{"id":33,"date":"2026-04-27T07:45:31","date_gmt":"2026-04-27T05:45:31","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.kieselwiese.de\/?p=33"},"modified":"2026-04-27T07:45:31","modified_gmt":"2026-04-27T05:45:31","slug":"2026-04-20-abloseprozesse-abends-leichtigkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.kieselwiese.de\/?p=33","title":{"rendered":"2026-04-20: Abl\u00f6seprozesse, Abends Leichtigkeit"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Nacht<\/h2>\n\n\n\n<p>Unruhige Nacht. Erst kann ich nicht Einschlafen, dann schrecke ich immer wieder hoch. Immerhin sch\u00fctzen mich die Ohrenst\u00f6psel vor Ger\u00e4uschen und ich habe ein paar Stunden tiefen, erholsamen Schlaf. Ich stehe auch um vier Uhr morgens auf.<\/p>\n\n\n\n\n<p>Kraftfutter heute mit Erdbeeren und einem kleinen Schuss S\u00fc\u00dfstoff.<\/p>\n\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Gewicht<\/h2>\n\n\n\n<p>Krass: Mein Gewicht ist in zwei Tagen um f\u00fcnf Kilogramm nach oben geschnellt! Das ist ein Rekord. Ich bleibe aber ruhig und werde wieder ganz normal essen. Dann pendelt sich das \u00fcber die Woche wieder ein.<\/p>\n\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Innere Prozesse<\/h2>\n\n\n\n<p>Ich l\u00f6se mich weiter ab. Heute morgen sp\u00fcre ich eine innere Gegenbewegung, aber die Freude \u00fcber die neu gewonnene Unabh\u00e4ngigkeit \u00fcberwiegt. Auch an dieser Baustelle will in der aktuellen Woche weiter gearbeitet werden.<\/p>\n\n\n\n\n<p>Heute bin ich \u00fcberraschend fr\u00fch am Bahnhof, weil ich die morgendliche Meditation vergessen habe. Das ist ein klares Zeichen daf\u00fcr, dass ich nicht ganz bei mir bin. Noch unterwegs fange ich mich langsam ein, richte den Geist sanft auf meine Umgebung, auf mich und auf mein eigenes Leben.<\/p>\n\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Morgenspaziergang<\/h2>\n\n\n\n<p>Zwischen Hauptbahnhof und Worringer Platz rennt ein junger Mann. Erst denke ich, dass er einen Bus kriegen will. Dann denke ich, dass er vor jemandem weg rennt. Erst als er auf einmal kehrt macht und wieder zur\u00fcck hetzt, wei\u00df ich, dass er vor etwas wegl\u00e4uft, was nur er sehen kann.<\/p>\n\n\n\n\n<p>\u00dcberhaupt sind wieder mehr Menschen hier unterwegs, die verwirrt sind. Vielleicht, weil es jetzt fr\u00fcher hell wird? Sind das schon die ersten Morgenmenschen oder doch noch Gestrandete, die man jetzt einfach besser sehen kann?<\/p>\n\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Mittagspausenversteck<\/h2>\n\n\n\n<p>Es k\u00f6nnte sein, dass ich es gefunden habe: Das (fast) perfekte Versteck f\u00fcr die Mittagspause. Es ist am Hafen und bis auf ein paar Zigarettenstummel und eine verrottende Monatsbinde habe ich hier keine Gesellschaft. Ich kann auch einem alten Holzboot beim Vergehen zusehen.<\/p>\n\n\n\n\n<p>Leider habe ich, bedingt durch An- und Abmarsch, hier nur wenig Zeit. Dennoch freue ich mich \u00fcber die ruhigen Minuten, die ich mit Schreiben oder Tr\u00e4umen zubringen kann. Ich kann sogar die Kopfh\u00f6rer abnehmen!<\/p>\n\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Abl\u00f6sung<\/h2>\n\n\n\n<p>Wenn man sich von einem Menschen l\u00f6st, dann f\u00fchlt sich das so an, wie wenn man ganz langsam ein Pflaster abzieht: Erst ist der Schmerz furchtbar, aber je mehr man geschafft hat, desto gr\u00f6\u00dfer ist die Erleichterung.<\/p>\n\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Der Stuhl<\/h2>\n\n\n\n<p>Ich habe mal vor einiger Zeit einen Spezialstuhl f\u00fcr sehr gro\u00dfe und vor allen Dingen sehr breite Menschen bekommen. Nun bin ich ja seit ungef\u00e4hr einem Jahr nicht mehr ganz so breit und sitze auf diesem B\u00fcrostuhl wie ein kleines Kind. Heute habe ich dann einen normalen B\u00fcrostuhl bekommen (gebraucht, aber kaum benutzt) und jetzt sitzt es sich doch angenehmer im Dienst. <\/p>\n\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">B\u00e4renklau<\/h2>\n\n\n\n<p>An den R\u00e4ndern, an den Wegen, auf den Fl\u00e4chen, an den Strecken \u2013 \u00fcberall w\u00e4chst der B\u00e4renklau saftig und frisch.<\/p>\n\n\n\n\n<p>Er will uns alle t\u00f6ten.<\/p>\n\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Traurigkeit<\/h2>\n\n\n\n<p>Am Nachmittag dann wieder diese Traurigkeit. Kraftlose Resignation. Die Zeit dehnt sich. Ich schaue aus dem Fenster und nichts erl\u00f6st mich.