{"id":250,"date":"2026-05-29T08:00:00","date_gmt":"2026-05-29T06:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.kieselwiese.de\/?p=250"},"modified":"2026-05-29T08:00:00","modified_gmt":"2026-05-29T06:00:00","slug":"2026-05-24-pfingstochsentour-bremen-tag-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.kieselwiese.de\/?p=250","title":{"rendered":"2026-05-24: Pfingstochsentour Bremen Tag 2"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Nacht<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sehr gute Nacht. Die Ohrenst\u00f6psel filtern das Geb\u00f6lke vom Bahnhofsvorplatz aus. Gegen vier Uhr morgens singt und klatscht eine Gruppe. <\/p>\n\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Traum vom Active Directory<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wirre Tr\u00e4ume. Es geht irgendwie darum, dass die IT im Active Directory f\u00fcr den Ministerpr\u00e4sidenten Szenarien nachbaut. Eigentlich w\u00e4re das ein Job f\u00fcr die Bibliothek, aber irgendwer ist da vorgeprescht. Wir helfen dem armen Kollegen, der das ausbaden muss. Irgendwann kommt man auf den Trichter, dass man aus den Strukturen im AD irgendwelche geheimen Dinge ablesen k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Morgen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Wecker weckt um halb sechs Uhr morgens. Der Geist ist frisch und klar, der K\u00f6rper h\u00e4tte noch einige Stunden mehr Schonung vertragen. Aber wir sind ja auf Urlaub und nicht auf Arbeit, also hei\u00dft es: Ran an den Feind.<\/p>\n\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich trinke einen Espresso aus der Elektrika und blogge, w\u00e4hrend \u00fcber dem Bremer Hauptbahnhof die Sonne aufgeht.<\/p>\n\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Hotelfr\u00fchst\u00fcck<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Fr\u00fchst\u00fcck baut langsam ab. Es gibt beim M\u00fcsli keine Nussmischung und auch keine K\u00f6rner mehr. Die Nuss-Nougat-Creme kommt nicht mehr aus einem edlen Spender, sondern an seiner statt findet der unterzuckerte Fr\u00fchst\u00fcckswillige nur ein Glas billige Ja!-Creme mit einem L\u00f6ffel darin vor.<\/p>\n\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr meinen n\u00e4chsten Aufenthalt in Bremen will ich mal nach einem anderen Hotel in der N\u00e4he sp\u00e4hen.              <\/p>\n\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Morgenrunde<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am Morgen ist der Bremer Marktplatz leer. Man kann die Stadtmusikanten fotografieren, ohne dass sich pl\u00f6tzlich ein Nilpferd unter die Gruppe mischt.<\/p>\n\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir trinken Kaffee bei \u201eMa\u201c an der Schlachte. Toller Blick \u00fcber die Weser. Der Espresso schmeckt sehr gut. Die Alexander von Humboldt, die hier vor Anker liegt, l\u00e4sst den Geist verreisen in einem Meer aus Industriebier.<\/p>\n\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Haben die Menschen fr\u00fcher eigentlich auch schon gerne am Wasser gesessen?<\/p>\n\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir laufen weiter. Die Gegend um die Weserburg ist lauschig. Es gibt viel Kunst und alles ist mit einer winzigen Prise Gegenkultur gew\u00fcrzt.<\/p>\n\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dann warten wir auf den Ausflugsdampfer. Eine Joggergruppe taumelt vorbei, angef\u00fchrt von einer Frau, die geradezu ausgebacken aussieht.<\/p>\n\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Hafenrundfahrt<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">D. und ich suchen uns die langweiligen Pl\u00e4tze vorne im Bug aus. Die fr\u00f6hliche Kinder- und Familienschar st\u00fcrmt lachend nach oben und l\u00e4sst uns mit einem \u00e4ltlichen Ehepaar und deren uralten Eltern alleine. Die Alten bestellen Bier und Barcadi-Cola, denn es ist ja schon elf Uhr am Vormittag. Die langweiligen Pl\u00e4tze sind super.<\/p>\n\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Rundfahrt kommt ohne Seemannsgarn aus. Der Skipper berichtet sachlich und freundlich. Nicht so exorbitant alert wie damals der Bursche in Hamburg (\u201eMOIN! MOIN! Rechts sehen wir ein Krieggschiff der Bundesmarine! Das hat 500 tausend Millionen Euro gekostet \u2013 da muss ne alte Frau lange f\u00fcr stricken! H\u00f6h\u00f6!\u201c).<\/p>\n\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Neust\u00e4dter Hafen sehen wir massig Bauteile f\u00fcr Windkraftanlagen. Das ist beeindruckend.