Kieselblog

Mein Tagebuch

2026-10-26: Montag

Langsamer Linux-Umstieg

Nacht

Tiefer Schlaf, häufig unterbrochen. Lange Zeit mit Ohrenstöpseln. Der Muskelkater lässt mich immer wieder aufschrecken.

Träume

Mir träumt, ich spiele mit asiatisch gelesenen Kindern im elterlichen Garten mit Gummibällchen. Wir kicken uns die Bälle gegenseitig zu, dribbeln sogar. Das macht Spaß, ist aber sehr anstrengend.

Es folgen viele Träume in den frühen Morgenstunden. Die meisten vergesse ich aber wieder.

An einen Traum kann ich mich aber noch erinnern: Ein paar Freunde und ich fahren mit dem Zug in Fröndenberg los. Wir wollen zu einem Stausee (Bigge? Sorpe? Möhne?). Die Stimmung ist gut, das Wetter ist freundlich. Doch plötzlich sehe ich an einem Bahnhof ein Feuer brennen. Danach sehe ich eine Burgruine. Irgendwie sind wir auf der falschen Strecke! Verwundert schauen wir uns um: Sind wir im falschen Zug? Wurde unser Zug umgeleitet?

Nur mein Cousin AV bleibt ganz ruhig. Er holt sein Strickzeug raus und meint, so würde er gerne auch auf Sylt im Sonnenuntergang sitzen. Er ist beeindruckend entspannt.

An diesem Traum ist bemerkenswert, dass mein Cousin AV schon seit Jahren verstorben ist. In meinem Traum hat er wohl seinen Frieden machen können - im echten Leben hat er das mit Alkohol versucht und dieser hat ihn dann geschafft.

Vielleicht ruht er ja wirklich in Frieden.

Morgen

Am Abend hatte ich ja darauf spekuliert, wegen der Uhrenumstellung früh wach zu sein und hatte den Wecker auf vier Uhr gestellt. Tatsächlich bin ich früh wach, aber total kaputt. So ein Rekord fordert halt seinen Preis (klingt wirklich so, als hätte ich etwas geleistet!). Statt die Snoozerei anzufangen, stelle ich direkt auf sechs Uhr weiter und schlafe weiter. Unter anderem träume ich jetzt von meinem Cousin.

Kein Frühstück

Ich habe überhaupt gar keinen Frühstückshunger und lasse daher das Frühstück ausfallen. Ich bin stolz darauf, dass ich die Mahlzeit nicht etwa deswegen überspringe, um mich irgendwie für die Schlemmerei (es waren auch noch eine Pizzastange und mehrere Flaschen alkoholfreies Bier dazugekommen) gestern bestrafen müsse, sondern weil mein Körper mir sagt, dass er gerade genug auf Lager hat.

S-Bahn

Der Regionalverkehr ist chaotisch. Ich nehme direkt die S1, deren Gleis wohl nicht so sehr vom Sturm betroffen zu sein scheint.

In Düsseldorf dann aus Gründen von Zeit und Kraft die Straßenbahn.

Kopf

Schon lange berichtete ich nicht mehr von den zwei Wunden am Kopf. Sie sind nämlich wohl fein verheilt. Es sind keine weiteren Fäden aus den Untiefen meines Hirnes aufgetaucht und nix hat sich entzündet. Manchmal greife ich mir ein an den Kopf und fühle nach den Narben. Häufig greife ich mir aber auch aus anderen Gründen an den Kopf.

Mittagspause

Natürlich habe ich heute noch nicht so viele Schritte gemacht. Also schreite ich zur Mittagszeit tüchtig aus und durchwatschele den Düsseldorfer Stadtteil Bilk. Dazu höre ich Musik. Vollkommen überrascht verspüre ich Anklänge von Fröhlichkeit oder gar ein ganz klein wenig Glück. Es könnte mit dem schönen Wochenende in Verbindung stehen oder auch mit ein paar anderen Geschehnissen und Begebenheiten, die sich so ergeben haben. Es ist nichts Weltbewegendes, aber vielleicht wirken die Dinge deswegen so.

Kalte Finger

Am Nachmittag wird mir kalt. Besonders die Finger kühlen aus. Das scheint bei mir ein Zeichen dafür zu sein, dass mein Körper sich noch nicht wieder ganz an seine Fastenroutinen gewöhnt hat. Angenehm ist, dass immerhin die Finger der rechten Hand (meine Maus-Hand) direkt neben dem Lüfter des Dienstlaptops ruhen und so konstant gewärmt werden, solange sie nicht tippen. Der Lüfter des Laptops läuft andauernd, was an Microsoft Windows und zahlreichen byzantinisch-verschnörkelten Nachbesserungen seitens des IT-Dienstleisters liegt.

Linuxerei

Momentan kommt hier der neue PC nicht so häufig vor, da mir Zeit und Energie für den eigentlichen Umstieg fehlen. Das ist nicht schlimm, da mich ja nichts treibt. Dennoch würde ich natürlich doch gerne hier und dort weiter vorankommen.

