{"id":69,"date":"2026-04-28T20:00:00","date_gmt":"2026-04-28T18:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.kieselwiese.de\/?p=69"},"modified":"2026-04-28T20:00:00","modified_gmt":"2026-04-28T18:00:00","slug":"2026-04-24-kraftlosigkeit-elternbesuch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.kieselwiese.de\/?p=69","title":{"rendered":"2026-04-24: Kraftlosigkeit, Elternbesuch"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Nacht<\/h2>\n\n\n\n<p>Guter Schlaf dank Ohrenst\u00f6psel, viel Bewegung und einem langen Tag.<\/p>\n\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Morgen<\/h2>\n\n\n\n<p>Ich wache gegen halb sechs Uhr auf (ich habe ja auf der Arbeit angemeldet, dass ich sp\u00e4ter komme und den Wecker auf sechs Uhr gestellt), bleibe aber noch bis kurz vor sechs Uhr gen\u00fcsslich liegen.<\/p>\n\n\n\n\n<p>Der Aufstand und die Herstellung der Abmarschbereitschaft verlaufen ruhig und gelassen. Ich habe sogar Zeit, mir ein Baguette f\u00fcr die Mittagspause mit K\u00e4se und Salami zu belegen.<\/p>\n\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Gewicht<\/h2>\n\n\n\n<p>Das heutige Wiegen bringt eine gute \u00dcberraschung: 94,8 kg! Ich bin wieder im stabilen Bereich, auch wenn ich vermute, dass der Messwert heute eher auf einen leichten Fl\u00fcssigkeitsmangel zur\u00fcckzuf\u00fchren ist.<\/p>\n\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fahrt zur Arbeit, Alpha<\/h2>\n\n\n\n<p>Letztens ist mir aufgefallen, wie viel besser ich auf der mechanischen Tastatur des Alpha als auf dem Magic Keyboard des iPad tippen kann. Also packe ich den Alpha in die Lieblingstasche und das iPad in den Rucksack. Das passt doppelt, denn die Lieblingstasche ist ja recht (Leder) und der Alpha recht leicht (Plastik, Luft).<\/p>\n\n\n\n\n<p>Ich nehme den RE5, der um 07:42 Uhr abf\u00e4hrt.<\/p>\n\n\n\n\n<p>Meine Stimmung ist stabil, obwohl ich nachher ein Pferd in der Bar erwarte.<\/p>\n\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Field Writing: Rheinufer, Rosengarten<\/h2>\n\n\n\n<p>Mittagspausenausritt. Der Rheinufer in D\u00fcsseldorf ist mal wieder von wei\u00dfen Zelten \u00fcberwuchert. Am Sonntag ist Marathon. Gabelstapler stapeln Gitter. Flatterband und Signalwesten. Wie jedes Mal denke ich: Lasst doch die Buden einfach stehen! Vom Weihnachtsmarkt \u00fcber den B\u00fccherbummel und dem Sportfest zum Japantag. Wozu sich die ganze Arbeit machen? Vielleicht k\u00f6nnte die Stadt D\u00fcsseldorf ja einfach feste St\u00e4nde \u00fcberall hinbauen, welche dann nach jedem <em>Event<\/em> einfach mit einem Hochdruckstrahler abgespritzt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n\n<p>Irgendwie finde ich den Weg in den Rosengarten. Mir ist kalt und ich versuche, ein wenig w\u00e4rmende Sonne abzubekommen. Die Kanadag\u00e4nse f\u00fchlen wie ich, aber immerhin schei\u00dfen sie nicht die Parkb\u00e4nke so voll wie die Wege.<\/p>\n\n\n\n\n<p>Ich sp\u00fcre in einer Sache eine gewisse Selbstwirksamkeit und hadere ein wenig mit mir selber, weil ich diese Art von Selbstwirksamkeit eigentlich \u00fcberhaupt nicht m\u00f6chte. Am Ende \u00fcberwiegt aber das gute Gef\u00fchl, mir nicht auf der Nase herumtanzen zu lassen.<\/p>\n\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Depression?<\/h2>\n\n\n\n<p>Mir wird bewusst, dass ich schon seit einiger Zeit hier viel \u00fcber Ersch\u00f6pfung und Kraftlosigkeit schreibe, obwohl ich mein &#8222;tiefes Tal&#8220; eigentlich schon \u00fcberwunde habe. Aber im Moment stellt sich mein inneres Leben total um und das muss ich \u2013 um es mal wie ein mir bekannter Ingenieur zu auszudr\u00fccken \u2013 im laufenden Betrieb die Produktion umstellen.<\/p>\n\n\n\n\n<p>Gerade meine Arbeit leidet darunter. Dort mache ich zur Zeit nur das N\u00f6tigste. Meist verbringe ich meine Arbeitstage alleine in meinem B\u00fcro, m\u00f6chte m\u00f6glichst wenig kommunizieren.