledigt, als ich zugeben will. Dabei habe ich mir sogar was gegönnt: Einen E-Book-Reader habe ich mir bestellt, weil ich meinen Pocketbook doch sehr vermisse. Lesen auf dem iPad ist daheim zwar ganz nett, aber für unterwegs ist es zu schwer, zu groß und zu wertvoll. Meinen Pocketbook habe ich ja seinerzeit in einer schlechten Zeit verloren. Er war da aber auch schon alt.
Bestellt habe ich auch einen neuen Tisch für den Balkon. Der hat richtige Beine, damit ich auch vernünftig an ihm sitzen und schreiben kann. Dazu gibt es noch einen Klappstuhl für Besuch und einen kleinen Klapptisch, falls ich mal auf dem "großen" Tisch den Gasgrill aufbauen möchte oder so. Ich freue mich.
Über eine Stunde mit dem Thronfolger telefoniert. Ich kann ihn wegen meiner Erkrankung nicht besuchen.
Mein kleines Herz bekommt ab und an wieder etwas zum Hüpfen, aber es ist langsam daran gewöhnt.
Gegen 18 Uhr traue ich mich, einen Spaziergang zu machen. Energie ist wieder da und was halten soll, hält auch. Ich schreite erstaunlich energievoll aus, der untergehenden Sonne entgegen, was ausnahmsweise keine literarische Übertreibung darstellen soll.
Field Writing am Ruhrwehr. Das Kreischen der Möwen mischt sich mit dem der Krähen. Die Baumaschinen haben sich jetzt zum Abend wieder um das Wehr versammelt. Sie trauen den dünnen Zäunen nicht und schützen sich in der nun bald hereinbrechenden Dunkelheit gegenseitig vor den Geschöpfen der Nacht.
Das Schreiben auf dem Alpha klappt ganz gut, jedoch vermisse ich das schöne, groß wirkende E-Ink-Display des Zerowriters. Doch Ersatz soll bald kommen.
Damen e-bikeln aufrecht an mir vorbei. Ihnen kommt ein jugendliches Pärchen auf Elektrorollern entgegen. Die jungen Leute schreien sich gegenseitig an. Die Damen lächeln.
Abend
Der Spaziergang ist gut. Danach ist mein schwarzes T-Shirt jedoch von Salz gezeichnet wie das Band-Shirt einer Death-Metal-Band. Ich schaffe es, am Abend ein wenig auf dem Balkon zu sitzen und zu lesen. Ich probiere dabei die Pocketbook-App aus. Als ich die selbe Schriftart wie in der Bücher-App des iPads einstelle, gefällt mir plötzlich alles. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier.
Die Luft auf dem Balkon ist lau. Bei Schreiben hilft das beleuchtete Display des Alphas. Ich sehe Fledermäuse flitzen, meine sie auch Fiepen hören zu können.
Früher habe ich hier häufig betrunken gesessen. Jetzt habe ich aromatisiertes Wasser und mein eigenes Leben.
Ungeordnet
Die Entführung von Maduro war ein Präsidenzfall.
Speicherung erfolgt lokal auf Ihrem Entengerät. Quak!