Kieselblog

Mein Tagebuch

2026-08-06: Donnerstag

Urlaubsgefühlig

Nacht

Ganz ordentliche Nacht. Es kommt endlich wieder zu einer Abkühlung.

Traum von der Besprechung

Mir träumt, dass ich wieder im Ministerium arbeite. Am Nachmittag ist eine große Besprechung angesetzt, bei der es um die Beschaffung einer wichtigen Sicherheitssoftware geht. Die Ausschreibung endet um 22:30 Uhr. Ein Kollege (seine Stimme erinnert sehr stark an die von Dr. Frank Sauer von der Universität der Bundeswehr in München) muss das alles organisieren und ist sehr aufgeregt. Ich selbst werde auch an der Besprechung teilnehmen, muss aber vorher irgendwie den Thronfolger vom Kindergarten abholen. Dazu muss ich schnell nach Duisburg zum Kindergarten und mit dem Kleinen wieder schnell zurück nach Düsseldorf. Eigentlich ist der Thronfolger schon alt genug, dass er mit dem Zug fahren kann, aber es ist alles durcheinander. Ich möchte dem Kollegen, der die Besprechung organisiert, mit dem Diensthandy eine Nachricht schicken, aber ich habe seinen Namen vergessen.

Morgen

Der Wecker weckt um fünf Uhr, aber ich snooze beherzt bis halb sechs. Dann komme ich ganz gut aus dem Bett. Die Waage zeigt, dass der Gewichtsanstieg erst einmal gestoppt ist.

Ich koche Kaffee und setze mich auf den Balkon. Dafür muss ich mir sogar einen Hoodie drüber ziehen.

Feucht

Vor dem Facharzttermin stehe ich vor der Buchhandlung Flummi und betrachte die Auslagen. Da kommt etwas Feuchtes von oben. Erst denke ich, dass da jemand über mir seine Balkonkästen gießt, doch es handelt sich um einen ganz leichten, sachten Sprühregen, der über der Straße niedergeht. Die Menschen bleiben stehen und schauen verwundert nach oben.

Arztbesuch. Dumb Phone

Der Facharzttermin ist ganz gut. Mein Doc ist ja eher ein Nerd-Typ, der mir immer alles ganz genau erklärt und bei mir ist er damit genau bei der richtigen Adresse.

Man entnimmt meinem Körper mehrere Flüssigkeiten zur Untersuchung. Bisher alles halb so wild.

Daheim frühstücke ich erst einmal Kraftfutter. Die Wassermelone (nun fast aufgefuttert) wird gefühlt immer süßer.

Seltsame Gelüste, mir ein billiges, einfaches "Dumb Phone" (= Tastenhandy) zu kaufen.

Urlaubsgefühl

Ganz langsam komme ich ins Urlaubsgefühl. Ich möchte es halten, möchte es auskosten. Dabei nehme ich mir vor, mich in den nächsten Tagen weniger ablenken zu lassen und die freien Tage bewusst zu erleben.

Stadtschlendern

Weil Urlaub ist, schlendere ich in die Stadt. Dort kaufe ich ein albernes USB-C-Kabel mit einem kleinen Display dran. Man kann dann immer schauen, wie viel Strom fließt. Vielleicht kann man demnächst auch Netflix auf dem Display schauen. Dazu muss man aber noch eine Spezial-Lupe kaufen. Der Kapitalismus macht es möglich!

Die Tastenhandylust verfliegt zum Glück wieder.

In der Stadtbücherei lektoriere ich eine Szene, aber dann muss ich mich mal langsam an den großen Rechner begeben, um die Änderungen einzuarbeiten. Doch vorher gibt es einen Espresso Doppio bei Passione. Ich weiß jetzt nicht, welche Kaffeebohne die gerade am Hahn haben, aber der Espresso schmeckt mir vorzüglich.

Karte aus Bonn

Ich bekomme eine Karte aus Bonn, über die ich mich sehr freue.

Fun

Mittags ein Käsebrötchen mit Zwiebeln und Bismarckhering. Dazu ein Jever Fun.

Der Spaß kennt keine Grenzen.

Gasflaschenentsorgungsgang

Ich nutze eine alte kleine Gaskartusche mit einem kaputten Ventil als Ausrede für einen ordentlichen Gang zum Recyclinghof. Als ich im Internet nach den Öffnungszeiten für die Recyclinghöfe nachsehe, scrolle ich versehentlich bis zu den Friedhöfen herunter und das ist ein seltsames Gefühl.

Der Weg macht mir Freude, denn wir haben endlich deutlich unter 30 Grad. Das ist angenehm, auch wenn trotzdem wieder herrliche Salzmuster auf meinem schwarzen T-Shirt erscheinen.

Als Fußgänger fühlt mich sich beim Recyclinghof ein bisschen seltsam. Aber es gibt auch ein tolles Geschäft, wo die Wirtschaftsbetriebe gespendetes Zeug und vielleicht sogar Sachen aus dem Sperrmüll verkaufen (genau weiß ich das nicht). Zum Glück brauche ich gerade nichts, sonst hätte ich sicher ordentlich was zu schleppen gehabt. Meine Gaskartusche kann ich einfach abgeben und laufe über den Hafen zurück. Dabei komme ich auch am Rotlichtviertel an der Vulkanstraße vorbei und mich ekelt. Frauen im Internet vorbestellen und dann mit seinem Online-Termin in den Puff gehen -- solche Sachen kann man hier. Nichts an der ganzen Stimmung hier hat für mich etwas mit Erotik zu tun. Auf mich wirkt hier alles sogar seltsam asexuell. Der Innenhafen hingegen ist wieder ganz freundlich. Als ich daheim angekommen bin, habe ich so um die 27.000 Schritte gemacht. Ich schmeiße die Waschmaschine an, räume ein wenig herum und nach einer Dusche lese ich im Schwingsessel. Viel mehr will ich heute nicht tun, denn ich habe ja Urlaub.

Über den Wilden Fluss

Zur Zeit lese ich Pullmans "Über den Wilden Fluss". Es handelt sich um die Vorgeschichte des Goldenen Kompasses. Pullman scheint es großen Spaß zu machen, Katholiken gegen sich aufzubringen, denn er feuert mal wieder aus vollen Rohren gegen die Kirche, obwohl der Roman in einer anderen Welt spielt.

Ungeordnet

Zauberkünstler schockiert: Ärzte hassen seinen Trick!

(Oder hatte der Postillon den schon?)


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