<\/p>\n\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Beim Verreisen wird man immer auf sich selber zur\u00fcckgeworfen. Deswegen verreise ich ja meist lieber alleine, denn ich bin eigentlich immer die ganze Zeit damit besch\u00e4ftigt, nicht aus dem Moment zu fliehen und da f\u00e4llt es mir schwer, mich auch jemand anderen einzulassen. Es ist f\u00fcr mich eine best\u00e4ndige arbeit, den Augenblick wahrzunehmen und zu genie\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kurz vor Ende der Rundfahrt setzt uns das Schicksal eine Familie mit einem Kleinkind hinter uns, damit wir auch auf jeden Fall wertsch\u00e4tzen, was uns auf der Fahrt bisher erspart geblieben ist.<\/p>\n\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Werde sehr m\u00fcde. Darf nicht vergessen, dass ich noch nicht meine ganze Kraft wiedererlangt habe.<\/p>\n\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Hafenmuseum<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am Anlege holt uns der Thronfolger ab und wir laufen die Weser runter bis in die \u00dcberseestadt. Hier ist alles neu, aber nicht so steril wie in der HafenCity in Hamburg. <\/p>\n\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf dem Weg scherzt D. noch, dass wir uns hoffentlich nicht umsonst zum Museum begeben, weil es heute vielleicht Ruhetag habe. Ruhetag ist nicht, daf\u00fcr Familientag. H\u00fcpfburg-T\u00e4t\u00e4 auf dem Platz vor Haus, museales Sackkarrenrennen. Immerhin ist heute der Eintritt frei.<\/p>\n\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vor dem Besuch der Ausstellung gehen wir im angeschlossenen Restaurant essen. Das Essen ist preislich gehoben, aber sehr lecker.<\/p>\n\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Personal ist freundlich. Man bekommt f\u00fcr das Schlie\u00dffach einfach einen Schl\u00fcssel ausgeh\u00e4ndigt.<\/p>\n\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Ausstellung gef\u00e4llt mir ganz gut. Zum Gl\u00fcck sind die meisten Kinder drau\u00dfen auf der H\u00fcpfburg und singen gemeinsam mit der Piratenband schlagerartige Stimmungslieder.<\/p>\n\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir tauchen hinab in die alte Hafenwelt. Ich lerne erst jetzt, was der Beruf des <a href=\"https:\/\/song.link\/i\/295287694\" title=\"Banana Boat Song Harry Belafonte\">Tallymanns war und ich habe jetzt wieder mal einen ausk\u00f6mmlichen Ohrwurm<\/a> (<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Banana_Boat_Song\" title=\"Wikipedia Banana Boat Song\">Wikipedia-Eintrag zum Lied<\/a>). <\/p>\n\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es gibt auch tolle Gegenst\u00e4nde, welche Bremer (vor allen Dingen ehemalige Seeleute und Hafenarbeiter) f\u00fcr die Ausstellung aus ihren Kellern geholt haben: Hier die Sacknadel eines Tallymanns, mit der er die Frachts\u00e4cke nach der Kontrolle wieder zugen\u00e4ht hat. Dort eine Art Nagel, mit der Lagerarbeiter heimlich Weinf\u00e4sser angesto\u00dfen haben, um Wein abzuzapfen. Danach hat man das Loch mit einem Holzst\u00e4bchen verschlossen. Ging ein Fass mal kaputt, so konnte es sein, dass es von \u201einnen aussah wie ein Igel\u201c.<\/p>\n\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Sonderausstellung \u201eWir sind der Fluss\u201c \u00fcber die Weser w\u00fcrde mit ihren H\u00f6rsstationen (man stellt sich einfach unter einen Lautsprecher) gut gefallen, wenn die Wiedergabe ein wenig lauter w\u00e4re oder wenn keine Kinder im Raum herumquaken w\u00fcrden. Es gibt Menschen, die tr\u00e4umen davon, mal eine Nacht in einem Einkaufszentrum eingeschlossen zu werden, um mal einige Stunden ganz in Ruhe shoppen zu k\u00f6nnen. Bei mir w\u00e4re es ein sch\u00f6nes Museum, auch wenn ich dann immer <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=O1j5svFA5Jc\" title=\"Gum Gum\">Kaugummi bei mir haben m\u00fcsste<\/a>.<\/p>\n\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Schlachte<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach der Ausstellung laufen wir wieder zur\u00fcck an die Weser. Dabei machen wir immer Pausen wegen der alten Leute in der Gruppe (damit meine ich D. und mich, denn der Thronfolger ist ja noch ein junges Fr\u00f6schlein). Heute ist es wenigstens nicht ganz so warm wie gestern.<\/p>\n\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Abend<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">An der Schlachte ergattern wir einen Platz im Biergarten vom \u201eK\u00e4nguru Island\u201c. Obwohl ich nur Wasser trinke, f\u00fchle ich mich von der Atmosph\u00e4re beschwipst.<\/p>\n\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Danach geht es ins Hotel. D. und ich sind sehr ersch\u00f6pft.<\/p>\n\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Zimmer springe ich nur noch unter die Dusche und lege mich sofort ins Bett.<\/p>\n\n\n\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nacht Sehr gute Nacht. Die Ohrenst\u00f6psel filtern das Geb\u00f6lke vom Bahnhofsvorplatz aus. Gegen vier Uhr morgens singt und klatscht eine Gruppe. Traum vom Active Directory Wirre Tr\u00e4ume. 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