{"id":124,"date":"2026-05-09T14:41:57","date_gmt":"2026-05-09T12:41:57","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.kieselwiese.de\/?p=124"},"modified":"2026-05-10T11:57:07","modified_gmt":"2026-05-10T09:57:07","slug":"2026-05-06-dopamin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.kieselwiese.de\/?p=124","title":{"rendered":"2026-05-06: Dopamin"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Nacht<\/h2>\n\n\n\n<p>Ganz gute Nacht ohne Promethazin und ohne Ohrenst\u00f6psel. Letztere sind nicht notwendig, denn die Enten halten still.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Traum vom Radio<\/h2>\n\n\n\n<p>Mir tr\u00e4umt, ich bin in einer fremden Stadt zu Besuch. Gemeinsam mit Freunden will ich zur\u00fcck nach Hause fahren. Doch vorher muss ich meine Sachen im Park zusammensuchen. Jemand war so freundlich und hat meine Sony-Kopfh\u00f6rer auf einen Ast gelegt.<\/p>\n\n\n\n<p>Freund O., der eine Ausbildung zum Radiomoderator macht, erz\u00e4hlt mir am Telefon, dass ein Mitsch\u00fcler als eine Hausaufgabe einen Rap-Song hochgeladen hat. Der Song sei professionell produziert worden, sagt er, dass er selber so etwas niemals hinbekommen w\u00fcrde. Ich rede O. gut zu und sage, dass er das sicher k\u00f6nne mit ein wenig \u00dcbung und der entsprechenden Ausr\u00fcstung. Dann lotst er mich am Telefon zu seinem Auto, dass gegen\u00fcber einer Spielothek geparkt ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir fahren zu meinen Eltern, wo wir alle gemeinsam fr\u00fchst\u00fccken.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Morgen<\/h2>\n\n\n\n<p>Ich wache gegen viertel nach vier Uhr auf, bleibe aber noch liegen. Ich bin einigerma\u00dfen ausgeruht. Wegen Dauerregens f\u00e4llt der Spaziergang aus.<\/p>\n\n\n\n<p>Zum Fr\u00fchst\u00fcck Kraftfutter mit Apfel. Heute muss ich dem Nass trotzen und neues Obst kaufen!<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Regen, Blutdruck<\/h2>\n\n\n\n<p>Es regnet den ganzen Tag \u00fcber. Immerhin k\u00f6nnen so die oberen Bodenschichten durchfeuchtet werden, denn es handelt sich um einen leichten Nieselregen.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Nachmittag wird mir leicht schwummerig und ich messe meine Blutdruck. Er ist ziemlich niedrig (allerdings nicht bedrohlich), was verwunderlich bei jemandem ist, der Blutdrucksenker nehmen muss. Mir wird au\u00dferdem kalt.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach Feierabend gehe ich gute Dinge Einkaufen. Ich besuche zum ersten Mal das Outlet meiner Lieblings-Kaffeer\u00f6sterei und kaufe zwei Kilogramm Alfoli Microlat Natural. Auf dem Heimweg kehre ich noch spontan im Edeka ein und besorge einen Nachschub an Bratr\u00f6llchen. Spontan kaufe ich eine Portion Mettenden (im Angebot) und weil ich plane, diese am Samstag auf meiner Hosen-Kauf-Expedition nach Moers zu essen, lege ich noch zwei alkoholfreie Flensburger in den Einkaufswagen. Als ich im Regal \u201eH\u00f6vels Original\u201c stehen sehe, \u00fcberkommt mich eine starke Sehnsucht nach Alkohol und ich gehe schnell weiter.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Bewegung und die frische Luft tun mir gut. Mir wird warm. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Promethazin<\/h2>\n\n\n\n<p>Gestern habe ich noch versucht, am Roman zu arbeiten. Das hat allerdings so \u00fcberhaupt nicht geklappt.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach einer Nacht ohne Promethazin ist pl\u00f6tzlich die Kreativit\u00e4t wieder da. Promethazin ist ja auch ein leichtes Antipsychotikum, welches die Dopamin-Rezeptoren blockiert. Ich sp\u00fcre heute den Unterschied deutlich, denn mein Gehirn f\u00e4ngt wieder damit an, wie gewohnt allerlei Quatsch zu produzieren. <\/p>\n\n\n\n<p>Es ist f\u00fcr mich faszinierend zu beobachten, wie so ein Medikament das eigene Denken beeinflussen kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun will ich erst einmal eine Weile ohne das Mittel auskommen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ausgelaugt, Brief, Schreiben<\/h2>\n\n\n\n<p>Ausgelaugt und ausgesaugt mache ich mich auf den Heimweg. Aus dem Briefkasten ziehe ich einen Brief aus Bonn und sofort ist wieder ein wenig Freude da. Lesen werde ich ihn heute noch nicht, denn ich muss mich dringend an den Roman setzen. Die Motivation, endlich diese eine vermaledeite Szene zu beenden, zwickt mich.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich bekomme die Szene einigerma\u00dfen hin und lasse es gut f\u00fcr heute sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach einer Dusche und anderer K\u00f6rperpfleglichkeiten schneide ich zwei gro\u00dfe Scheiben vom gestern gekauften \u201eHausbrot\u201c des Biosupermarktes ab. Ich bin entt\u00e4uscht, dass in dem Brot gigantische Luftl\u00f6cher sind und nehme mir vor, demn\u00e4chst wieder kompakte Kastenbrote zu kaufen. Die Scheiben belege ich mit K\u00e4se, Radieschen und einem im Speisef\u00f6n aufgeknusperten TK-H\u00e4hnchenschnitzel. Sie sollen morgen als Mittagessen dienen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Abend<\/h2>\n\n\n\n<p>Der Abend geh\u00f6rt dann dem Schwingsessel und der Lekt\u00fcre. Die Artikelserie \u201eThis. Isn\u2018t. Sparta\u201c will beendet werden. Nach den vielen grausigen Details zur <em>Agoge<\/em> und der Sklaverei sind diesmal die Strategien und die Logistik der \u201eSpartaner\u201c dran und dabei haben die angeblichen Superkrieger derma\u00dfen versagt, dass es schon fast wieder komisch ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nacht Ganz gute Nacht ohne Promethazin und ohne Ohrenst\u00f6psel. Letztere sind nicht notwendig, denn die Enten halten still. Traum vom Radio Mir tr\u00e4umt, ich bin in einer fremden Stadt zu Besuch. Gemeinsam mit Freunden will ich zur\u00fcck nach Hause fahren. Doch vorher muss ich meine Sachen im Park zusammensuchen. 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