Kieselblog

Mein Tagebuch

2026-08-24: Montag

Diplomatisches Protokoll

Nacht

Sehr ordentliche, ohrenstöpselige Nacht. Die Sirenen des Gequakes lassen wir links liegen und wir rudern, rudern, rudern!

Traum vom ägyptischen Arzt

Mir träumt, ich bin bei meinen Eltern zu Besuch und ich versuche, einen Artikel über diesen berühmten ägyptischen Arzt zu lesen. In Ägypten ist die Lage nämlich unübersichtlich und als Hoffnungsträger hat sich in den westlichen Medien genau dieser Arzt etabliert. Er erinnert ein wenig an an einen übergewichtigen Ben Kingsley und schaut immer so freundlich. Der Artikel ist jedoch fürchterlich boulevardesk: Der erste Absatz besteht nur aus seltsam, schlagwortartigen Satzfetzen und zwischen den vielen Bildern findet man den Text kaum. Genervt gebe ich auf und widme mich wieder dem tollen Comic, den mir meine Mutter empfohlen hat.

In der Welt des Comics wurde die Entwicklung der Menschheit irgendwann am Anfang des 20. Jahrhunderts durch eine (selbst verschuldete?) Katastrophe unterbrochen. Nun aber, in den 30er Jahren, hat man den Weg in eine parallele Dimension entdeckt und mit ihm die Möglichkeit, unglaublich viel Energie zur Erde zu transferieren. Natürlich macht man sich keine Gedanken über die negativen Folgen des Transfers und vor allen Dingen, was sonst noch so in den Nebeln dieser geheimnisvollen Welt schlummern mag.

Gleichzeitig hat man Kontakt mit einer außerirdischen Intelligenz in Form eines galaktischen Reichs. Ich übernehme die Rolle des Botschafters dieses Reiches, als dieser die Erde besucht.

Eine Abendgesellschaft mit hohen Funktionsträgern der menschlichen Gesellschaft. Es war nicht einfach, die vollkommen unterschiedlichen Vorstellungen von diplomatischen Protokollen der Erde und meiner Heimat unter einen Hut zu bringen, aber irgendwie hat es die Arbeitsebene geschafft. Ich setze mich auf einen Stuhl mit besonders hoher Rückenlehne, links und rechts hinter mir meine Liktoren, Zeichen meiner Würde und Macht.

Die Präsidentinnen, Präsidenten, Religionsführer und Wirtschaftsmagnaten setzen sich ebenfalls an ihre Plätze und wir plaudern leutselig. Wir sprechen über gerade dieses diplomatische Protokoll und wie alt solche Regeln wohl sein mögen. Ich wende mich an einen meiner Liktoren, denn ich bin mir nicht ganz sicher, wie alt unsere Regeln eigentlich sind. Wir sprechen sowohl auf telepathischem Wege als auch auf hohe Sprak, was die Menschen nicht verstehen können. Dann wende ich mich lächelnd wieder der Gesellschaft zu und sage:

"Eine genaue Zahl können wir nicht nennen, aber wir schätzen, dass unsere Regeln schon ungefähr 13.000 Jahre bestehen sollten."

Morgen

Ich wache gegen viertel nach vier Uhr morgens auf und gehe auch sofort in die Senkrechte. Die Waage glaubt mir wieder nicht (messe ich eigentlich oder sie?), weil wieder ein Kilogramm weniger zu vermelden ist.

Dann wird erst einmal kräftig gefrühstückt.

Heute ziehe ich zum ersten Mal mein neues T-Shirt von Holzbrüder an und freue mich darüber, dass es so gut sitzt. Ich habe ja in den letzten Tagen meine Bekleidung ein wenig vervollständigt (bei Holzbrüder und C&A) und bin nun auch stolzer Besitzer einer Cargo-Jogginghose (als Bollerbuxe für zu Hause). Es gibt inzwischen Cargo-Jogginghosen! Es ist doch schön, dass sich die Menschheit weiter entwickelt!

Mittagessen

Zu mittag gibt es Kniften mit Chorizoscheiben und geröstetem Tofu. Damit ist das Brot, welches ich für die medikamentenbedingte Ernährungsänderung gekauft hatte, fast aufgefuttert. Ein langsam hart werdender Rest soll morgen verzehrt werden. Vielleicht angeröstet mit Gemüse und Wurst.

Im Obstkorb auf der Arbeit ist dann noch eine Banane, welche dann auch meinem momentan recht ausgeprägten Hunger zum Opfer fällt.

Gedankenstrudel

Mittag. Over the Bridge. Viele Gedanken. Habe ich wieder so komisch gelacht? War ich wieder wieselig? Bin in der zweiten Hälfte, im dritten Drittel. Bald fängt das letzte Viertel an. Wird hoffentlich schön gewesen sein. Gerne hätte ich das eine Gespenst noch mal getroffen. Das scheue Gespenst. Das Reh. Aber es ist nun mal fortgelaufen im Dunst des frühen Morgen. Ist vielleicht jetzt schon ganz fort aus dieser Welt. Wer weiß es? Man will so sehr und je mehr mal will, desto schwieriger wird es. Im Rosengarten sitzen die Alten und lachen mich aus. "Was weißt Du schon?" fragen sie mich grinsend. Sie sind schon so weit im letzten Fünftel, dass sie schon über die Kante gehen, aber sie sitzen da und halten sich an den faltigen Händen. Die Rosen sind verblüht, aber die Blätter wippen freundlich im Schein der Sonne.

Bald kommt der Herbst.

Zerowriter Ink Reparatur

Endlich ist das kleine Paket aus Ottawa angekommen! Daheim packe ich das neue Display-Modul aus und setze es in den Zerowriter ein. Das klappt super, auch wenn ich ein wenig fummeln muss. Auch ist plötzlich der Akku leer und ich kriege das nicht so schnell mit.

Als mich dann nach einem Neustart der Zerowriter-Startbildschirm begrüßt, bin ich überglücklich. Das Display wurde auch schon mit der neuen Version v2.2 geliefert. Die Oberfläche ist noch ungewohnt, aber viele der neuen Features gefallen mir sehr gut. Z.B. kann man Ordnern auf dem Gerät jetzt tags geben. Sofort benenne ich die ersten sieben Ordner nach den Wochentagen für das Blog um. Nur kapiere ich nicht, wie ich jetzt direkt eine Datei in einen der Ordner hinein schreiben kann. Aber immerhin kann man jetzt endlich Dateien verschieben. :-)

tagebuch

⬅ Vorheriger Beitrag
2026-08-23: Sonntag

Nächster Beitrag ➡
Verdreht