{"id":154,"date":"2026-05-12T19:00:00","date_gmt":"2026-05-12T17:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.kieselwiese.de\/?p=154"},"modified":"2026-05-12T19:00:00","modified_gmt":"2026-05-12T17:00:00","slug":"2026-05-09-hosenkauf-in-moers-spaziergang","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.kieselwiese.de\/?p=154","title":{"rendered":"2026-05-09: Hosenkauf in Moers, Spaziergang"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Nacht<\/h2>\n\n\n\n<p>Ganz gute Nacht. Die Unterbrechungen des Schlafs lassen nach. Ich bin allerdings auch ziemlich kaputt in die Federn gesunken.<\/p>\n\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Traum von der FAZ<\/h2>\n\n\n\n<p>Mir tr\u00e4umt, ich w\u00fcrde die FAZ lesen. Da heute der Tag der Befreiung des KZ Auschwitz ist, ist die Zeitung mehr als doppelt so dick wie sonst. Viele der Artikel sind aus Gr\u00fcnden der Piet\u00e4t schwarz umrandet. Die beste Ex-Frau von allen will auch Zeitung lesen, aber das Exemplar f\u00e4llt in seine Einzelteile. Es sind einfach zu viele Seiten!<\/p>\n\n\n\n\n<p>Neben der Zeitung liegt noch ein kleiner Haufen aus Ladekabeln und Netzteilen. Ich lege noch mein eigenes Ladekabel dazu und f\u00fchre einen Ladekabeltanz auf. Die beste Ex-Frau von allen ist nicht begeistert.<\/p>\n\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Morgen<\/h2>\n\n\n\n<p>Ich stehe um sechs Uhr auf. Ins Kraftfutter kommen heute frische Erdbeeren. Trockenfr\u00fcchte sind gerade in der K\u00fcche nicht verf\u00fcgbar und ich muss bald mal eine Expedition in den Vorratskeller starten, um eine neue T\u00fcte heraufzuholen.<\/p>\n\n\n\n\n<p>Nach dem Fr\u00fchst\u00fcck setze ich mich noch f\u00fcr zehn Minuten in den Schwingsessel und ruhe mich aus. Gestern sind durch den Abendspaziergang noch insgesamt mehr als 30.000 Schritte zusammengekommen.<\/p>\n\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Auf nach Moers!<\/h2>\n\n\n\n<p>Frisch geduscht, mit leichtem Herzen und schwerem Gep\u00e4ck (Mettwurst!) laufe ich zum Bahnhof. Spontan nehme ich den Bus zum \u201cK\u00f6niglichen Hof\u201c, denn das erscheint meiner Laune angemessen. Gro\u00df\u00e4ugig wie ein Kind schaue ich mir die Stadt an, die der Bus durchquert. Es gibt noch so viele Ecken in Duisburg, die ich nach all den Jahren noch immer nicht kenne!<\/p>\n\n\n\n\n<p>Die Sonne am Himmel l\u00e4uft sich schon mal warm.<\/p>\n\n\n\n\n<p>Am \u201cK\u00f6niglichen Hof\u201c schlafen noch ein paar Busse, genau wie das P\u00e4rchen auf der Bank im Warteh\u00e4uschen. Sie hat ihren blondierten Kopf in seinen Scho\u00df gelegt. Vor ihnen steht eine leere gro\u00dfe Flasche J\u00e4germeister.<\/p>\n\n\n\n\n<p>Da ich noch Zeit habe, bis der Hosendealer seine Pforten \u00f6ffnet, trinke ich bei tchibo noch eine Tasse (recht wohlschmeckenden) Filterkaffee und blogge ein wenig. Das Personal hier hat ganz gut zu tun. Sollte ich irgendwann doch mal auf Erbschleicher umzuschulen, dann wird neben Vortr\u00e4gen der VHS wohl Tchibo mein zweites Jagdrevier.