Kieselblog

Mein Tagebuch

2026-11-05: Donnerstag

Krieg und Freitag

Nacht

Ziemlich gute Nacht. Wieder brauche ich keine Ohrenstöpsel.

Traum von der griechischen Sprache

Mir träumt, dass ich an einem Schreibtisch in einer Bibliothek sitze. Die Lieblingskollegin ist auch da. Es kommt ein alter Grieche rein. Es handelt sich um einen ehrwürdigen Herren, der ein paar Wünsche hat. Da die Nerdkollegin gerade Griechisch lernt, spricht sie mit dem Mann und bringt ihm die gewünschten Bücher. Er hat immer mehr Buchwünsche und sie eilt und rennt. Dann rollt der Kueperpunk herein und ist auch noch voller Buchwünsche. Die Herren lehnen sich zurück und lassen die junge Frau springen, die doch eigentlich dringend griechische Vokabeln lernen müsste! Ich springe auf und schimpfe mit den Besuchern. Kuerpunk schaut schuldbewusst, der alte Grieche geht aber einfach weg. Ich folge ihm und als ich ihn einhole, überschütte ich ihn mit Vorwürfen. Meine Wut ist beträchtlich. Wenigstens scheint der Mann sich doch ein wenig zu schämen.

Morgen

Wie immer bin ich vor dem Wecker wach. In den Nachrichten um vier Uhr wird berichtet, dass Hubert Aiwanger plötzlich gestorben ist. Das Einzige, was mir dazu einfällt, ist ein Freifahrtschein, den jeder irgendwann bekommt - egal, durch welchen Schornstein er fliegt.

Glukose

Wieder war der Blutzuckerwert die Nacht über relativ konstant bei 80 mg/dl. Es gab auch wieder keinen Einbruch des Blutzuckers. Ich führe das auf den Zuckerverzicht zurück, weil ich sonst nichts anderes geändert habe. Fühle mich bestätigt und weiterhin ganz gut mit Energie versorgt.

Beim Kraftfutter lasse ich den Ahornsirup weg, da ich ihn für einen rasanten Anstieg des Glukosespiegels nach dem Frühstück verantwortlich mache. Heute ist das Ansteigen der Kurve hingegen langsamer.

Im Park

Auf dem Umweg zur Arbeit durchquere ich immer den Rheinpark Golzheim. Hier trifft sich jeden Morgen eine Gruppe Menschen mit ihrem Trainer und trainiert. Jetzt ist es zu dieser Jahreszeit noch zappenduster und die Sportelnden haben sich um eine einzelne Laterne versammelt, wo sie ihre Übungen machen. Im kreisrunden, grellen Schein des Lichts sehen die Leute aus wie sterbende Motten.

Arbeitstag: Mittagspause

Gedrängter Tag. Notizbuch voll. Geist rast. Mittags raus in den Florapark. Immer mehr japanische Imbisse auf der Bilker Allee. Ich habe da keine Angst vor der Überfremdung. Die Überfremdung müsste Angst vor meinem Appetit haben.

Zügiger Schritt bis zum Park. Dort angekommen, nehme ich den Kopfhörer ab. Vogelstimmen, Blätterrauschen. Ein junges Paar auf einer Bank unterhält sich. Langsam beruhigt sich der Geist ein wenig. Das Herz flattert aber aufgeregt weiter.

Am Nachmittag Terminplanung für die Schulungsveranstaltungen im nächsten Jahr. Die Schulungskollegin und ich sind so durch, dass wir dreimal hintereinander den falschen Termin verschieben.

Feierabend

Die Nerven galoppieren und der Körper hat reichlich Kraft für einen strammen Marsch zum Hauptbahnhof. Hier will ich den RE4 um 16:41 Uhr nehmen, denn heute geht es nach Dortmund zu einer Lesung. Ich freue mich ein bisschen extra, denn die Fahrt geht über Wuppertal und diese Stadt gehört zu den Orten, die bei mir irgendwie einen Stein im Brett haben.

Krieg und Freitag

Am Dortmunder Hauptbahnhof tanke ich Lebensenergie in Form eines Americanos beim "Haferkater". Der Americano kommt mir recht amerikanisch (im Sinne von wässrig) vor, aber die Bohne kann was. Das nächste Mal nehme ich einen Doppio.

Die beste Ex-Frau von allen schält sich aus der Menge heraus. Da noch Zeit bis zur Lesung zu sein scheint, laufen wir durch die Gegend. Im "Olaf" kehren wir auf ein Getränk ein. Dann geht es um Dortmunder U, wo eine Lesung von @kriegundfreitag stattfindet. Ich bin jetzt wesentlich leichter als vorher, was mir aber nicht auffällt.

Da wir wohl doch nicht ganz so viel Zeit gehabt hatten, schleichen wir uns seitwärts in den vollen Kinosaal und setzen uns auf die Treppe. Immerhin kann ich jetzt auch auf dem Boden sitzen. Mit 170+ kg hätte ich wohl liegen müssen.

Die Lesung ist unglaublich lustig und herzwarm.

Als sie endet, fällt mir der Grund für meine Leichtigkeit auf: Ich habe meine Tasche vergessen! Interessanterweise gerate ich nicht in Panik, obwohl in der Tasche das iPad, die Weltformel und auch dieses kleine Nupsi-Ding ist, was man immer verliert und dann für den Rest seines Lebens vermisst, verstaut sind.

Wir huschen schnellen Schrittes zum "Olaf", wo man mir die Tasche freudig überreicht. Ich nehme sie noch viel freudiger entgegen.

Heimweg im RE1. Der Glukosespiegel spielt Flatline bei 90 mg/dl. Ich bin stolz auf meinen so akkuraten Körper.

Daheim

In der Bärenhöhle springe ich direkt in den Schlafanzug. Bei der Meditation stelle ich fest, dass ich diese eigentlich tägliche Routine gestern wohl vergessen habe. Der "Streak" ist nun wieder bei Null. Kein Ärger (das wäre auch doof, gerade in Sachen Meditation), sondern Ansporn, besser darauf zu achten, keine Übung auszulassen.

Außerdem richte ich eine entsprechende Erinnerung ein.

Gegen 22 Uhr zu Bett.

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