Ich möchte ein paar Dinge daher nur mal schnell dokumentieren:

Notizen

Ich definiere “Notizen” als eher flüchtige Objekte, analog den Zetteln eines Notizblocks. Natürlich muss man sie in der App schnell wiederfinden können, aber sie ist nicht als Wissensspeicher gedacht. Erst habe ich mal wieder Joplin ausprobiert, aber ich komme mit der Oberfläche nicht so gut zurecht. Es gibt in der iOS-App auch keine Teilen-Erweiterung, um z. B. den Inhalt einer Notiz via Messenger zu versenden.

Da ich nun viel mit Textdateien in meiner Nextcloud herumhantiere, bin ich (ebenfalls wieder) auf Obsidian gekommen. Im Gegensatz zum meinem früheren Versuch sehe ich es nun nicht mehr als eierlegende Wollmilchsau, als zweites Gehirn oder sonstwas, sondern einfach als ein etwas anders aufgebauten Notizblock, welcher (das ist wichtig) die Inhalte als schön blanke Markdown-Dateien (Text) im Filesystem ablegt. Synchronisierung erfolgt über ein Plugin, welches WebDAV spricht.

Logseq (den Open-Source-Bruder von Obsidian) habe ich mir auch mal angeschaut, aber bei dem Programm geht es wohl eher darum, das Prinzip “Zettelkasten” möglichst konsequent durchzusetzen. Ich muss aber zum Glück überhaupt nichts durchsetzen und die Idee, jeden Absatz als eigenen Block zu behandeln, klingt in der Theorie zwar interessant, ist aber für mich in der Praxis einfach viel zu umständlich.

Mail, Kalender, Kontakte

Thunderbird. Kann alle drei Funktionen und Kontakte und Kalender synchronisieren via CalDAV und CardDav problemlos mit der Nextcloud.

Todo

Ich habe ein paar Möglichkeiten zum Selber-Hosten ausprobiert, aber die waren mir zu klumpig. Ich möchte z. B. die Reihenfolge der Aufgaben gerne selber bestimmen. Ich bin jetzt wieder bei Todoist gelandet. Es gibt Apps für alle gängigen Plattformen (inklusive Linux) und sogar eine gute Web-Oberfläche.

Spielen

Mein Abo für GeForce NOW habe ich gekündigt. Spielen klappt mit Steam, Proton und auf meinem “Gaming-PC” total gut. Es macht Spaß, Mods auszuprobieren.

Wissenspeicher, Dokumentenmanagement

Ich muss mich ja von meinem langjährigen (!) Begleiter DevonThink verabschieden. Dokumente kommen nun in meine selbstgehostete Paperless-Instanz. Zwar läuft die App ganz gerne mal aus der Erinnerung heraus (“Out of memory”), aber im Großen und Ganzen ist das ein ziemlich durchdachtes und leistungsfähiges Programm.

Die wenigen Dinge, die ich in einen Wissensspeicher tun möchte, kommen jetzt in mein Obsidian-Vault. Ein Anwendungsbeispiel sind Öffnungszeiten von bestimmten Läden. Gerade kleinere Betriebe (Imbisse) haben keine Webseite und die Angaben auf Seiten wie “oeffnungszeiten.xxx.porn.ru” sind leider häufig veraltet und vor allen Dingen kommt mir häufig unterwegs der Gedanke “hat xyz vielleicht gerade auf?”. Irgendwann ist mir aufgefallen, dass ich die Öffnungszeiten von einem Supermarkt immer und immer wieder gesucht habe und da habe ich mir die einfach mal elektronisch “gemerkt”.

Vorratsmanagement

Wenn ich eine Konserve gekauft und in den Vorratsschrank geräumt habe, vergesse ich die direkt. Irgendwann finde sie unter einer dicken Staubschicht wieder und sie ist seit Ewigkeiten abgelaufen. Im Keller lagere ich die großen Tüten mit Haferflocken, Nüssen und Trockenfrüchten, die ich jeden Tag in großen Mengen verspeise. Ebenso sind dort meine Vorräte an Duschöl, Shampoo und anderem Kram. Damit ich den Überblick nicht verliere, führe ich darüber (natürlich) elektronisch Buch. Bisher habe ich für Lebensmittel die sehr schöne App FoodShiner dafür benutzt. Die gibt es für iOS und macOS, ist kostenlos und funktioniert super. Die “Haushaltswaren” habe ich bisher immer in DevonThink verwaltet. Nun probiere ich das Nexcloud-Plugin Pantry dafür. Bin aber noch nicht dazu gekommen, die alten Daten einzupflegen oder zu importieren.

Backup

Das Thema drängt sich auch langsam nach vorne. Das Programm Pika ist ein möglicher Kandidat.

Markdown-Editor

Gerade ist MarkText ist mein momentaner Favorit. Ist einfach, schnell und hat eine aufgeräumte Oberfläche.

Vielleicht finde ich aber noch mal ein Programm mit einer “Bibliotheksverwaltung” wie iA Writer. Ich würde gerne bestimmte Ordner im Filesystem fest antackern, weil ich eh immer nur in den den gleichen Ecken unterwegs bin.

Zusammenfassung

Huch! Jetzt habe ich doch eine ganze Menge geschrieben! Das war aber ganz gut, denn nun wird mir bewusst, welche von meinen “Umstiegs-Themen” (es gibt noch mehr) ich als nächstes angehen werde: Vorratshaltung und Backup.

Aufschreiben ist doch für was gut!

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