<\/p>\n\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Hosenkauf<\/h2>\n\n\n\n<p>Ich betrete das Bekleidungskaufhaus um zehn Uhr und zwanzig Minuten sp\u00e4ter verlasse ich es mit zwei neuen Hosen im Rucksack. Das hat mal wieder gut geklappt.<\/p>\n\n\n\n\n<p>Die Parkwurst verlege ich in die Regionalbahn, denn ich hoffe, rechtzeitig wieder in Duisburg zu sein, um die Switche per der Post abzuholen. Ich h\u00e4tte gro\u00dfe Lust, sie heute schon einzubauen.<\/p>\n\n\n\n\n<p>Die Wurst und das Bier schmecken gut, allerdings bin ich mal wieder so abgelenkt, dass ich ein wenig zu hastig esse.<\/p>\n\n\n\n\n<p>An den Halten \u201cRumeln\u201c und \u201cTrompet\u201c freue ich mich wie ein Kind \u00fcber die sch\u00f6nen Namen.<\/p>\n\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Unruhe, Essen, Meditation<\/h2>\n\n\n\n<p>Innere Unruhe macht sich breit. Ich esse zwei Teilchen vom Bio-Supermarkt. Das ist nat\u00fcrlich ein Fehler, denn der Zucker feuert die Unruhe nur noch an. Ich trinke Kaffee und versuche, mich mit dem Schauen von Videos abzulenken. Immerhin ist die aktuelle Folge von \u201cFalsch aber lustig\u201c wirklich urkomisch.<\/p>\n\n\n\n\n<p>Ich bekomme Hunger und esse ein Glas Bratr\u00f6llchen (mein Notfall-Essen). Das macht mich satt und bringt mich wieder zu mir. Auf dem Balkon mache ich meine Tagesmeditation und diese bringt mich auf die richtige Idee: Meine Beine wollen wieder laufen. Auch wenn ich die Kalorien von heute nicht \u201cweg-rennen\u201c kann, so wird es mir helfen, wenigstens einen Teil des Zuckers in Bewegung umsetze. Auch ist doch Samstag und die Sonne scheint ganz herrlich. Soll ich den Tag lustlos vor dem Rechner verschwenden oder unkoordiniert irgendwelche nur vordergr\u00fcndig n\u00fctzlichen Dinge zu tun (\u00fcbrigens habe ich einen ganzen Sack Kleinkram ganz nebenbei erledigt und das \u00fcberhaupt nicht mitbekommen)?<\/p>\n\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Nachmittagsspaziergang<\/h2>\n\n\n\n<p>Ich beschlie\u00dfe eine kleine Wanderung durch Duissern bis zur Karl-Lehr-Br\u00fccke. Die sollte doch letztens verschoben werden. Wenn das bereits geschehen ist, kann ich sie \u00fcberqueren und durch Ruhrort laufen. Von dort st\u00fcnde mir dann die 901 zur direkten R\u00fcckfahrt Hause, der alte Schienenbus nach Meiderich oder ein sch\u00f6ner Gang \u00fcber den Pontwert offen. Ohne Br\u00fccke bliebe mir noch der Weg durch die Stadt.<\/p>\n\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend ich vor der Aakerf\u00e4hrbr\u00fccke auf einer Bank sitze und diese Zeilen tippe, freue ich mich an den vielen M\u00f6glichkeiten. Es ist Wochenende und ich habe Zeit. Ich bin niemandem Rechenschaft schuldig, ich muss nicht nach der Aufmerksamkeit von jemandem gieren!<\/p>\n\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Karl-Lehr-Br\u00fccke<\/h2>\n\n\n\n<p>Es dauert eine ganze Weile, bis ich zur Karl-Lehr-Br\u00fccke gelange. Sie ist noch gesperrt und \u00fcberall sind Bauz\u00e4une. Mehr oder weniger geschickt suche ich mir einen Weg durch ihre L\u00fccken hindurch, bis ich zum Netto (\u201cDANN GEH DOCH ZU &#8230;\u201c &#8211; Ihr wisst schon) gelange. Hier kaufe ich Wasser und zu meiner nicht geringen \u00dcberraschung eine kleine T\u00fcte Ofenchips.