<\/p>\n\n\n\n\n<p>Eigentlich m\u00fcsste ich mich mal langsam um die Veranstaltung mit den jungen, externen Menschen im Laufe dieser Woche k\u00fcmmern, aber ich kann meine Gedanken nicht mehr fokussieren. Es f\u00fchlt sich an, als w\u00e4re mein Gehirn aus Gelee.<\/p>\n\n\n\n\n<p>Dabei fing der Tag beim Spaziergang so gut an: Die Musik bespielte den Sonnenaufgang und die Welt war mal wieder besonders deutlich. Alle Kanten waren scharf, aber auch klar. Ich sah den Weg vor mir. Aber Freiheit kommt nun mal mit Trauer.<\/p>\n\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Alles im gr\u00fcnen Bereich<\/h2>\n\n\n\n<p>Dazu irgendwie passend unpassend sind meine Erfahrungen mit meiner einstudierten Antwort auf die Frage &#8222;Wie geht es Dir?&#8220;. Da wei\u00df ich ja nie, was ich antworten soll. Wenn ich &#8222;gut&#8220; antworte, dann scheint das vielen Leuten nicht auszureichen, aber eine ehrliche Zustandsbeschreibung will dann auch wieder keiner. Nach einigem \u00dcberlegen und Ausprobieren bin ich jetzt bei &#8222;Alles im gr\u00fcnen Bereich!&#8220; angekommen. Das ist meistens sogar richtig, denn im roten Bereich bin ich dann ja wohl doch eher selten. &#8222;Gr\u00fcner Bereich&#8220; klingt beruhigend und sicher. Gleichzeitig muss ich nicht sagen, wie es mir geht.<\/p>\n\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Zum Feierabend die Leichtigkeit<\/h2>\n\n\n\n<p>Feierabend. Ich laufe wieder ein St\u00fcck weit den Rhein hinunter. Am Ufer haben sie diese Klappst\u00fchle aufgebaut. Dort sitzen ein paar Unverzagte. Die Sonne lugt hinter Wolken hervor, die Temperatur ist mit M\u00fche zweistellig. Doch die Unverzagten haben sich Decken um die schmalen Schultern gelegt und wenn sie an ihrem Aperol (keine Eisw\u00fcrfel notwendig, nein danke) nippten, bekommen ihre Mundwinkel einen bitteren Zug.<\/p>\n\n\n\n\n<p>Ich schaue auf und sehe M\u00f6wen. Da hebt sich die Seele ein wenig. Am \u201eFischmarkt\u201c genannten Rummelplatz sehe ich im Glash\u00e4uschen an der Kinderachterbahn eine Frau mit derart gelangweiltem Gesichtsausdruck, dass ich laut lachen muss.<\/p>\n\n\n\n\n<p>An der Fortuna-Bude besetzt jeder Mann genau 1 Stehtisch. Auf jedem Stehtisch genau 1 Bier. Jeder Mann schweift um seinen Stehtisch herum, um sein 1 Bier.<\/p>\n\n\n\n\n<p>Bevor der Bierdurst mich \u00fcbermannt, gehe ich schnell weiter. In der H\u00f6he der Hochschule sieht jeder Mensch pl\u00f6tzlich anders aus. Da sind junge und alte, dicke und d\u00fcnne. Manch einer l\u00e4chelt sogar.<\/p>\n\n\n\n\n<p>Die Seele lernt fliegen.<\/p>\n\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Umstieg auf Grav<\/h2>\n\n\n\n<p>Ich schaffe es, via SFTPGo von au\u00dfen an den Grav-Ordner zu kommen, wo zuk\u00fcnftig die Blogeintr\u00e4ge als Markdown-Dateien liegen. Das klappt total gut, auch wenn ich die unbestimmte Sorge habe, dass ich eine Schneise zum gut gesicherten Cloudron-Container schlage.<\/p>\n\n\n\n\n<p>Jetzt kann ich meine Artikel wie gewohnt in Ulysses schreiben und durch die YAML-Angaben im Kopf der Datei schon mal vordatieren. Danach exportiere ich den Eintrag dann als Markdown-Datei auf den Server (eigentlich auf einen lokalen Ordner, der dann von SecureShellfish \u2013 toller Name f\u00fcr eine App! \u2013 hochgeladen wird).<\/p>\n\n\n\n\n<p>Wenn alles klappt, passiert der Umstieg am kommenden Montag, also dann, wenn die lieben Lesefr\u00f6schlein diesen Artikel hier lesen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n\n<p><em>(Kleiner Gru\u00df aus der Zukunft: Hat nicht geklappt!)<\/em><\/p>\n\n\n\n\n<p>Das alte Blog lasse ich noch ein wenig stehen. Sp\u00e4ter werde ich es in statisches HTML umwandeln und auf einem anderen Server archivieren. Erst habe ich \u00fcberlegt, ob ich die Eintr\u00e4ge irgendwie konvertieren soll, aber bei mir sind das derma\u00dfen viele, dass ich dazu keine Lust habe. Es geht ja nichts verloren \u2026<\/p>\n\n\n\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nacht Unruhige Nacht. Erst kann ich nicht Einschlafen, dann schrecke ich immer wieder hoch. Immerhin sch\u00fctzen mich die Ohrenst\u00f6psel vor Ger\u00e4uschen und ich habe ein paar Stunden tiefen, erholsamen Schlaf. Ich stehe auch um vier Uhr morgens auf. Kraftfutter heute mit Erdbeeren und einem kleinen Schuss S\u00fc\u00dfstoff. 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