Kieselblog

Mein Tagebuch

2026-08-10: Montag

Vater Rhein

Nacht

Recht ordentliche, häufig unterbrochene Nacht.

Traum von den Wurzelmenschen

Mir träumt, ich bin verreist. Ich laufe durch die Gässchen eines hutzeligen Ortes. Eine knorrige Frau sitzt auf dem Topf und hofft, dass ihr Angebeter sie bald besuchen wird. Doch die Glocke klingt und die Leute laufen in ihre Häuschen. Da ich Sorge habe, dass die knorrige Frau von ihrem Topf kommt und statt ihres Angebeteten mich nehmen will, schleiche fort.

Ich gehe in das alte Haus, in dem wir früher übernachteten. Mir schlägt ein übler, abgestandener Geruch entgegen, doch es ist auszuhalten. In dem alten Schlafzimmer im Erdgeschoss liegen sogar noch Decken. Hier bette ich mich zur Ruhe.

Morgen

Ich werde vor dem Wecker wach, aber ich bleibe noch bis fünf Uhr liegen. Ich muss mich nicht am ersten Tag nach dem Urlaub selbst antreiben.

Zum Frühstück Kraftfutter mit Weintrauben. Der Kaffee ist stark und wild. Doch bevor ich ihn trinke, meditiere ich. Da es mir in der letzten Zeit schwerer fällt, die tägliche Übung einzubauen, will ich sie wieder gleich morgens machen. So bin ich auch mehr bei mir, wenn ich in den Tag starte.

Auf dem Weg zum Bahnhof singt mir Peter Gabriel etwas vor. Das Herz flattert.

Am Bahnsteig freue ich mich sogar ein wenig über eine längere Wartezeit, weil ich dadurch mehr in "Über den wilden Fluss" lesen kann. Ich freue mich sehr über den E-Book-Reader.

Mittagspause. Rhein

In der Mittagspause treffe ich zufällig eine ehemalige Kollegin. Kurzer Schwatz über die Unmöglichkeiten des Arbeitslebens.

Dann besuche ich Vater Rhein. Es ist traurig, ihn da krank und schlaff in seinem ausgebleichten, verbrannten Bett zu sein. Ganz klein ist er geworden. Besonders ergreifend empfinde ich sein Lächeln, denn er versucht natürlich trotz allem Fröhlichkeit zu verbreiten. Er flüstert leise plätschernd von den alten Geschichten voller Wein und Lachen. Von den weißen Schiffen, welche schwanengleich seine Fluten teilten. Ich nicke und schaue doch nur auf seine dünnen Ärmchen.

Später gehe ich dann in den Rosengarten. Hier umhegt mich ein kühler Schatten. Ich höre "Rain in May" und wünsche mir doch Regen im August.

Das Herz flattert.

Immer wieder jagt mir mein Infekt Schauer über die Haut. Darüber hinaus kann ich die Müdigkeit einigermaßen beiseite schieben. Das E-Mail-Postfach ist ja voll und es gibt immer was zu tun - wenn nicht gerade das Netz abkackt, war heute mehrmals passiert. Ein paar Dienste im Netz wollen gerade auch nicht. Ist was im Busch?

Abend. Cyberpunk 2077

Eigentlich wollte ich nur ein halbes Stündchen spielen, aber dann mussten wir noch das Dinge mit dem Relic drehen und dann schlitterte ich ins Intermezzo zwischen Akt 1 und Akt 2. Irgendwie bringe ich es nicht übers Herz, Cutscenes zu unterbrechen und Abspeichern konnte man auch nicht, also bin ich viel zu spät fertig mit der Session. Mein Gemüt wird bewegt und ich muss später sehr, sehr lachen. Die Geschichten sind wirklich gut inszeniert.

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