<\/p>\n\n\n\n\n<p>Ich folge einem Weg durch einen Gr\u00fcnstreifen, der von Autos umbraust wird. Hier sitzt ein alter, d\u00fcnner Mann auf einer Parkbank. Neben sich hat er eine Einkaufst\u00fcte gestellt. In den H\u00e4nden h\u00e4lt er eine halb leere Plastikflasche Bier und einen Zettel. Seine Augen stieren ohne Halt geradeaus.<\/p>\n\n\n\n\n<p>Auf einer Bank in der N\u00e4he esse ich die Ofenchips. Der Zucker heute hat mein Gehirn in den Fressmodus versetzt. Die Chips (\u201c60% weniger Fettt!\u201c) schmecken gar nicht mal so schlecht.<\/p>\n\n\n\n\n<p>Eigentlich m\u00f6chte ich jetzt Richtung Neuenkamp laufen, aber auch hier versperren mir Bauz\u00e4une den Weg. Die Welt ist voller Bauz\u00e4une!<\/p>\n\n\n\n\n<p>Also gehe ich nun durch Ka\u00dflerfeld und die Innenstadt zur\u00fcck nach Neudorf. Bei einer Eisdiele kaufe ich noch ein Eis mit drei B\u00e4llchen: \u201cSnickers\u201c, \u201cDubai\u201c und \u201cAmarena\u201c. Dummerweise kaufe ich es im H\u00f6rnchen, weil ich Eis immer im H\u00f6rnchen kaufe, weil ich auch als Kind schon immer Eis im H\u00f6rnchen bekommen habe. Meine mit klebrigem Zucker bedeckten H\u00e4nde und den Mund reinige ich mit den feuchten Desinfektionst\u00fcchern, die ich in meiner Tasche dabei habe. Immerhin schmeckt das Eis ziemlich gut, besonders das Amarena-Eis.<\/p>\n\n\n\n\n<p>Daheim strecke ich die Beine aus und h\u00f6re noch ein Kapitel von \u201cDie schwarze Rose\u201c zu Ende. Dann gehe ich erschlagen ins Bett.<\/p>\n\n\n\n\n<p>Lernerlebnis des Tages: Ich muss <em>wirklich<\/em> vermeiden, Zucker zu konsumieren!<\/p>\n\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Switche sp\u00e4ter, Freewriter down<\/h2>\n\n\n\n<p>Ich schaffe es noch rechtzeitig zur kleinen Postfiliale (die machen samstags um 14 Uhr zu), doch mein Kleinpaket ist noch nicht dort angekommen. Samstags k\u00e4men die Fahrer nicht rein und die Post habe die Info noch nicht aktualisiert, so der junge Mann hinter dem Tresen. Ihm ist die Sache sichtlich peinlich, aber ich winke ab. Ein wenig entt\u00e4uscht bin ich trotzdem.<\/p>\n\n\n\n\n<p>Daheim will ich den Freewriter Alpha noch mal wieder nutzen (mit der Tastatur komme ich gut zurecht), aber der Sync-Service \u201ePostbox\u201c von Freewriter liefert einen Error 1027 (Cloudflare). Das klingt nicht gerade vertrauenserweckend und ich f\u00fchle mich darin best\u00e4tigt, mit dem Zerowriter auf ein komplett freies Ger\u00e4t gewechselt zu haben.<\/p>\n\n\n\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nacht Ganz gute Nacht. Die Unterbrechungen des Schlafs lassen nach. Ich bin allerdings auch ziemlich kaputt in die Federn gesunken. Traum von der FAZ Mir tr\u00e4umt, ich w\u00fcrde die FAZ lesen. Da heute der Tag der Befreiung des KZ Auschwitz ist, ist die Zeitung mehr als doppelt so dick wie sonst. 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