2026-09-21: Montag
Irland 3
Schleichmüsli
Das irische Frühstücksbüffet ist natürlich ein Traum für alle Menschen mit einem zu niedrigen LDL-Wert und auch ich genieße erst mal einen Teller mit White Pudding (im Gegensatz zu Black Pudding macht man White Pudding ohne Blut), Speck, Würsten usw., dann zieht es mich aber doch zum Müsli hin. Um meinen Körper nicht mit allzu gesundem Zeug zu überfordern, mische ich ein paar Löffel "Coco Pops" unter. In Sachen Fruchtjoghurt macht man hier ein starkes Committent zur Erdbeere.
Verabschiedung, Swords
Wir verabschieden CP herzlich, der einen früheren Flug nimmt als AS und ich. Dann machen wir uns zu Fuß auf den Weg nach Swords. Der Stadtteil von Dublin ist nicht weit von unserem Hotel entfernt. Hier schauen wir uns die Burgruine an. Sie sieht aus wie eine Playmobil-Burg. Dabei angeregte, persönliche Gespräche.
In einem Einkaufszentrum finden wir eine Post ("An Post"), wo ich meine Postkarten los werde (3,50 Euro pro Marke – ganz schön happitg). Wir drehen noch ein paar Ehrendrunden um die Mall, weil hier alles auf Autos ausgerichtet ist und Fußgänger nicht vom Weg abweichen dürfen. Es ist sommerlich warm.
Heimflug
Es läuft wie am Schnürchen. Unser Gepäck geben wir an einem Automaten auf. Der von der Lieblingskollegin vor einiger Zeit gemeldete Übersetzungsfehler "Taschentropfen" ("Bag Drop") scheint ausgemerzt, dafür finde ich "Legen Sie bitte ihre markierte Tasche am Gürtel".
Wir trinken noch zwei alkoholfreie Abschiedsguinnes bei "Ryan's". Wir sitzen dabei "draußen" in der Halle. Zwei Guinness sind eine vollwertige Mittagsmahlzeit.
Auch in Dublin kann man seinen Kram bei der Sicherheitskontrolle in der Tasche lassen. So langsam fühle ich mich wie ein erfahrener Weltbürger.
Vor den Gates gibt es erstaunliche viele Läden und Lokale. Es laufen hier auch erstaunlich viele Menschen herum. Der Flughafen von Dublin ist ja doch um einiges größer als der in Düsseldorf. Wir laufen durch endlose Markthallen. Die Fischer haben gerade ihren Fang angeliefert. Die Küche der besten Restaurants wetteifern um die fettesten Stücke. In der Viehhalle weden prämierte Rinder versteigert. Vertragsabschluss mit Handschlag nach alter Sitte. Die Geflügelhalle lassen wir links liegen und erfreuen uns am Meer der Blumen, die hier zu riesigen Bündeln geschnürt feilgeboten werden. Es kann zu leichten Übertreibungen kommen.
Dann sind wir schon bei einem Geschäft, wo man Nüsse (?) als Plüschtiere kaufen kann. Diese Tiere kann man zu einer Nackenrolle umkrempeln und beinahe werde ich schwach.
Einmal glaube, ich ein Guinness-Hawai-Hemd gefunden zu haben (der Tucan!) und freue mich, denn ich kenne ja einen besonderen Menschen, der gerne mal ein Hawai-Hemd trägt. Leider entpuppt sich das "Hemd" als ein ziemlich verstörender Badeanzug.
Die Zeit bis zum Boarding zieht sich und ich boarde wie ein Herr.
Start. Wenige Wolken am Himmel. Ich spreche mein Gebet. Erst bewundere ich von meinem Fensterplatz aus Weiden und Solarfelder. Dann fliegen wir zwischen wunderschönen Wattewölkchen hindurch. Durch die Lücken zwischen den Wolken sieht man erst das Grün, dann die See. Die Wolken verwandeln sich in eine ferne Landmasse, auf die wir zusegeln. Eigentlich könnte ich jetzt das Smartphone zücken und Fotos machen, aber lieber knipse ich meine Bilder mit meinem Kopf.
Unterschiedliche Wolken liegen auf unterschiedlichen Luftschichten wie auf Glasscheiben. Sie ziehen aneinander vorbei, beachten sich nicht. Es ist sehr kalt hier oben.
Im Blau des Meeres stehen ordentlich aufgereiht Windräder. Sie drehen sich nicht. Sie haben Pause, denn der Montag ist kein Drehtag.
Das Vereinigte Königreich bringen wir schnell unter uns weg. Den Ärmelkanal lassen wir rechts liegen, denn er ist aufgekrempelt. Während wir über die Nordsee hüpfen, knabbern und knuspern die anderen Passagiere um die Wette.
Die Frau neben AS bestellt sich gleich zwei kleine Flaschen Weißwein, gießt sie über ein paar Eiswürfel im Becher und zwackelt sie sich diszipliniert hinter die Kiemen, während sie ein Buch liest. Wirkungstrinken kenne ich.
Bei der Landung in Düsseldorf ist es schon dunkel. Alle Lichter leuchten und auch meine Augen leuchten. Eine seltsame Ruhe überkommt mich. Da AS zum S-Bahn-Gleis und ich zum RE muss, trennen wir uns noch im Flughafen. Man drückt sich.
Die Heimfahrt mit dem RE ist unspektakulär. Gegen 22 Uhr bin ich daheim und falle müde ins Bett.
Mir fällt ein, dass ich wohl meine Flaschentasche in einem der Pubs liegen gelassen habe. Zum Glück war da nur eine PET-Flasche drin.