2026-10-25: Sonntag
Heimfahrt
Nacht
Auch wenn wegen Gelenk- und Muskelschmerzen (Schritte-Rekord!) der Schlaf nicht recht kommen will, sinke ich dann doch irgendwann ab ins Land der flachen Dächer.
Traum von der seltsamen Veranstaltung
Mir träumt, dass auf der Arbeit von mir erwartet wird, an einer Veranstaltung zum Thema "Medien und KI" teilnzunehmen. Der Wunsch kommt direkt von der Abteilungsleiterin, weswegen ich nicht ablehnen kann. Gemeinsam mit den Kolleginnen von der Medientruppe laufe ich zum Stadttor). Hier stehe ich herum und weiß nichts mit mir anzufangen. Ich habe auch überhaupt keine Ahnung, was hier gespielt wird und fühle mich furchtbar deplaziert. Es gibt wohl Panels und so kleine Kabinen, in denen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit Journalistinnen und Journalisten diskutieren können, aber ich gehöre ja zu keiner der beiden Gruppen und außerdem ist mein Englisch nicht so gut.
Von einer Empore aus sehen wir, wie der heutige Ehrengast Keanu Reeves begrüßt wird. Immerhin sehe ich mal den Hollywoodstar, wenn auch von weitem. Er ist verkleidet wie Johnny Silverhand.
So schnell ich kann, verdünnisiere ich mich nach den Eröffnungsreden.
Am Sonntag darauf erhalte ich vormittags plötzlich einen Anruf von besagter Abteilungsleiterin. Sie möchte, dass ich sofort nach Mülheim komme, denn dort wäre eine Abschlussveranstaltung. Stattfinden würde sie im "Hotel Confidental" und es würde um elf Uhr losgehen (es ist ungefähr zehn Uhr). Erst jetzt bemerke ich, dass es sich bei diesem Anruf wohl um eine Telefonkonferenz handelt. Damit die Medienkollegen und ich vorgelassen werden, gibt es zwei Code-Wörter. Mit dem einen können wir auf die Veranstaltung, mit dem anderen werden wir in wirklich jedes Panel gelassen. Ich finde, dass das zu weit geht und sage lieber nichts.
Nach dem Telefonat fahre ich nach Düsseldorf ins Büro (ich habe vergessen, warum). Von hier ist es aber viel zu weit, um rechtzeitig um elf Uhr in Mülheim zu sein. Außerdem bin ich bockig, weil ich keine Lust habe, am Sonntag (!) zu einer doofen Veranstaltung zu gehen, wo ich sowieso nichts verstehe. Dennoch plagt mich das schlechte Gewissen.
Tags darauf gibt es eine Nachbesprechung. Ich sitze mit den Medienleuten in einem Besprechungsrum um einen großen, ovalen Tich herum. Vor Kopf hockt ein alter Mann im Anzug, welcher der Großvater von Friedich Merz sein könnte. Er fragt der Reihe nach jeden der Anwesenden ab, wie ihm die Veranstaltung gefallen hätte. Jeder Angesproche lobt schleimend die tollen Gespräche usw. Als ich dran bin, sage ich nur, dass es mir gefallen hat, Keanu Reeves zu sehen, auch wenn ich ihn mir größer vorgestellt hätte. Der Merz-Opa fragt mich, ob Herr Reeves sich über diese Feststellung wohl freuen würde und ich verneine das. Alle finden das lustig.
Morgen
Ich wache ab zwei Uhr morgens jede Stunde auf, kann aber bis sechs Uhr (wegen der Zeitumstellung ist es ja eigentlich schon sieben) immer wieder einschlafen. Dann stehe ich recht ausgeschlafen auf. Gelenke und Muskeln quietschen, aber die alte Maschine läuft noch.
Mit der Elektrika mache ich mir einen schönen Espresso, welcher die Lebensgeister weckt. Dann verblogge ich den Traum der letzten Nacht und den gestrigen Tag.
Frühstück
Da ich gestern zu Mittag eine eher leichte Mahlzeit hat, ist die Vorfreude auf das Frühstück groß.
Der Frühstücksraum ist wieder voll. Ich ziehe Blicke auf mich, weil ich meine ordentliche Müsliportion auf viele kleine Schalen verteile und am Tisch immer wieder zusammen mische. Wieder traue ich mich nicht, nach einer großen Schüssel zu fragen.
Eigentlich hatte ich vor, im Frühstücksraum mit Kaffee ordentlich Zeit zu verbummeln. Ich werde nämlich heute von der T.(#1) mit dem Auto abgeholt. Das hatte sich gestern im Laufe des Tages so ergeben.
Allerdings wird es im Frühstücksraum voller und voller und lauter (Herrenquote ca. 90%). Mir wird es zu laut und außerdem möchte ich niemandem im Wege sein. Daher ziehe ich mich auf mein Zimmer zurück, schreibe zwei Postkarten und bringe sie auch gleich zum nächsten Briefkasten am Torfhafen. Als ich zum Hotel zurückkomme, hat sich die Frühstücksmasse schon bis in die Lobby ausgebreitet.
Also blogge ich auf dem Zimmer weiter.
Lobbyismus
Kurz vor elf packe ich meine restlichen Sachen zusammen und setze mich runter die nun wieder leerer gewordene Lobby. Da das Frühstück noch nicht abgeräumt ist, zapfe ich mir heimlich noch einen Kaffee. Es wird ein Milchkaffee, weil ich mich vor Aufregung vertippe. In der Lobby stehen noch Bierflaschen und Kaffeebecher herum. Auf einem Tisch liegen "5-Dollar-Scheine" eines Nachtclubs. Ich bin fasziniert, was es alles so gibt auf dieser Welt und bin versucht, einen der "Geldscheine" einzustecken.
Heimfahrt
Gegen elf Uhr holt mich die T. mit dem Auto ab. Die Fahrt nach Essen verquatschen wir. Es geht gut voran.
In Essen entgehe ich nur knapp einem Wolkenbruch. Es geht mit der S3 nach Mülheim, von dort mit der Straßenbahn 901 zu mir nach Hause. Endlich daheim!
Ich feiere die Heimkehr und den gestrigen Schritte-Rekord mit einem Dönerteller. Ich glaube, mein Körper kann die Energie jetzt gut gebrauchen.
Überraschung
Nach dem Auspacken überspiele ich ein paar Dokumente aus DevonThink nach Paperless. Dann sehe ich, dass es für Cyberpunkt 2077 einen neuen Patch gibt! Die entwickeln wirklich noch am Spiel weiter! Es gibt sogar neue Quests! Ich bin aufgeregt.
1) Die Art der Freundesnennung habe ich mir von Joël abgeguckt.