<\/p>\n\n\n\n\n<p>Heute gab es eine Konfliktsituation. Meine Kollegin hat die auch alleine gut gel\u00f6st, aber ich h\u00e4tte ihr eigentlich beistehen sollen. Das konnte ich aber nicht. Es war einfach nichts da, ich bin sitzen geblieben.<\/p>\n\n\n\n\n<p>Meine Energie versuche ich gerade, in die Dinge zu stecken, die mir gut tun: Freunde und Familie. Bewegung und eben die Arbeit an mir selbst. Ich denke, das meint mein Therapeut, wenn er sagt, dass ich f\u00fcr mein Leben selber Verantwortung \u00fcbernehmen muss. Nur habe ich das mit der Selbstverantwortung nie wirklich gelernt. Ich bin eigentlich immer mitgeschwommen, habe Erwartungen erf\u00fcllt. Habe das getan, was man von mir erwartet hat oder das, von dem ich dachte, dass man es von mir erwartet.<\/p>\n\n\n\n\n<p>Das mir die Investition meiner Kraft in mein wirkliches Leben gerade gelingt (auch wenn es ganz sch\u00f6n schwer ist), ist f\u00fcr mich ein Zeichen, dass ich \u2013 zumindest im Moment \u2013 nicht in die Depression rutsche.<\/p>\n\n\n\n\n<p>Auf der Arbeit wird so viel Wind um so komplett unwichtige Dinge gemacht, dass ich einfach nicht mehr mitventilieren kann.<\/p>\n\n\n\n\n<p>Immerhin mache ich Fortschritte: Ich kann aushalten, wenn Leute sauer auf mich sind und habe keine schlaflosen N\u00e4chte mehr wegen so etwas.<\/p>\n\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fahrt zu den Eltern<\/h2>\n\n\n\n<p>Nach Feierabend fahre ich zu meinen Eltern. Umstiege usw. klappen sehr gut. Ich kann im Zug lesen.<\/p>\n\n\n\n\n<p>Daheim zeigt mir mein Vater das Nest der Ente, die am Hof vor dem Elternhaus auf einem Bett unter einem Strauch nistet. Das Nest ist direkt an der Hauswand und nur wenige Meter von den M\u00fclltonnen entfernt. Da die Ente gerade ausw\u00e4rts zu tun hat, bestaune ich die Entendaunen und die 12 wundersch\u00f6nen Eier. <\/p>\n\n\n\n\n<p>Der Platz, den die Ente sich ausgesucht ist, ist schon ein bisschen seltsam, aber sie br\u00fctet hier schon zum zweiten oder dritten Mal und bisher hatte sie immer Erfolg. So ein Tier sucht sich den Nistplatz ja nicht einfach so aus. Ist vielleicht die N\u00e4he zu uns Menschen ein Vorteil? Immerhin gibt es hier wenige Nestr\u00e4uber. Der Nistplatz, eingekeilt zwischen Hauswand und den Begrenzungsplatten des Hofpflasters, ist auch leicht erh\u00f6ht und wenn ich ehrlich bin, w\u00fcrde mir das Nest \u00fcberhaupt nicht auffallen, wenn ich nicht w\u00fcsste, dass es dort ist. Vielleicht erwarten potentielle Nestr\u00e4uber auch nicht, dass sich unter diesem Strauch ein Nest verbirgt.<\/p>\n\n\n\n\n<p>Hinter dem Elternhaus bestaune ich den Stumpf des alten Walnussbaumes. Der musste vor kurzem gef\u00e4llt werden, weil er krank, zu gro\u00df und zu nah am Haus war. Ich kannte den Baum schon, als er gepflanzt wurde und nun scheint die Abendsonne ungehindert unter das Abdach. Mutter und ich setzen Sonnenbrillen auf.<\/p>\n\n\n\n\n<p>W\u00e4rme von au\u00dfen und innen.<\/p>\n\n\n\n\n<p>Zeitig zu Bett.<\/p>\n\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Engelchen<\/h2>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"400\" height=\"483\" src=\"https:\/\/blog.kieselwiese.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/engelchen.png\" alt=\"Stimmung\" class=\"wp-image-68\" srcset=\"https:\/\/blog.kieselwiese.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/engelchen.png 400w, https:\/\/blog.kieselwiese.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/engelchen-248x300.png 248w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><figcaption>Stimmung<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nacht Guter Schlaf dank Ohrenst\u00f6psel, viel Bewegung und einem langen Tag. 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